Monty, MySQL und die Kinder des Meeres: Wenn einer eine Reise tut …
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… dann kann er was erzählen. Muss er aber nicht. Monty Widenius zum Beispiel hatte sich bereits nach der ersten MySQL-Übernahme auf seinen ganz eigenen Weg gemacht, mit Partnern die Open Database Alliance

… dann kann er was erzählen. Muss er aber nicht. Monty Widenius zum Beispiel hatte sich bereits nach der ersten MySQL-Übernahme auf seinen ganz eigenen Weg gemacht, mit Partnern die Open Database Alliance gegründet und sich selbst mit Monty AB auf die eigenen Beine gestellt – und lässt seitdem auch keine Gelegenheit ungenutzt, in seinem Blog den Finger auf die Wunde zu legen.

Monty says …

During the last 2 years, I have seen a lot of the people that originally worked at MySQL AB and who joined Sun together with me, go away in different directions. More than 50 % of them have already left Sun/Oracle. Michael Widenius, 2010

Das klingt erst einmal bedrohlich, wie passend, dass mit SkySQL ab sofort ein Partner bereit steht, der die technischen Leistungen der Monty AB durch zusätzliche Support-Services ergänzt. Kunden, die MySQL im Einsatz haben, müssen sich also nicht auf die dem Untergang geweihte MySQL-Expertise bei Oracle verlassen. Perfektes Timing. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Das können Matthew Montgomery (MySQL Principal Support Engineer bei Oracle) und Giuseppe Maxia (Oracles MySQL Community Team Lead) so nicht stehen lassen und melden sich mit einer Gegendarstellung zu Wort. Die 50% seien aus der Luft gegriffen und bestenfalls nur die halbe Wahrheit.

Information Leaks?

Zunächst einmal solle Monty seine Zahlen besser begründen – da er kaum Zugriff auf interne HR-Daten haben dürfe, stelle sich nämlich die Frage, wie er eigentlich auf seine 50-Prozent-Behauptung komme. Passenderweise liefern einige frustrierte Oracle-Mitarbeiter per Kommentar die entsprechenden Nachweise – von 450 der ursprünglichen Mitarbeiter hätten inzwischen über 240 ihrem neuen Arbeitgeber den Rücken gekehrt.

Auf der anderen Seite, so Montgomery, seien jedoch auch über 290 neue Mitarbeiter eingestellt worden; die 50 Prozent Mitarbeiterschwund unterm Strich also nicht nachvollziehbar.

Gleichzeitig ist jedoch auch von in jeder Woche neuen Kündigungen die Rede.

Was bleibt

Was bleibt nun unter dem Strich aus der laufenden Diskussion mitzunehmen? Gut die Hälfte der ehemaligen MySQL-Mitarbeiter haben nach der Sun/Oracle-Übernahme das Unternehmen verlassen. Viele neue wurden und werden eingestellt, während einige weitere nach wie vor das Weite suchen. Betroffen ist davon in erster Linie der wesentlich breiter aufgestellte Support, die Mitarbeiter aus der Entwicklung sind zum überwiegenden Teil bei ihrem Arbeitgeber geblieben.

Von denen die gehen, profitieren Mitbewerber wie Percona oder Monty AB oder auch SkySQL. Und offensichtlich scheint der Wettbewerb härter zu werden, seit sich mehr und mehr Parteien um den einen Kuchen streiten. Die Nerven liegen blank und einige Betroffene wähnen sich in düsteren Geschichten über den Verrat an den Kindern des Meeres.

Was der Kunde von all dem halten darf, wird sich noch zeigen müssen. Vielfalt ist sicherlich von Vorteil, eine hysterische MySQL-Selbstzerfleischung kann sich jedoch niemand wünschen. Oder etwa doch?

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