Database to go
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Cloud Computing ist in aller Munde. Doch welche Rolle spielen Datenbanken in diesem Umfeld?

Cloud Computing ist in aller Munde. Unterteilt werden die in der Cloud angebotenen Dienste meist in folgende drei Gruppen:

  • Software as a Service
  • Platform as a Service
  • Infrastructure as a Service

Da ist es folgerichtig, dass auch die Datenbanken sich diesem Trend nicht widersetzen können: entweder als Bestandteil von Infrastructure as a Service oder sogar als eigener „Database as a Service“-Bereich. Rein technisch gesehen ist das auch vollkommen nachvollziehbar: Antrieb für den Cloud-Computing-Hype war u. a. der Wunsch nach mehr Flexibilität bei gleichzeitig geringeren (Administrations-)Kosten. Und warum sollte man dabei Anwendungen sowie gesamte IT-Systeme in die Cloud versetzen, den Datenbankserver aber selbst im eigenen Haus bzw. eigenen Rechenzentrum weiter betreiben? Die Tatsache, dass die Anwendungen in der Cloud ihre Daten dann aus dem eigenen Haus abholen müssten, widerstrebt nicht nur dem Grundgedanken des Cloud Computing, sondern kann bei großen Datenmengen auch zur Kostenfalle werden. Die Cloud-Abrechnungsmodelle beinhalten nämlich auch den Daten-Traffic aus der bzw. zur Cloud-Anwendung.

Aus technischer Sicht spricht also nichts gegen „Datenbanken in der Cloud“. Auch die Datenbankanbieter haben die Zeichen der Zeit erkannt und so hat man die Wahl zwischen einem der etablierten Anbieter von relationalen Datenbanken, deren Produkte beispielsweise in einer Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) verfügbar sind, und der wachsenden Gruppe von NoSQL-Datenbanken, die sich aufgrund ihrer Konzentration auf gute Skalierbarkeit von Natur aus für Cloud-Anwendungen eignen.

Ganz anders sieht die Situation aus, wenn man alles aus Sicht eines Datenschutzbeauftragten sieht. Neben technischen Aspekten sind nämlich insbesondere bei Datenbankanwendungen auch diverse Gesetze und unternehmensinterne Richtlinien zu beachten, wenn es darum geht, welche Daten wo abgelegt sein sollen und für wen der Zugriff möglich ist. Im eigenen Haus hat man das Ganze noch selber in der Hand. Verlegt man die Datenbank mit Geschäfts- und Kundendaten aber in die Cloud, so kann und wird man zwar Fragen zum Datenschutz in die zugehörigen Verträge aufnehmen, aber hat man auch wirklich ein gutes Gefühl dabei, solche sensiblen Daten „irgendwo“ in einer Cloud abzulegen, möglicherweise sogar in einem Cloud-Rechenzentrum eines Landes, in dem Datenschutz nicht so weit oben auf der Agenda steht wie hier bei uns?

Die Frage, ob sich Database as a Service wirklich durchsetzt, wird also weniger von technischen Fragen abhängen, sondern vielmehr von Sicherheitsbestimmungen. In einer Public Cloud wird sich das Ganze wohl nur im Zusammenhang mit unsensiblen Daten etablieren. Anders dagegen in Private Clouds, bei denen die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens zwar nach den technischen Grundlagen des Cloud Computings entworfen wird, alle Komponenten – und damit auch die Datenbanken mit ihren unternehmenskritischen Inhalten – aber weiter inhouse betrieben werden. Hier wird der Trend weg gehen von der projekteigenen Datenbank hin zu einer flexibel aus der Unternehmens-Cloud konfigurierbaren Datenablage.

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