Der letzte Schrei

Der Internet Explorer 9 aus Entwicklersicht
Kommentare

Neue (DOM-)Funktionen, HTML5, CCS Layer 3 und eine optimierte JavaScript Engine namens Chakra stellen nur einen kleinen Auszug der Neuerungen des Internet Explorers 9 (IE9) dar. Dieser Artikel stellt die aus Entwicklersicht wichtigen neuen Funktionen vor.

Schon der Internet Explorer 8, der im Jahr 2008 erschien, bot viele Neuerungen für Entwickler. Dieser Trend setzt sich mit dem Nachfolger – dem Internet Explorer 9 – weiter fort. Weiterhin setzt Microsoft auf die durchgängige Umsetzung von Webstandards, sodass ein und dasselbe Markup browserübergreifend identisch dargestellt wird. So wurde im IE9 der HTML5-Videostandard umgesetzt, dieser ermöglicht die direkte Wiedergabe von Video- und Audiodateien innerhalb einer HTML-Datei. Ebenfalls wird das canvas-Element neu eingeführt, das freie Zeichnungen im Browser unterstützt. Grafische Operationen und die Wiedergabe medialer Inhalte bedeuten allerdings immer einen erheblichen Rechenaufwand.

Damit die Bewegungen flüssig bleiben, nutzt der Internet Explorer 9 die gesamte Hardware des Computers. Für grafische Operationen wird nicht allein die CPU verwendet, sondern zusätzlich die GPU (Graphical Prozecessor Unit), um eine bessere Auslastung und Darstellung zu gewährleisten. So wurde die gesamte Darstellung von Text und Grafik auf die Grafikkarte (GPU) ausgelagert. Dort werden die Schnittstellen Direct2D und DirectWriter verwendet. Die so umgesetzte Hardwarebeschleunigung für Text und Grafik bedeutet, dass die Webseite die gleiche Leistung bietet wie eine lokal installierte Anwendung. Der IE9 beinhaltet eine überarbeitete und optimierte JavaScript Engine mit dem Namen Chakra. Diese erlaubt die Ausführung von kompiliertem, anstelle von interpretiertem JavaScript-Code. Dieses trägt ebenfalls zu einer verbesserten Ausführungsgeschwindigkeit bei.

H.264 – Videoformat

Wie bereits kurz erläutert wurde, ermöglicht der IE9 über die HTML-Elemente video und audio aus der HTML5-Spezifikation eine direkte Einbettung von Mediainhalten. Der HTML5-Standard definiert allerdings kein bestimmtes (Media-)Format, daher besteht in diesem Bereich eine freie Auswahl. Microsoft hat sich für das Industriestandardformat H.264 der Firma MPEG LA entschieden. Dieses Format hat sich schon in der Vergangenheit etabliert und besitzt dank seiner Hardwareunterstützung eine sehr gute Performance bei der Wiedergabe.

Andere Formate wie etwa das lizenzfreie Ogg Theora werden vom IE9 nicht unterstützt. Die Entscheidung für das Format wurde vom Firefox-Hersteller Mozilla eher negativ bewertet. Da es sich bei dem H.264-Format um kein lizenzfreies Format handelt, muss auch Mozilla zunächst die hohen Lizenzkosten aufbringen, um das Format selbst im Firefox verwenden zu können. Auch wenn das Unternehmen MPEG LA angekündigt hat, seinen Video Codec H.264 bis Ende 2015 lizenzfrei anzubieten, bedeutet das für Mozilla eher eine verlängerte Frist für den Erwerb der Lizenz in Höhe von ca. 5 Millionen US-Dollar. Die direkte Unterstützung von Mediainhalten bedeutet allerdings für den Entwickler erheblich weniger Arbeit.

Heutzutage werden in der Regel Videoinhalte über Flash-Videos ausgeliefert. Damit das Video auf der Webseite dargestellt werden kann, muss ein Flash Player eingebunden werden. Dieser benötigt zwingend das Adobe-Flash-Plug-in, und unter Umständen wird auch noch eine bestimmte Version vorausgesetzt. Für die Einbettung der Player existieren zwar entsprechende Skripte, einfacher wird es jedoch mit der direkten HTML5-Unterstützung.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -