… und welche Tools bei der Vermeidung der Fehler helfen können

Die 5 häufigsten Fehler beim Prototyping …
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Eigentlich sollte sich jeder Entwickler über die Wichtigkeit und Relevanz eines gut durchdachten Prototypes als Bestandteil des gesamten Produktentwicklungszyklus im Klaren sein. Trotzdem passieren immer wieder typische Fehler beim Erstellen eines Prototyps, die sich am Ende auch auf das fertige Produkt auswirken können.

Dabei soll ein Projekt-Prototyp vor allem dafür sorgen, bei der Entwicklung Zeit und Geld zu sparen, indem er dem Entwicklerteam eine Art „Spielwiese“ bietet, auf der sich Fehler leicht ausbügeln lassen, bevor das Design immer mehr dem tatsächlichen, fertigen Produkt angenähert wird. Zwar sind Fehler oft die besten Lehrer, doch in der Software-Entwicklung herrscht oft ein Trial-and-Error-Verfahren, bei dem selten direkt beim ersten Mal alles glatt läuft. Prototypen sollen darum das Risiko, fehlerhafte Produkte auszuliefern, möglichst reduzieren. Trotzdem passieren beim Prototyping vielen Entwicklern immer wieder typische Fehler, die sich eigentlich leicht vermeiden lassen. Die Top 5 der Prototyping-Fehler hat das Team von Infragistics zusammengefasst.

5 typische Fehler beim Prototyping

Obwohl Prototypen nur ein eingeschränktes Maß an Features und Funktionalitäten bieten, sind sie aus dem Entwicklungszyklus kaum wegzudenken. Das ist wenig verwunderlich, immerhin bietet ihre Nutzung viele Vorteile, nicht zuletzt, was die Zeit- und Geldersparnis bei der Produktentwicklung angeht. Gleichzeitig bedeutet das Nutzen von Prototypen auch, dass sich intensiv mit dem Produkt auseinandergesetzt wird und sie die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Entwicklern verbessern können – und das wirkt sich natürlich auf die Zufriedenheit der späteren User aus, die so oft von einer besseren User Experience profitieren.

Doch obwohl Prototypen auch dafür gedacht sind, dass Entwickler durchaus mal den einen oder anderen Fehler machen können, gibt es einige typische Fehler, die beim Prototyping gerne mal passieren – und die besser vermieden werden. Dazu gehören zum Beispiel die folgenden fünf Patzer:
1.

Perfektionismus


Wären Prototypen dafür gedacht, perfekt zu sein, bräuchten wir sie nicht. Genau hier liegt aber das Problem, denn viele Entwickler verschwenden so viel Zeit und Energie auf das Perfektionieren ihres Prototyps, dass sie darüber vergessen, dass er eigentlich nur ein Teil des gesamten Design-Prozesses ist – und erst recht nicht das fertige Produkt. Entwickler sind aber oft genug Perfektionisten, die eben manchmal lernen müssen, dass man auch mal Fehler machen darf:

Letting go and being prepared to make a lot of mistakes (and admit when you’re wrong) is vital.

2.

Nicht mehr als nötig entwickeln


Viele Entwickler tendieren dazu, während der Entwicklungsphase ihres Projekts ihre Freizeit unterzubewerten. Stattdessen wird versucht, das Produkt auf Anhieb und so schnell wie möglich fertigzustellen, was allerdings schnell nach hinten losgehen kann. Dann nämlich, wenn Fehler erst spät bemerkt werden und ihr Beheben nicht nur zeit- sondern auch kostenaufwändig ist. Ein durchdachter Prototyp soll genau das verhindern, wobei allerdings gilt: nur so viel und nur das entwickeln, was tatsächlich benötigt wird.
3.

User Experience


Man kann es nicht oft genug sagen: die User Experience spielt bei der Nutzung eines Produkts eine wichtige Rolle. Schon beim Erstellen eines Prototyps lässt sich viel für die User Experience ausprobieren, gerade, was das User Interface und die Navigation angeht. Allerdings sollte man dabei den User nicht unnötig verwirren, denn meist sind Websites, die sich durch für User ungewohnte Navigationsmenüs und ausgefallene Strukturen vom Rest der besuchten Websites abheben nicht von Erfolg gekrönt – eben weil der User etwas anderes erwartet.
4.

Vor dem Prototyping die Anforderungen verstehen


Kommunikation ist wichtig – gerade, was die Abstimmung der User-Anforderungen an ein Produkt angeht. So sollten sich Entwickler vor dem Prototyping-Beginn genau über die Anforderungen seitens der Auftraggeber und der End-User klar werden, um zu vermeiden, dass viel Zeit und Arbeit in einen Prototypen gesteckt wird, der am Ende unbrauchbar ist, weil er sich zu sehr von den Anforderungen unterscheidet.
5.

