ALM today 2014

Des Entwicklers roter Faden
Kommentare

Ein Trend zieht sich wie ein roter Faden durch die diesjährige BASTA!: Microsoft versucht aktuell, den Softwareentwicklungsprozess in all seinen Ausprägungen und auf all seinen Stufen zu begleiten, die Entwickler schon bei der ersten Idee an die Hand zu nehmen und ihnen auch weit über die Veröffentlichung ihres Produktes hinaus zur Seite zu stehen.

Dieser rote Faden findet sich vor allem in der Teilkonferenz ALM today wieder, die die BASTA! 2014 diesen Herbst zum ersten Mal ergänzt. Und das ist ja auch kein Wunder, schließlich hat das Konzept ALM – Application Lifecycle Management – genau diesen von Microsoft vermeintlich neu entdeckten Grundgedanken im Sinne: eine Anwendung soll über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg begleitet werden. So kamen im Rahmen der ALM today Themen wie Requirements Management, UI-Gestaltung, agile Methoden und Release-Verwaltung zur Sprache.

ALM mit TFS und Git

Eine wichtige Stufe in der Entstehung einer Software ist die Zusammenarbeit der Entwickler an verschiedenen Versionen eines Produktes und die Koordination eben dieser Zusammenarbeit. Zu diesem Zwecke bietet Microsofts Team Foundation Server schon seit einiger Zeit eine Versionskontrolle an. Im Juli vergangenen Jahres wurde der TFS außerdem um den Git-Support und somit um eine zusätzliche Option zur Versionskontrolle erweitert.

In seiner Session „TFS loves Git“ erklärte Karsten Kempe (conplement AG), worin die Motivation hinter dieser Entscheidung Microsofts bestand und wieso TFS überhaupt eine weitere Versionskontrolle brauchte: Bei der eigenen Versionskontrolle des TFS handelt es sich um eine zentrale Variante mit einem festen Repository, einer zentralen Kopie auf dem Server und dementsprechend nur wenigen Merge-Konflikten. Git wiederum bietet eine verteilte Versionskontrolle an. In diesem Falle wird eine lokale Kopie des Repositories auf dem Server des Entwicklers gespeichert, dieser kann damit von echten Offline-Funktionalitäten profitieren.

Nach dem Zusammenschluss zwischen TFS und Git haben wir nun eine ALM-Plattform mit gleich zwei Versionsverwaltungen, einmal zentral, einmal verteilt. Kempe zufolge ist diese Doppelung jedoch alles andere überflüssig, denn jede Art der Versionsverwaltung hat ihre Befürwörter und ihre idealen Einsatzszenarien. Und diese werden nun eben alle durch den Team Foundation Server abgedeckt. Darüber hinaus schafft die Beziehung zum TFS eine Git-Enterprise-Version, die in dieser Ausprägung vorher nicht existierte und durch hohe Verfügbarkeit, integrierte Authentifizierung, Skalierung und ein Berechtigungskonzept überzeugt. Kempes Fazit: Git und TFS sind ein Paar der Zukunft.

Testmanagement mit Visual Studio 2013

Vor lauter Entwickeln, Entwerfen und Versionsverwalten darf aber natürlich auch das Testen nicht vergessen werden. Schließlich ist Testing ein integraler Bestandteil der Softwareentwicklung, der im Application Lifecycle nicht zu kurz kommen sollte und deshalb selbstverständlich auch im Rahmen der ALM today Erwähnung fand.

Nico Orschel und Marc Müller zeigen die Testing-Funktionen von Visual Studio 2013 / © Software & Support Media

Nico Orschel (AIT GmbH & Co. KG) und Marc Müller (4tecture) stellten in ihrer Session „Testmanagement mit Visual Studio 2013“ die verschiedenen Testarten vor, die in jeder modernen Entwicklerfirma zum Einsatz kommen sollten. Da wären funktionale Tests, explorative Tests, Unit Tests, Component Tests, Performance und Load Tests. Um ein optimales Ergebnis zu garantieren, sollten diese Testarten in gemischter Form zum Einsatz kommen, zur Identifikation des richtigen Mischverhältnisses sollte man sich vor dem inneren Auge eine Art Testpyramide vorstellen: Das Fundament bilden die Unit und Component Tests, die 70 Prozent des Aufwands ausmachen sollten, da sie schnell geschrieben sind und permanent automatisiert laufen können. In der Mitte stehen die Service Tests mit 20 Prozent Gesamtanteil und an der Spitze finden wir UI-Tests, die von den Anwendern manuell durchgeführt werden, mit einem zehnprozentigen Anteil. Die Realität stellt diese Pyramide jedoch häufig auf den Kopf und es wird deutlich mehr manuell getestet als mittels Unit Tests – was schade ist, denn dadurch bremsen sich Unternehmen im Grunde genommen selbst aus.

Test-Instrument der Wahl ist im Visual-Studio-Umfeld der Microsoft Testmanager (MTM) – ehemals Bestandteil der Microsoft-Entwicklungsumgebung, mittlerweile ein eigenständiges Tool, das sich an den typischen Aufgaben eines Testers orientiert und die Planung, Durchführung, Verfolgung, Testautomatisierung für Oberflächen und auch das Umgebungsmanagement übernimmt.

Dieses vielschichtige und funktionsmächtige Werkzeug, das neuerdings übrigens durch einen online verfügbaren Test Hub ergänzt wird, stellten Orschel und Müller im weiteren Verlauf ihrer ALM today Session vor. Damit bewiesen sie erneut, dass Microsoft mittlerweile tatsächlich an jeder Stelle des Produkt-Lebenszyklus seine Finger im Spiel hat. Egal auf welcher Plattform, egal auf welcher Produktionsstufe – Microsoft stellt den passenden Support bereit und unterstützt genau die Technologien, die die Entwickler brauchen.

Aufmacherbild: Red yarn for knitting von Shutterstock / Urheberrecht: ultimathule

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -