Der PHProphet 2013 - Teil 2

Der PHProphet 2013: Ist der Trend in Richtung Framework-Einsatz etwas Gutes?
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Der PHProphet 2013: Ist der Trend in Richtung Framework-Einsatz etwas Gutes?

2012 war ein bewegendes Jahr für PHP- und Webentwickler – vieles ist in Fluss geraten und Anzahl wie auch Qualität von Webtechnologien nehmen stetig zu. Doch was kommt 2013 auf uns zu? Wir haben verschiedenen PHP-Expterten Fragen zu relevanten Entwicklungen und Trends gestellt und um ihre Einschätzung gebeten, wie sich diese Trends 2013 fortsetzen werden.

Heute geht es um die Frage:


Bei der Vielzahl an PHP-Frameworks haben sich allmählich eine handvoll
Spitzenreiter etabliert. Sorgt das für mehr Professionalität im PHP-Umfeld? Ist der Trend in Richtung Framework-Einsatz etwas Gutes?

Die Antwort auf beide Fragen: eindeutig ja! Mich interessiert ja grundsätzlich nur die Sicherheit, und da sind professionelle Frameworks eigentlich immer ein Vorteil gegenüber Eigenentwicklungen.

Frameworks haben nur einen Nachteil: Sie müssen aktuell gehalten werden. Wenn Schwachstellen gefunden werden und es dafür entweder keine Patches gibt oder diese nicht von den Framework-Nutzern installiert werden, gibt es sofort etliche Webanwendungen mit entsprechenden Schwachstellen.

Carsten Eilers, ceilers-it

Ich glaube, es ist eher andersherum. Die Professionalität im PHP-Umfeld hat dafür gesorgt, dass wir viele gute Frameworks an die Hand bekommen haben. Es wurde erkannt, dass allgemeine Konzepte, wie Dependency Injection, auch in der PHP-Welt ihre Gültigkeit besitzen. Tugenden wie Wiederverwendbarkeit wurden auf einmal wichtig, und das Hirngespinnst, dass nur der eigene Code gut ist, wurde abgelegt. Sobald ein Entwickler diesen Sinneswandel durchgeführt hat, ist er in der Lage, Frameworks zu schaffen, die hervorragend sind. Und, was noch wichtiger ist, er ist in der Lage, hervorragende Frameworks zu nutzen, die er nicht selber geschrieben hat. Nils Langner, Gruner + Jahr

Ich habe ja selbst ein Framework ins Leben gerufen und bin deshalb davon überzeugt, dass der Framework-Trend ein guter ist. Aber selbst Kritiker werden mir zustimmen, dass sich die PHP Community weiter professionalisiert hat. Viele Techniken aus anderen Programmiersprachen haben den Weg zu PHP gefunden. Natürlich sind PHP-Entwickler im Moment sehr gefordert – es war sicherlich noch nie so zeitaufwändig (aber auch spannend) wie heute, am Ball zu bleiben. Der größte Gewinn ist aber, dass die großen PHP-Projekte miteinander zusammenarbeiten und so wiederverwendbare Bibliotheken schaffen. Etwas, was wir vielleicht auch ein bisschen von der JavaScript Community lernen mussten.

Robert Lemke, Co-Founder TYPO3 Association

Der Einsatz von Frameworks wie Symfony 2 oder Zend Framework 2 ist durchaus sinnvoll, wenn es darum geht, größere Applikationen auf Basis von PHP zu entwickeln. Diese Frameworks lösen einige Standardprobleme, mit denen man als Entwickler tagtäglich konfrontiert wird. Ich würde eher in Frage stellen, ob es überhaupt Sinn macht, bei der Entwicklung keine Frameworks einzusetzen und so das Rad ständig neu zu erfinden.

Sebastian Springer, Mayflower

Das ist auf jeden Fall etwas Gutes! Die zunehmende Professionalisierung trennt die Spreu vom Weizen. Als professioneller PHP-Entwickler hat man nicht selten damit zu kämpfen, dass für Kunden jeder, der das heutige Datum dynamisch ausgeben kann, ein PHP-Entwickler ist. Ich denke, der Unterschied zwischen einem Profi und dem „Neffen“ wird beim Einsatz eines professionellen Frameworks schnell klar. Till Kubelke, Kuborgh GmbH

Der Einsatz eines Frameworks hat mit Professionalität erstmal nicht viel zu
tun, eher mit Entwicklungsgeschwindigkeit. Das hat man ja in den letzten Jahren
in der PHP-Szene eindrucksvoll beobachten können. Ich begrüße allerdings, dass
der aktuelle Spitzenreiter Symfony 2 vieles richtiger macht als die meisten
anderen Frameworks vorher. Das Vorleben von Best Practices trägt auf jeden Fall
zur weiteren Professionalisierung bei.

Tobias Schlitt, Qafoo GmbH

Was denkt Ihr? Ist der Trend in Richtung Framework-Einsatz etwas Gutes?

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