Unstimmigkeiten mit früheren Prototypen


Meist wird während eines Entwicklungsprozesses eine ganze Reihe von Prototypen angefertigt, die idealerweise alle für einen späteren Abgleich verwahrt werden. Gerade beim Design ist es wichtig, das fertige Ergebnis mit früheren Prototyp-Versionen abzugleichen, um auch subtilen Fehlern auf die Schliche zu kommen. Ebenso können anhand älterer Versionen Features implementiert werden, die seitdem umfangreiche Änderungen erfahren haben oder zunächst gelöscht wurden.

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Prototypen bieten also allerhand Vorteile für einen erfolgreichen Entwicklungsprozess und können Entwicklern dabei helfen, sich eine Strategie für die Implementierung des UIs, des Verhaltens und der gewünschten Funktionalitäten der neuen Software zurechtzulegen. Ganz ohne entsprechende Tools kommt dabei jedoch wohl kein Entwickler aus. Drei der nützlichsten Prototyping-Tools stellen wir euch nachfolgend vor.

3 besonders nützliche Prototyping-Tools

Web- und App-Entwicklung wird immer komplexer, mit immer mehr Individualisierungs- und immer ausgefalleneren Gestaltungsmöglichkeiten. Da ist es wenig verwunderlich, wenn immer mehr Wert auf das Testing von Prototypen gelegt wird – und das geht am besten mit dem richtigen Tool. Doch viele Entwickler wissen überhaupt nicht, welches Prototyping-Tool das richtige für ihre Bedürfnisse ist. Gabrielle Gosha hat darum drei besonders nützliche Tools vorgestellt.

Justinmind

Justinmind wirbt vor allem damit, den Prototyping-Prozess signifikant zu beschleunigen. Dafür bringt der interaktive Wireframe-Creator eine ganze Reihe spannender Features mit sich – zum Beispiel die Möglichkeit, für Google Glass zu prototypen. Zudem zeichnet es sich durch ein besonders professionell wirkendes Interface aus, das etwa den Interfaces bei den verschiedenen Adobe-Tools ähnelt.

Justinmind ist kostenlos verfügbar; nach einer 30tägigen Testphase wird der Account automatisch auf die Forever-Free-Version umgestellt. Allerdings gibt es auch eine Pro-Version, die über deutlich mehr Features verfügt und sich daher vermutlich eher für die Bedürfnisse vieler Entwickler eignet. Sie kostet 19 US-Dollar monatlich.

Marvel

Marvel ist eine webbasierte App, die zur einfachen Umwandlung von Sketchen, Images und Mockups in Mobile- und Web-Prototypen dienen soll. Nach der Registrierung kann direkt losgelegt oder zunächst das Videotutorial angeschaut werden. Marvel zeichnet sich dabei vor allem durch seine Einfachheit aus; der Editor sowie die Bedienung ist simpel und auch für die Arbeit mit Android oder iOS stehen passende Apps bereit.

Ähnlich wie bei Justinmind gibt es auch bei Marvel unterschiedliche Varianten (Free, Pro, Team und Company), die entweder kostenlos zur Verfügung stehen oder eine monatliche Gebühr zwischen 10 und 80 US-Dollar verlangen.

Invision

Auch Invision erfreut sich als Prototyping-Tool immer größerer Beliebtheit. Ähnlich wie Marvel ist Invision ein webbasiertes Tool, das dem User nach der Registrierung zunächst mit drei Demo-Projekten die Möglichkeit bietet, ein Gefühl für das Tool zu entwickeln. Der Editor bietet dabei eine ganze Reihe nützlicher Werkzeuge für die Bearbeitung sowie zahlreiche spannende Features, die das Erstellen von Prototypen vereinfachen sollen.

Viele der Features stehen bereits in der kostenlosen Version zur Verfügung, allerdings können User damit nur ein Projekt pro Account erstellen. Neben der Pro-Version, die für 25 US-Dollar pro Monat erhältlich ist, gibt es auch eine Starter-Version für 15 US-Dollar pro Monat sowie eine Team-Variante.

Egal für welches Tool man sich als Entwickler auch entscheidet, alle bieten Vor- und Nachteile und es gilt: das gewählte Tool muss zum eigenen Workflow und dem Projekt passen. Dann ist Prototyping jedoch kein großes Hindernis mehr, sondern eine sinnvolle und wichtige Ergänzung des Entwicklungsprozesses.

Aufmacherbild: Start up business concept in bright style. Eps10 vector for your design. von Shutterstock / Urheberrecht: Your Design

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