Das Zweiklassen-Internet: Warum Netzneutralität wichtig ist
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Über die Zukunft des Internets wird viel geredet: ein höherer Verbrauch von Online-Daten, schnellere Computer, die alltägliche Aufgaben übernehmen und die Zusammenarbeit von Menschen in allen Teilen

Über die Zukunft des Internets wird viel geredet: ein höherer Verbrauch von Online-Daten, schnellere Computer, die alltägliche Aufgaben übernehmen und die Zusammenarbeit von Menschen in allen Teilen der Erde fördern – das und mehr sei laut Tim Berners-Lee möglich. Allerdings sei daran die Bedingung geknüpft, dass weiterhin jeder uneingeschränkten Zugriff auf das Internet hat. Das Netz als Zweiklassengesellschaft, darüber wurden in den letzten Wochen und Monaten viel diskutiert. Mark Scott erklärt im Blog der New York Times, warum Netzneutralität wichtig für die Zukunft des Internets ist.

Netzneutralität gegen ein Zweiklassen-Internet

Jeder sollte den gleichen Zugang zu Online Content haben, das ist eines der Hauptargumente für Netzneutralität. Gerade Content Provider und Verbrauchergruppen, aber auch Unternehmen wie Google sprechen sich darum gegen ein zweistufiges Internet aus.

Im Gegensatz dazu stehen die Forderungen von Kabelunternehmen und Telefongesellschaften, Unternehmen, die einen hohen Anteil der Bandbreite für sich beanspruchen, für den besseren Zugang zu belangen.

“We shouldn’t have to pay for your network if you don’t have to pay for our content“, sagt Netflix-Chef Reed Hastings dazu; zudem befürchten viele den Verlust der Digital Commons. Auch die User Experience dürfte bei einem zweiklassigen Internet leiden, immerhin würden einigen Websites Priorität eingeräumt, während andere auf der Strecke bleiben, weil die Bandbreiten-Kapazität erreicht ist.

Netzneutralität umsetzen: Europa vs. USA

Die Diskussion, wie für Netzneutralität gesorgt werden kann, gestaltet sich in Europa und den USA ganz unterschiedlich. Die Federal Communications Commission in den USA hat neue Regulationen für den Internetzugriff vorgeschlagen, die dafür sorgen könnten, dass Unternehmen wie Netflix für den Prioritäts-Internetzugriff zur Kasse gebeten werden könnten. In Europa dagegen wurde bereits ein Gesetz verabschiedet, das den gleichen Zugang zum Internet für jeden sicherstellt. Doch auch hier ist das letzte Wort über die Netzneutralität nicht gesprochen, für die Kabel- und Telefongesellschaften ist noch Zeit, die Regelungen in ihren Gunsten zu beeinflussen.

Die Netzneutralität ist übrigens nicht das Einzige, das Tim Berners-Lee verteidigt. Auch die Privatsphäre im Internet und der Zugriff auf die eigenen Daten durch Regierungen und Unternehmen wie Facebook und Google müsse strenger kontrolliert werden. Denn am Ende sollte es immer heißen:

Privacy is really important.

Aufmacherbild: Signpost with Net Neutrality wording von Shutterstock / Urheberrecht: mindscanner

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