Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 2

14 Geheimtipps: Diese Technologien sollten Sie sich 2018 anschauen
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Aus dem Entwicklernähkästchen plaudern IT-Profis aller Couleur über Tops und Flops des Technologiejahrs 2017. Im zweiten Teil der Serie geht es um die neuentdeckten Tools, Technologien und Sprachen, die die Experten weiterempfehlen können.

Dein Geheimtipp: Welche Technologie hast du 2017 für dich entdeckt, die du auch anderen wärmstens ans Herz legen würdest?

loewenstein_bernhard_sw1-170x190Ins Herz geschlossen habe ich heuer das Spring-Framework und Spring Boot. Dass ich als Java Enterprise-Entwickler der ersten Stunde diese Zeilen einmal öffentlich schreiben werde, hätte ich vor einem halben Jahr auch nicht gedacht. Im Alter wird man scheinbar doch weise ;-).

Besonders freut mich, dass ich in den zugehörigen Javadocs immer wieder meinen mehrmaligen JAX-Konferenz-Vortragsbuddy Eberhard Wolff als Autor wiederfand. Wer glaubt, dass JPA ein Meilenstein war, sollte sich jedenfalls einmal die Repositories in Spring Data ansehen. Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

Die Sprache Kotlin ist für mich die größte Überraschung. Eine tolle Alternative zu Scala und Groovy, die viele Stärken beider Sprachen in einer kombiniert.
Robert Winkler – Softwarearchitekt und Lead Developer bei der Deutschen Telekom AG – Group Innovation in Darmstadt

Linux und Windows verschmelzen in meiner täglichen Arbeit immer mehr. Die native Bash Shell hat den Command Prompt auf meinem Windows 10 Developer PC praktisch vollständig abgelöst. Linux-Sever mit Docker verwende ich jeden Tag genauso wie Windows. Meine Node.js und .NET-Core-Serveranwendungen betreibe ich auf der Plattform, die für den jeweiligen Anwendungsfall gerade passt. 2017 hat in meiner Arbeit Linux am Server zu Windows aufgeschlossen. Ich verbringe ungefähr gleich viel Zeit auf beiden Plattformen.

Der zweite Bereich, der 2017 bei mir so richtig groß geworden ist, ist Webtechnologie (vor allem TypeScript und Angular) für UI. In den vergangenen Jahren nahm WPF/UWP im Vergleich zu Web Clients immer mehr ab. 2017 habe ich mich in Sachen UI fast nur noch auf Webtechnologie konzentriert und ich denke, dass diese Entwicklung auf absehbare Zeit so bleiben wird. Rainer Stropek – software architects / www.IT-Visions.de

Nichts. Was aber eigentlich ganz gut ist, denn wäre mir was aufgefallen, wäre es sehr wahrscheinlich mit einer Schwachstelle oder einem Angriff verbunden. Von daher ist das so schon in Ordnung. Carsten Eilers – freier Berater und Coach für IT-Sicherheit und technischen Datenschutz.

Nicht wirklich neu entdeckt, aber noch mehr schätzen gelernt habe ich vor allem zwei Tools. Einmal PhpStorm und zudem GitLab. Ich finde es sehr spannend, wie diese beiden Tools trotz ihrer weiten Verbreitung es immer wieder schaffen, sinnvolle neue Features zu integrieren und damit am Puls der Zeit zu bleiben. Ich kann nur jedem PHP-Entwickler den Einsatz dieser beiden Tools ans Herz legen. Ich finde es immer erschreckend, wenn ich bei Kunden weniger optimale Alternativen im Einsatz finde. Ralf Eggert – Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) und Autor mehrerer Bücher über das Zend Framework.

Ich habe 2017 mal wieder gelernt, dass es eigentlich unwichtig ist, konkrete Sprachen und Technologien zu lernen. Dafür ist die JavaScript-Welt viel zu schnelllebig. Statt dessen lautet meine Empfehlung: Versteht die Konzepte, die hinter den Dingen stehen, die ihr nutzt. Das macht es wesentlich leichter, in neue Umgebungen einzutauchen und beschleunigt die Einarbeitung erheblich. Sebastian Springer – JavaScript-Entwickler bei MaibornWolff in München

DC/OS (Datacenter Operating System). Daniel Stender – freiberuflicher Systemadministrator, Debian-Developer und Python-Programmierer

2017 war für mich eher ein Konsolidierungsjahr was Frontendentwicklung angeht. Auch wenn es Anfang 2017 noch etwas holprig war (bspw. eigene Build-Prozesse bevor das Angular CLI released wurde), hat sich Angular und das Tooling drum herum sehr stark weiterentwickelt. Sei es TypeScript, meine bevorzugte IDE WebStorm, mein Git-Tool Tower oder natürlich das Angular CLI selbst – all diese Tools, und sicher noch viele mehr, haben dieses Jahr einen enormen Sprung gemacht, um eine coole Developer Story auf die Beine zu stellen. Die Entwicklungsgeschwindigkeit ist enorm hoch, und es macht richtig Spaß, mit den Tools, Sprachen und Frameworks zu arbeiten. Manuel Rauber – Consultant bei der Thinktecture AG.

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Amüsanterweise muss ich hier Maven nennen. Im Rahmen der verschiedenen Migrationen nach Java 9 habe ich mich viel intensiver als zuvor damit auseinandergesetzt und eine Menge Details gelernt. Statt aber anderen wärmstens Maven ans Herz zu legen, lege ich Entwicklern lieber ans Herz, sich mit ihrem Build-Tool intensiv zu beschäftigen – ich hab das viel zu lange vor mir hergeschoben.

Nicolai Parlog – freier Softwareentwickler

 

thomas_kruseIch halte viel davon, Docker bzw. Container konsequenter einzusetzen. Diese bringen bereits während Entwicklung und Test viele Vorteile. Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

Entdeckt habe ich sie zwar schon deutlich vorher, aber so richtig Fahrt aufgenommen haben Serverless Functions – also z.B. AWS Lambda, Azure Functions oder Google Cloud Functions – erst 2017. Gerade für die asynchrone Verarbeitung mit starken Lastspitzen eignen sie sich wunderbar, und durch eine niedrige Einstiegshürde laden sie regelrecht zum Ausprobieren ein.

Vor allem Neueinsteigern im Cloud-Umfeld würde ich einen Blick hierauf empfehlen, um erste Schritte mit möglichst wenig Overhead gehen zu können. Michael Bruns – Softwareentwickler und -architekt bei inovex.

Ich beschäftige mich in den letzten Jahren hauptsächlich mit komplexen Persistenzlösungen auf Basis von JPA und Hibernate sowie deren Performanzoptimierung. Im vergangenen Jahr wurden in diesen Projekten immer häufiger Microservice-basierte Architekturen eingesetzt. Jedem Java-EE-Entwickler möchte ich für solche Projekte das Eclipse-MicroProfile-Projekt empfehlen. Es ermöglicht die Verwendung bekannter und erprobter Java-EE-Technologien innerhalb eines für Microservices optimierten Technologiestacks.
Thorben Janssen – freiberuflicher Trainer und Autor des Buchs „Hibernate Tips“

Eine alte Sprache und ein nicht mehr ganz neues Werkzeug: SQL und jOOQ. Ich habe mich 2017 mehr denn je mit SQL beschäftigt, einem Thema, das ich zu Ausbildungszeiten eigentlich abgeschrieben hatte, was mich aber dennoch die letzten 15 Jahre eng begleitet hat. Mein Vortrag über die Wahl des richtigen Werkzeugs für eine Aufgabe fing dabei eigentlich sehr techniklastig an, entwickelte sich aber zu einem Playdoyer gegen Silver-Bullets.

Wenn ich sehe, wie stiefmütterlich teure, relationale Datenbanken behandelt oder aus Frust gegen Documentstores ausgetauscht werden, kann ich nur dazu raten, mal zu schauen, was heute alles damit möglich ist, wenn diese „langweiligen“ Dinger ähnlich enthusiastisch wie neuere Technologien angenommen werden. Michael Simons – Senior Consultant bei innoQ Deutschland.

Als jemand, der die Arbeit am Frontend nicht wirklich liebt, bin ich 2017 in ein Projekt mit umfangreichen Frontend-Anteilen reingerutscht und kam somit erstmals mit React in Berührung. Und siehe da, ich bin ganz angetan davon, wie (relativ) einfach und nett UI-Komponenten zusammengebaut werden können. Zusammen mit Ava ließ sich das ganze dann sogar noch ganz gut vertesten. Große Liebe verspüre ich für die Frontend-Entwicklung jedoch weiterhin nicht 🙂 Andreas Monschau – IT Consultant bei Haeger Consulting.

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