Java Museum: Java Magazin kostenlos im entwickler.kiosk lesen!
Wie trifft man die richtige Wahl für sein Produkt?

Datenbank-Evaluation: altvertraut oder neu und aufregend?

Kommentare

Ausgereifte, lange getestete Datenbanken haben klare Vorteile gegenüber neuen Systemen. Entwickler können auf viele Erfahrungsberichte zurückgreifen, die Datenbank läuft stabil und am Ende ist es ja vor allem das, worauf es ankommt. Aber auch neue Systeme haben natürlich ihre Vorteile! Baron Schwartz erklärt, woran er festmacht, ob ein neues Produkt reif für den Einsatz ist.

Die richtige Datenbank für ein Projekt zu finden, ist gar nicht so einfach. Gerade neue Produkte mit unzähligen spannenden Features laden dazu ein, die Möglichkeiten der Datenbank stärker ins Auge zu fassen, als die eigentlichen Bedürfnisse des Projekts. Das ist allerdings kein guter Ansatz – interessante Optionen sind zweitrangig, wenn sie für ein spezifisches Projekt nicht wirklich notwendig sind. Daneben ist auch der Sicherheitsaspekt immer relevant. Eine Datenbank macht am Ende niemanden glücklich, wenn sie die Daten nicht gegen all die vielen Fehler absichern kann, die im Projektverlauf so auftreten.

Reifeprüfung

Ein wichtiger Faktor für die Reife einer Datenbank ist für Schwartz aber auch die Frage nach den Tools für die tägliche Arbeit. Die sind nämlich häufig erst nach langer Zeit wirklich gut nutzbar, was zu einer großen Hürde werden kann. Daneben ist die Query-Flexiblität ein potentieller Stolperstein: Ist eine Datenbank nicht ausgereift genug, um mit komplexen, aber doch häufig genutzten Queries zurechtzukommen, bedeutet das nur mehr Arbeit für den Entwickler.

Die Aussagen des Teams hinter einer neuen Datenbank sind aber durchaus mit Vorsicht zu genießen – natürlich ist das eigene Produkt immer das Beste, das gilt auch in der Welt der Datenbanken. Werden Themen ausgespart oder sehr allgemein gehaltene Aussagen zur Funktionalität eines Produkts getroffen, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass etwas im Argen liegt. Interessant ist hier ein Blick in die Community. Je mehr Berichte es über die reale Anwendung gibt, desto klarer wird das Bild davon, wie das Produkt sich wirklich verhalten wird.

Neue Ufer

Doch die Communitys neuer Produkte sind oft noch klein, vor allem dann, wenn es sich nicht um Open-Source-Projekte handelt. Und dass eine neue Datenbank mehr Bugs und Funktionslücken mitbringt als die althergebrachten Systeme, überrascht am Ende nicht wirklich. Dennoch lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Neue Systeme sind nämlich auf Funktionen ausgelegt, die in den vertrauten Datenbanken nur schwer bis gar nicht zu verwirklichen sind.

So haben relationale Datenbanken mit Anwendungsfällen im Bereich des Big Data große Schwierigkeiten und auch die neuen Anforderungen des Internet of Things lassen sich nicht so einfach mit vertrauten, alten Systemen lösen. Hier müssen neue Ansätze her. Um verknüpfte Daten zu verwalten, sind beispielsweise Graphendatenbanken besonders gut geeignet. Für andere Arten von Daten können auch Key-Value-, spaltenorientierte und dokumentenorientierte Datenbanken die richtige Wahl sein. Sie sind leicht skalierbar und gut für große Datenmengen geeignet, die nur lose miteinander verknüpft sind.

Viele NoSQL-Datenbanken sind allerdings inzwischen auch schon recht reif und haben die größten Anfangsschwierigkeiten hinter sich gelassen. Doch die Entwicklung steht nicht still – immer neue Systeme werden veröffentlicht und auch die Anforderungen an Datenbanken verändern sich stetig. Wer vor ein paar Jahren noch nicht zu einer damals noch unausgereiften NoSQL-Datenbank greifen wollte, steht heute häufig vor dem Problem, einen Wechsel ins Auge fassen zu müssen. Insofern stellt sich bei der Auswahl der richtigen Datenbank wohl vor allem die Frage: Welchen Kompromiss bin ich bereit einzugehen?

entwickler.de in den sozialen Netzwerken

Entwickler Magazin

Folgen Sie den Social-Media-Kanälen des Entwickler, um stets über aktuelle News aus allen Bereichen informiert zu werden.

Aufmacherbild: Old vs. new windmill via Shutterstock.com / Urheberrecht: 141crew

Ann-Cathrin Klose

Autor

Ann-Cathrin Klose

Ann-Cathrin Klose studiert allgemeine Sprachwissenschaft, Geschichte und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Februar 2015 verstärkt sie als redaktionelle Mitarbeiterin die Redaktion bei Software & Support Media. Zuvor war sie als freie Autorin tätig und hat erste redaktionelle Erfahrungen bei einer Tageszeitung gesammelt.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag