Der PHProphet 2013 - Teil 4

Der PHProphet 2013: Die Cloud – Ist sie verpufft oder haben wir sie unbemerkt in den Alltag übernommen?
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2012 war ein bewegendes Jahr für PHP- und Webentwickler – vieles ist in Fluss geraten und Anzahl wie auch Qualität von Webtechnologien nehmen stetig zu. Doch was kommt 2013 auf uns zu? Wir haben verschiedenen PHP-Expterten Fragen zu relevanten Entwicklungen und Trends gestellt und um ihre Einschätzung gebeten, wie sich diese Trends 2013 fortsetzen werden.

Heute fragen wir:


Die Cloud: Ist sie verpufft, oder haben wir sie unbemerkt und unumkehrbar in den Alltag übernommen?

Abwarten und Tee trinken. Ich persönlich nutze die Cloud nicht, da ist noch zu viel ungeklärt. Von Sicherheits- und Datenschutzbedenken mal ganz abgesehen.

Was den Alltag betrifft: Amazon speichert die gekauften MP3 seit ein paar Wochen auch in der eigenen Cloud und bietet einen Cloudplayer dazu an. Von mir aus können sie gerne ihren Speicherplatz füllen (werden sie natürlich nicht, da werden sicher nur Verweise und keine Dateien gespeichert), vielleicht kann ich das zusätzliche Backup ja mal brauchen.
Aber der Cloudplayer ist überflüssig wie ein Pickel. Ich habe bereits MP3-Player auf dem Rechner und in Hardware, wieso sollte ich die gegen Amazons Player austauschen?

Mal ganz davon abgesehen, dass zumindest bei mir der Anteil der bei Amazon gekauften Musik nur einen Bruchteil des Gesamtbestands ausmacht und ich den Rest teuer bei Amazon speichern müsste, um auf alles zugreifen zu können. Außerdem: Es reicht doch, wenn Amazon weiß, was ich da gekauft habe. Wie oft ich mir welches Lied anhöre, müssen die ja nun wirklich nicht wissen.

Das gleiche gilt entsprechend natürlich auch für Apple.

Unumkehrbar ist (noch) nichts, und ich warte auf den Moment, an dem die Leute merken, dass es ziemlich ungeschickt ist, alle Daten auf irgend welchen Servern zu speichern, statt sie lokal vorliegen zu haben. Wenn die Cloud mal nicht erreichbar ist und der MP3-Player keinen Mucks von sich gibt, ist das vielleicht ärgerlich. Aber was ist, wenn die Cloud nicht erreichbar ist, dort aber die wichtigen Unternehmensdaten liegen?

Carsten Eilers, ceilers-it

Ich glaube, die Cloud wird uns auch in den nächsten Jahren weiterhin begleiten. Die Konzepte sind gut und sinnvoll. Bestandteile wie Plattform-as-a-Service werden groß bleiben, aber auch immer unsichtbarer werden. Software-as-a-Service war vor dem Cloud-Hype bereits ein Thema und wird es auch weiterhin sein. Es werden aber sicherlich auch 2013 neue Ideen rund um die und in der Cloud enstehen. Nils Langner, Gruner + Jahr

Die Cloud, beziehungsweise die damit verbundenen Techniken, haben Projekte sehr viel agiler gemacht. Ich kann mir heute innerhalb einer Viertelstunde eine Handvoll Server starten, um einen Lasttest durchzuführen. Früher hat man Wochen gewartet, bis sie einsatzbereit im Rechenzentrum standen. Obwohl ich viel mit Hosting experimentiere, „besitze“ ich keinen einzigen Server mehr – außer meinem Macbook.

Robert Lemke, Co-Founder TYPO3 Association

Wenn es darum geht, die Infrastruktur von Applikationen flexibel zu halten und Lastspitzen durch das Hinzufügen zusätzlicher Kapazitäten abzufangen, ist eine Cloud das Mittel der Wahl. Wobei hier auch zu unterscheiden ist, ob es sich bei der „Cloud“ nur um Storage oder um komplette Serversysteme handelt. Außerdem gibt es nicht die eine „Cloud“, sondern es existieren verschiedene Anbieter von Public-Cloud-Lösungen, außerdem kann jeder Entwickler seine eigene private Cloud aufsetzen. Zusammengefasst: Cloud ist nach wie vor ein relevantes Thema. Ob es nach wie vor so in der Öffentlichkeit stehen wird, ist fraglich.

Sebastian Springer, Mayflower

Ich denke, die Cloud ist absoluter Alltag, wobei ich glaube, dass die Lösungen, welche einem vermeintlich alles abnehmen und ein Rundumsorglos-Paket bieten, in vielen Projekten nicht flexibel genug sind. Wenn man das merkt, ist es häufig zu spät. Aber bei uns steht noch für dieses Jahr selbst bei den Live-Servern die Ablösung des letzten dezidierten „Blechs“ durch einen Server in der „Wolke“ an, nachdem wir festgestellt haben, dass eine sehr komplexe Rechenoperation auf einem zwei Jahre alten Server doppelt so lange dauerte, als auf einem aktuellen VServer, der zudem nur einen Bruchteil kostet.

Till Kubelke, Kuborgh GmbH

Wer klaut? 😉 Die sogenannte „Cloud“ gibt es nicht. Es gibt ein paar nette
Konzepte und viel Marketing-Bullshit, was gut gemixt in den Begriff „Cloud“
gegossen wird. Ganz ähnlich wie beim „Web 2.0“. Die guten Konzepte werden sich,
wie bei solchen Wellen üblich, für ihre Einsatzzwecke durchsetzen und haben es
auch schon teilweise getan. Wer stark schwankende Zugriffszahlen hat, der
hostet eben bei einem Cloud-Provider. Wem seine Daten nicht wichtig genug sind,
der wirft sie eben in die Cloud, und SaaS gibt es auch nicht erst seit den letzten
Jahren.

Tobias Schlitt, Qafoo GmbH

Was denkt Ihr? Die Cloud: Ist sie verpufft oder haben wir sie unumkehrbar in den Alltag übernommen?

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