Endspurt auf der International PHP Conference 2012

Cupcakes, Aceton und ein bisschen Magie
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Die International PHP Conference 2012 in Berlin geht in die letzte Runde und auch am Mittwoch wurde es noch einmal spannend. Die Sessions am letzten Konferenztag behandelten unter anderem Buildsysteme, Qualitätssicherung und Geolocation.

Alberto Assmann von Mayflower eröffnete den letzten Konferenztag mit seiner Session „Das beste Buildsystem der Welt“. Das Anliegen des 1991 geborenen und damit wohl definitiv jüngsten Speakers der IPC war, einen Überblick über die verschiedenen Buildsysteme zu geben und einen Orientierungsleitfaden zum richtigen Tool bereit zu stellen. Ziel der Session sollte jedoch nicht sein, eine direkte Empfehlung dazu auszusprechen, welches Buildsystem man benutzen sollte – dafür gibt es einfach zu viele verschiedene Projekte, die allesamt spezifisch auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Tools benötigen.

Obwohl der Großteil der anwesenden Entwickler dem Handzeichen nach zu urteilen selbst schon Buildsysteme benutzt, startete Assmann seine Session mit der Frage: „Was ist eigentlich ein Buildsystem?“. Seiner Definition nach ist solch ein System ein Lösungsmittel wie Aceton, das Abhängigkeiten zwischen den Softwarekomponenten auflöst. Gleich einem Automechaniker schraubt es vorgefertigte Teile zusammen und tauscht nur das aus, was entweder alt oder kaputt ist. Buildsysteme kommen immer dann zum Einsatz, wenn das Releasen per Hand zu aufwendig wird.

Um einen Überblick über die verschiedenen Buildsysteme zu skizzieren, stellte Assman die Beispiele Shell Scripts, Make, Rake und Ant samt ihrer Vor- sowie Nachteile vor. So sind beispielsweise Patterns in Make sehr mächtig, dafür ist das Buildsystem schwer zu erlernen. Ant, der Platzhirsch unter den Buildsystemen und – vielleicht ja deshalb – auch Assmans Favorit, ist zwar einfach lesbar und plattformunabhängig, produziert allerdings riesige Dateien und verfügt nicht über IF/ELSE-Konstrukte. Obwohl Ant der Meinung des Speakers nach das beste Buildsystem ist, ermutigt er dennoch alle Anwesenden dazu, sich ihre eigene Meinung zu bilden.

Alberto Assman sucht das beste Buildsystem

Weiter ging es mit Sebastian Springer von Mayflower und seiner Session „Qualitätssicherung bei Webprojekten“. In einem mehr als nur vollen Saal – einige Hartgesottene lauschten sogar im Stehen – stellte der Speaker verschiedene JavaScript Tools vor und erklärte, wie man seine Anwendung damit testen kann, um ihre Qualität zu verbessern. Diese definiert sich seiner Meinung nach durch die Faktoren Standards, Verlässlichkeit, Erweiterbarkeit und Stabilität.

Denkt man einmal darüber nach, wie wenige der anwesenden Entwickler sich bei der Publikumsbefragung zur Qualitätssicherung bekannten, erklärt sich die Sinnhaftigkeit dieses Vortrags. Bleibt zu hoffen, dass all diese derzeit noch Untätigen ihre Erkenntnisse aus der Session in die Tat umsetzen und künftig mehr für die Qualität ihres Projektes tun werden.

Sebastian Springer über Qualitätssicherung bei Webprojekten

Stephan Schmidt liebt Cupcakes. Aus diesem Grund führte er in seiner Session „Das Web wird mobil“ vor, wie man mit Hilfe von Geolocation und Location-basierten Services den kürzesten Weg zu den kleinen Süßigkeiten findet.

Der erste Schritt zu den Cupcakes liegt in der Bestimmung des eigenen Standorts. Früher funktionierte das über die IP-Adresse, heute über die Geolocation. Mit Hilfe der geografischen Länge und Breite lässt sich bis auf die Hausnummer genau feststellen, wo sich der hungrige Nutzer gerade befindet. Doch woher weiß das der Browser? Das seit HTML5 verwendbare Geolocation API nutzt auf mobilen Geräte GPS und ansonsten die Suchmaschine Google, die während ihrer StreetView-Aufnahmen in ganz Deutschland WLAN-Netzwerke erfasst und lokalisiert hat. Was noch fehlt, ist ein kleines bisschen Magie. Denn seien wir ehrlich: Wie genau Google funktioniert, kann keiner so wirklich erklären. Der ermittelte Standort wird anschließend in einer Karte bzw. mit Hilfe eines im Google Developer-Bereich verfügbaren APIs als Adresse dargestellt.

In Schritt zwei gilt es schließlich, die Cupcakes ausfindig zu machen. Google Places findet bekanntermaßen Geschäfte und andere Points of Interest in der Nähe des eigenen Standorts. Berechnet man die Entfernung zu diesem Punkt, – dabei nicht vergessen, dass die Erde eine Kugel und bekanntlich etwas gekrümmt ist! – erfährt man, wie weit man fahren muss, um die kleinen Küchlein endlich genießen zu können.

Stephan Schmidt über Geolocation und Location-based Services

Nach diesem Konferenztag schließt die IPC 2012 Spring ihre Pforten und entlässt die Teilnehmer wieder in ihren Entwickler-Alltag. Wir blicken zurück auf eine spannende und abwechslungsreiche Konferenz, voller interessanter Sessions und neu geschlossener Kontakte. Weiter geht es mit der International PHP Conference 2012 vom 14. bis zum 17. Oktober 2012 in der Mainzer Rheingoldhalle.

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