Der Core und die Projekte: Kann PHP wirklich profitieren?
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Gestern hatten wir Cal Evans Gedanken aufgegriffen und uns gefragt, ob man nicht besser dafür sorgen sollte, dass die große PHP-Community an einem Strang ziehen sollte; es gibt viele Projekte mit vielen

Gestern hatten wir Cal Evans Gedanken aufgegriffen und uns gefragt, ob man nicht besser dafür sorgen sollte, dass die große PHP-Community an einem Strang ziehen sollte; es gibt viele Projekte mit vielen guten Entwicklern – da sollte die Sprache doch davon profitieren können, oder? Oder liegt das Problem viel tiefer in der Sprache vergraben als gedacht? Diesen Ansatz verfolgt zumindest Marco Tabini in seiner Antwort auf Cals Post.

I <3 PHP, but …

In seinem Post Is PHP running out of itches to scratch? verfolgt Marco einige interessante Ideen. Seiner Meinung nach hat sich der Fokus bei PHP verschoben – vom Core auf das System, das um den Core herum entsteht, auf Frameworks und saubere Entwicklung.

I think it’s fair to say that the pace at which PHP core is being developed has slowed down considerably over the past couple of years, while the development of many projects based on it, like programming and application frameworks, has sped up and continues to grow at a fast pace.Marco Tabini, 2011

Obwohl oder gerade weil eine klare Führung fehle, habe PHP seiner Meinung nach einige hervorragende Ergebnisse erzielen können. Wie Johannes gestern bereits zur Diskussion beigetragen hatte, befruchten sich die vielen Interessen gegenseitig. Im Prinzip könnte die Sprache also nur profitieren. Doch wo liegt das Problem?

„PECL and PEAR are a complete mess“

Am Ende zähle der User, der gewisse Funktionalitäten geboten bekommen möchte. Diese Funktionalitäten werden nicht mehr in den Core implementiert, was prinzipiell auch eine gute Sache sei – who wants a bloated and increasingly difficult to audit core? Doch was geschieht mit dem durchschnittlichen Anwender, der seine Bibliotheken in PHP-Form herunterladen und in seine Skripte einbinden möchte, dem das Wissen oder die Zeit fehlt, sich mit PECL und Co zu beschäftigen?

This is crucial, because PECL and PEAR are, despite the valiant efforts of many brilliant developers, a complete mess. Obscure to work with, poorly supported, and unduly complex, they are simply irrelevant to the vast majority of PHPers.Marco Tabini, 2011

Das führe nun dazu, dass Entwickler, die sich mit eben einer solchen Userbasis konfrontiert sehen, ihre eigene Plug-in-Architektur entwickeln müssten – und die meisten würden dabei einen ziemlich guten Job machen. Marcos Meinung nach gebe es jedoch keine realistische Möglichkeit, wie diese Projekte positiv zur (Weiter)Entwicklung von PHP beitragen könnten.

Da kann man nun geteilter Meinung sein. Möglicherweise sollte der Core aufgeräumt und entschlackt werden, auf stabilen Beinen stehen und sowohl den auf PHP aufbauenden Projekten als auch den normalen Anwendern eine einfache(re) Möglichkeit bieten, Extensions zu installieren. Möglicherweise braucht es dazu jedoch eine starke Hand, die bereit ist, PHP in eine vorgegebene Richtung zu lenken. Doch dann wären wir wieder bei dem Einwand von Johannes: Läge der Fokus darauf, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu kommen – wo würden dann die Innovationen stattfinden?

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