Das war die BIENE 2010
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Am Freitag letzter Woche wurde zum mittlerweile siebten Mal in Berlin die BIENE vergeben; die wichtigste Auszeichnung für barrierefreie Seiten aus dem deutschsprachigen Raum. Als Redakteur des PHP Magazins

Am Freitag letzter Woche wurde zum mittlerweile siebten Mal in Berlin die BIENE vergeben; die wichtigste Auszeichnung für barrierefreie Seiten aus dem deutschsprachigen Raum. Als Redakteur des PHP Magazins hatte ich die Ehre, als Jury-Mitglied dabei sein zu dürfen.

Auf dem Weg zur BIENE

Die Aufgabe der Jury besteht darin, sich die vom Fachlichen Beirat für die Finalrunde nominierten Seiten zu prüfen und zu entscheiden, ob und wenn ja welche BIENE die Einreichung erhält. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass die Jury nicht auf Gutdünken einen Award vergeben kann; die Projekte sind vorher durch ein sehr strenges, mehrstufiges Prüfungsverfahren gelaufen, an dessen Ende ein Praxistest mit Betroffenen steht. Abschliessend wird jedes Angebot vom Fachlichen Beirat mit einer Empfehlung versehen, die besagt, welchen Award die jeweilige Seite maximal erreichen kann. Zur Auswahl stehen die BIENE in Gold, Silber und Bronze.

Einen ganzen Tag hatten wir also, die 30 Nominierten in den Kategorien Unternehmen, Organisationen, Verwaltung und Tagesaktuelle Medien zu bestimmen – wobei jede Kategorie noch in die Bereiche einfach und komplex unterteilt wurde. Trotz zum Teil intensiver Diskussionen über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Angebote haben wir am Ende jedoch immer einen Konsens gefunden. Am Ende – so mein persönlicher Eindruck – hatte jeder, der am Freitag eine BIENE in Empfang nehmen konnte, sie auch redlich verdient.

Interessantes Detail am Rande

Einreichungen kamen in diesem Jahr übrigens nicht nur aus deutschsprachigen Ländern wie Österreich, der Schweiz oder eben Deutschland – auch Projekte aus Italien, Dänemark, Rumänien, Ungarn, Russland und den USA wurden dem Fachlichen Beirat zur Prüfung vorgelegt.

Die BIENE ist gelandet

Gesamtbild aller Gewinner Ein Bild aller Gewinner; einige haben auch zwei Preise entgegen genommen.

Am 10. Dezember um 19 Uhr begann die perfekt durchgeplante und von den Medienprofis Anja Heyde und Ralph Caspers moderierte Veranstaltung. Nicht nur für alle Betroffenen ein großer Tag – im Goldrausch diesen Jahres hatten auch viele Projekte Grund zur Freude.

Sechs Projekten durften wir dieses Jahr eine BIENE in Gold überreichen; bei 22 ingesamt vergebenen Preisen eine Stolze Zahl. Sieht man sich die Preisträger wie zum Beispiel das SOS-Kinderdorf, die Stiftung Lebenshilfe Duisburg oder das Deutschlandradio Wissen an, wird man schnell verstehen, dass diese Flut an goldenen Bienen wirklich verdient war. Selten war die Qualität der Einreichungen so ernorm hoch wie 2010, selten die Seiten ein so großartiges Beispiel dafür, dass barrierefreie Seiten nicht schlecht aussehen müssen.

Ingrid Nörenberg und Andreas Pusch vom Nationalpark Harz Eine Biene in Silber: Nationalpark Harz

In der Fast dreistündigen Preisverleihung durfte auch ich einen Preis übergeben. Zugegeben: In der starken Runde der bühnenerprobten Kollegen der Jury war ich doch sehr nervös, aber ich denke, dass es mir dennoch ganz gut gelungen ist. Und das Beste daran: der Nationalpark Harz war – ich muss es gestehen – in meiner Vorauswahl einer meiner persönlichen Favoriten.

 

Beeindruckend auf ganzer Linie

An dieser Stelle eine der für mich beeindruckendsten Dinge dieser Veranstaltung: Simultanübersetzer haben den ganzen Abend über das komplette Geschehen auf der Bühne in Gebärdensprache wiedergegeben – sogar das deutsche Lied des Musik-Acts Tri Scho. Aufgenommen wurden sie dabei von einer Kamera, die das Bild auf die im Saal verteilten Bildschirme übertragen hat.

BIENE 2010
224 Einreichungen
22 Gewinner
6 x BIENE in Gold
BIENE steht übrigens für Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten

Erstaunlich ist das vor allem vor diesem Hintergrund: Im Anschluss an die Preisverleihung hatte ich die Gelegenheit, mich mit Ralph Raule, Preisträger des Sonderpreises, zu unterhalten. Dabei habe ich erfahren, dass Gebärdensprache eigenen Regeln folgt, die mit deutscher Sprache nur wenig gemein hat. Eine enorme Leistung, die die beiden Dolmetscher Dina Zander-Tabbert und Gunnar Lehmann da vollbracht haben.

Insgesamt hat der Award auf ganzer Linie überzeugt. Perfekt organisiert – so wurden die Gewinner direkt nach der Preisverleihung in einen Raum gelotst, um Fotos zu machen und ein kurzes Video-Interview zu geben – und gespickt mit interessanten Personen aus allen denkbaren Bereichen. War mir vorher bereits klar, wie wichtig Barrierefreiheit im Netz ist, so hat die von der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen ausgetragene Veranstaltung etwas Intensives, das man einmal erlebt haben sollte.

Ich hoffe sehr, dass sich die BIENE in Zukunft noch weiter herumsprechen wird. Sie ist ein wichtiger Preis für eine wichtige Sache.

Quelle der Fotos: Aktion Mensch

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