Mehr Flexibilität und Sicherheit

Datenbanken: Erfolgreicher Umzug in die Cloud
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Was früher undenkbar schien, ist heute gängige Praxis: Datenbanken in der Cloud. Worauf man achten muss und wie sich die Migration erfolgreich umsetzen lässt, erklärt Ales Zeman, Sales Engineering Manager for Central Europe bei Quest Software, in diesem Artikel.

Mittlerweile ist der Umzug von Datenbanken gelebte Praxis. Geringere Wartungskosten stehen bei der Einführung von Cloud Computing oft an erster Stelle. Es ist für IT-Entscheider sehr attraktiv, einen großen Teil der Investitionskosten für Hard- und Software dauerhaft zu beseitigen. Noch attraktiver ist es, die Betriebskosten für die Installation, Wartung, Aktualisierung, Patches und End-of-Life-Datenbanken ohne zusätzlichen Administrationsaufwand zu senken. Allerdings ist es wichtig, den Überblick über die Ausgaben zu behalten, die stattdessen anfallen. Neben Lizenzen und Abonnements entstehen für Unternehmen oft indirekte Kosten, wie etwa hohe Gebühren für die Netzwerknutzung während der Migration, Verlust von Kundeninformationen während etwaiger Ausfälle und Umsatzeinbußen durch unerwartete Down-Zeiten während der Datenbankmigration.

Zuverlässigkeit und Redundanz sind wichtige Faktoren für die Einführung der Cloud. Mit Dutzenden oder Hunderten von Rechenzentren weltweit bieten die meisten Cloud-Anbieter eine hohe Zuverlässigkeit. Die Anbieter stellen zudem eine große Anzahl an Administratoren ein, um ihre Rechenzentren zu betreiben und sicherzustellen, dass es keinen Single Point of Failure gibt.

Einer der Effekte bei der Arbeit in der Cloud ist Flexibilität. Sie ist wichtig, wenn es darauf ankommt, Ressourcen schnell auf- und wieder abzubauen und so Bedarf und Ressourcen eng miteinander zu verzahnen. So können auch Entwicklungsumgebungen für Datenbanken flexibel angepasst werden.

Ein entscheidender Vorteil der Cloud ist das Level an Sicherheit. Dieses ist meist höher als es im unternehmenseigenen Rechenzentrum möglich wäre. Cloud-Anbieter verfügen über entsprechendes Personal, das Sicherheitsbulletins verfolgt und White-Hat-Penetrationstests auf den Servern zur Sicherheitsverbesserung durchführt. Nur wenige Unternehmen verfügen über die Ressourcen oder die technische Tiefe dafür.

Die richtige Geschwindigkeit

Laut Oracle werden sämtliche Unternehmensdaten sowie Entwicklungs- und Test-Projekte bis 2025 wahrscheinlich in der Cloud zu finden sein. Daher sollten IT-Entscheider diesen Zeithorizont als Maßstab nehmen, um entsprechende Schritte einzuleiten. Dabei verhindert die richtige Planung eine schlechte Performance. Die Nutzung der Vorteile von Cloud Computing ist dabei der Lohn für einen bewussten, engagierten Ansatz.

Mit Ausnahme von neugegründeten Unternehmen, die zum ersten Mal Computerressourcen benötigen, ist der Wechsel in die Cloud eine kontinuierliche Reise. Die meisten Unternehmen werden in absehbarer Zeit damit beschäftigt sein, lokale Systeme schrittweise in die Cloud zu verlagern. Deswegen sollte man klein anfangen und erst einmal die Entwicklungsumgebung in die Cloud verlagern oder diskrete Anwendungen mit wenigen Hooks in andere Systeme zu verschieben. Die Verlagerung einer App oder eines Teils des Unternehmens, etwa den Helpdesk zu ServiceNow oder Zendesk, reduziert das Risiko einer Betriebsunterbrechung. Eine Funktion wie die Personalabrechnung hingegen ist ein Kandidat für eine spätere Migration. Kein Unternehmen, das die Personalabrechnung im eigenen Haus durchführt, will sich an einer Geschäftsfunktion mit so vielen internen Prozessen die Zähne ausbeißen.

Natürlich sind Unternehmen, die SaaS-Anwendungen wie Salesforce und Office 365 nutzen, zumindest teilweise bereits in die Cloud gewechselt. Auch die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) reduziert die Abhängigkeit von der lokalen Infrastruktur, da sich die Benutzer an einem Client anmelden und vollständig auf einem vorkonfigurierten, virtuellen Desktop ohne lokalen Speicher oder installierte Software arbeiten können.

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Was soll umziehen?

Im Prinzip bietet es sich an, sämtliche vorhandenen Datenbanken in die Cloud zu verschieben, um die Vorteile durch die Cloud maximieren zu können. Jedoch ist das mit teilweise unerwarteten Kosten verbunden.

Dies kann anhand des Beispiels einer Oracle-Implementierung leicht nachvollzogen werden. Beim Umzug einer Oracle Multicore-Prozessor-Lizenzierung (MPL), die on-Premises eingesetzt wird, steht ein 50-prozentiger Oracle Core Factor zur Verfügung. Im Beispiel sind acht physische Kerne im firmeninternen Server in Betrieb. Um diese acht Kerne von Oracle zu lizenzieren, werden nur vier Kerne bezahlt. Wenn das Unternehmen aber auf eine AWS-Umgebung von Amazon mit entsprechend acht virtuellen Kernen umziehen möchte, gilt der Core Factor laut Oracle nicht in der Cloud. Das bedeutet, dass nun Gebühren für acht Kerne anfallen statt der vier in der vormals lokalen Oracle-Implementierung.

Entwicklung und Qualitätssicherung sind gute Anwendungsfälle für die Cloud. Es ist von Vorteil, schnell mehrere Instanzen zum Schreiben und Testen von Apps zu erstellen, solange man nicht vergisst, sie zu entfernen, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Die absoluten Kosten sind zwar gering, summieren sich jedoch im Laufe der Zeit.

Methoden der Migration

Bei der Migration einer Datenbank in die Cloud sollten in einem ersten Schritt Tabellen und Schemata mit niedriger Priorität, etwa Entwicklungs- oder QA-Datenbanken, identifiziert werden. Diese markieren der Startpunkt für die Migration. Bevor eine gesamte lokale Datenbank auf eine Datenbank in der Cloud umgestellt wird, sollten Datenbankadministratoren Anwendungsfälle wie Datenintegration, Disaster Recovery und ausgelagerte Berichte festlegen, die zwar die Datenverfügbarkeit erfordern, aber die Anwendungsverfügbarkeit nicht beeinträchtigen.

Der Einfachheit halber beginnen einige Unternehmen bei null, also ohne historische Daten. Sie nehmen eine der Oracle E-Business Suite vergleichbare Software, richten sie mit all ihren Anpassungen und Flexfields in der Cloud ein und starten zu Beginn eines neuen Geschäftsjahres oder Quartals. Die lokale Version bleibt bei Abfragen historischer Daten erhalten. Die Nicht-Migration der alten Datenbank macht es einfach, in die Cloud zu wechseln.

„Big Bang“ ist ein Ansatz, um mit einem Schlag in die Cloud zu gelangen, etwa an einem Wochenende. Das ist mit einigen Unterbrechungen und Risiken verbunden. Die Migration eines Systems, während es nicht genutzt wird, kann für Anwendungen mit kleinen Datenbanken und regelmäßigen Ausfallzeiten eine ansprechende Lösung sein. Datenbankadministratoren sichern die Datenbank und Anwendungen, stellen sie in der Cloud wieder her und starten diese ab dem nächsten Werktag.

Erste Schritte

Die Cloud-Migration von Datenbanken sollte sich nicht auf die Anwendungen auswirken, die auf diesen Datenbanken vor, während oder nach der Migration ausgeführt werden. Benutzer müssen während des gesamten Migrationsprozesses Aufgaben wie Reporting, Abfragen und Analysen durchführen können. Zudem sollten Datenbankadministratoren in der Lage sein, eine Produktionsdatenbank im Falle eines Problems während der Migration zurückzusetzen, ohne die Benutzeraktivität zu beeinträchtigen.

Die vier verschiedenen Ansätze der Migration müssen dem Rechnung tragen. Der erste Ansatz ist risikoarm aber langsam, wenn Datenbankadministratoren mit Tabellen und Schemata beginnen, die Anwendungen unterstützen aber nicht geschäftskritisch sind. Der zweite, saubere Ansatz bedeutet durch den Wegfall der Historie einen harten Schnitt. Hier gilt es, brandneue Anwendungen mit Datenbanken in der Cloud zu entwickeln, ohne alte Datenbanken zu migrieren. Der Big-Bang-Ansatz ist der umfassendste, erzeugt allerdings längere Ausfallzeiten. Der vierte Ansatz ist der intelligenteste und innovativste. Er sieht vor, Daten aus einer Quelldatenbank in eine Zieldatenbank in der Cloud zu replizieren. Für eine möglichst reibungslose und risikoarme Migration empfiehlt sich ganz klar die Replikation.

Um diese anzuwenden, stehen Datenreplikationslösungen zur Verfügung, die Datenbank-Änderungen aufzeichnen und die Quell- mit den Zielinstanzen synchron halten, mit dem die Migration in die Cloud einfacher und sicherer vonstattengeht.

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