Alle Neuheiten auf einen Blick

AWS re:Invent 2016: KI Amazon Lex, AWS Snowmobile, Amazon Lightsail uvm.
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Auf der AWS re:Invent 2016 in Las Vegas vermeldete Amazon jede Menge Neuigkeiten. Darunter sind die Themen künstliche Intelligenz mit Amazon Lex, Amazon Polly und Amazon Rekognition, Cloud-Infrastruktur und Datenverarbeitung. Daneben gibt es Neues in punkto Datenbanken und Analysen.

Im Zuge der AWS-Konferenz re:Invent in Las Vegas präsentierte das Unternehmen aus Seattle am Mittwoch eine ganze Reihe an Neuerungen. Im Vordergrund stehen die Bereiche künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastruktur und Datenverarbeitung. Die wichtigsten Infos und Details fassen wir in Folge für euch zusammen.

Künstliche Intelligenz: Amazon Lex, Amazon Polly und Amazon Rekognition

Ganz im Geiste der Zeit hat AWS CEO Andy Jassy gleich drei neue KI-Dienste angekündigt, die Enterprise-Nutzern noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen sollen: Amazon Lex bietet Spracherkennungsdienste, Amazon Polly Text-zu-Sprache-Dienste und Amazon Rekognition ermöglicht eine Bilderkennung.

Amazon Lex

Die herausragendste Meldung ist wohl die Offenlegung der künstlichen Intelligenz, die hinter dem Sprachassistenten Amazon Alexa steckt. Die Deep-Learning-Technologien ASR (Automatic Speech Recognition) und NLU (Natural Language Understanding) stehen Entwicklern ab sofort zur Verwendung in eigenen Sprachapplikationen zur Verfügung. Mit Amazon Lex lassen sich beispielsweise Chatbots erstellen, zudem ist eine Anbindung an Amazons andere Cloud-Dienste möglich. Da es sich bei Lex um eine „fully-managed“ Lösung handelt, können Entwickler direkt loslegen – Jeff Barr zeigt im AWS-Blog, wie das geht.

Derzeit ist Amazon Lex als Preview in Nord-Virginia verfügbar. Im ersten Jahr soll der Dienst bis zu einer Menge von 10.000 Text- und 5.000 Sprachanfragen pro Monat kostenlos sein, danach zahlt man vier Dollar pro 1.000 Sprachanfragen und 0,75 Dollar pro 1.000 Textanfragen.

Amazon Polly

Dazu passend wurde Amazon Polly vorgestellt, ein Text-zu-Sprache-Wandler, der ebenfalls bei der Entwicklung von Chatbots eingesetzt werden kann. Der Dienst kann 24 verschiedene Sprachen verstehen und eingegebene Texte in 47 männlichen und weiblichen Stimmen wiedergeben. Polly ist dabei sehr genau und erkennt Unterschiede in Betonung oder Schreibweise (z. B. „live“ in „I live in Seattle“ und „Live from New York“).

Amazon Polly kann beispielsweise zu Lex-betriebenen virtuellen Assistenten hinzugefügt werden, um Antworten verbal zu kommunizieren – genauso wie Amazon Echo es tut. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind E-Learning-Software, öffentliche Durchsagen und Unterstützungstechnologien. Der Dienst ist derzeit in Nord-Virginia, Oregon, Ohio und Irland verfügbar und ist bis zu einer Verarbeitung von fünf Millionen Zeichen pro Monat kostenlos. Danach zahlt man 0,000004 Dollar pro Zeichen oder rund 0,004 Dollar pro generierter Audio-Minute.

Amazon Rekognition

Dritter im Bunde ist Amazon Rekognition, ein auf Deep Learning basierendes Tool zur Bilderkennung. Der Dienst ist in der Lage, die einzelnen Bestandteile eines Bilds auseinanderzunehmen und die daraus abgeleiteten Ergebnisse einzeln aufzulisten. So vergibt es beispielsweise beim Bild eines Golden Retrievers nicht nur ein Label, sondern die Labels „animal“, „dog“, „golden retriever“ und „pet“. Das Ganze lässt sich auf eine Gesichtsanalyse anwenden; Rekognition kann also erkennen, ob das Gesicht einem Mann oder einer Frau gehört, welche anderen äußerlichen Merkmale zu sehen sind und welche Gefühle gezeigt werden.

Amazon Rekognition ist derzeit in Nord-Virginia, Oregon und Irland verfügbar und ist Teil von AWS Free Tier, sodass eine Analyse von bis zu 5.000 Bildern und ein Speichern von bis zu 1.000 „Face Vectors“ pro Monat für ein Jahr kostenlos sind. Danach zahlt man einen gestuften Preis, abhängig von der Anzahl der verarbeiteten Bilder.

Cloud-Infrastruktur: AWS Snowmobile und AWS Greengrass

Amazon will zudem den Datenexport in AWS einfacher machen – und holt die Daten seiner Kunden per „Snowmobile“ ab. Der Speicher im Lastkraftwagen bietet Platz für bis zu 100 Petabytes an Daten und zielt auf Unternehmen ab, die ihre Daten in die Amazon-Cloud bringen wollen, dafür aber aus Zeit- und Kostengründen nicht auf eine Übertragung via Internet setzen. Die entsprechenden Daten werden dann vor Ort per Netzwerkverbindung mit 1 TB/s in den LKW-Speicher geladen. Die Kosten für einen solchen Transport verrät Amazon bislang nicht.

AWS Snowmobile, Quelle: Amazon

AWS Snowmobile, Quelle: Amazon

Im Zuge dessen wurde auch der Speicher des Daten-Containers Snowball Edge auf 100 Terabytes erhöht. Somit kann dieser jetzt Analysen in Echtzeit durchführen.

Des Weiteren wurde der Dienst AWS Greengrass vorgestellt, der das serverlose event-getriebene Computing-Modell von AWS Lambda aus AWS heraus und auf andere Devices bringt. Greengrass basiert neben AWS Lambda auch auf AWS IoT und ermöglicht Offline-Operations sowie eine lokale Datenverarbeitung ohne Cloud-Dienst. Auf diese Weise kann beispielsweise ein Smart-Home-System weiter laufen, auch wenn die Internetverbindung unterbrochen ist.

AWS Greengrass steht jedem AWS-Kunden zur Verfügung. Kostenlos lassen sich drei Geräte ein Jahr lang mit Greengrass nutzen, danach kostet jeder aktive Greengrass-Core monatlich 0,16 Dollar (bis zu 10.000 Devices).

Datenverarbeitung: Neue EC2-Instanzen und Amazon Lightsail

Auch für Amazons Elastic Compute Cloud (EC2) gibt es einige Neuerungen: So gab es zum einen ein großes Update für EC2-Instanzen; neue F1-Instanzen ermöglichen das Schreiben von Code auf FPGA-Hardware und beschleunigen so Datenanalysen. Die neuen R4-Instanzen richten sich an speicher-intensive Business Intelligence, In-Memory Caching und Datenbank-Applikationen. Außerdem wurden bestehende T2-Instanzen erweitert.

Noch in Arbeit befinden sich neue „elastic GPUs“, die hochperformante Grafikbeschleunigung auf bestehende Virtual-Machine-Instanzen bringen. Zudem wird es neue I3- und C5-Instanzen geben, die für I/O-intensive relationale und NoSQL-Datenbanken bzw. Machine-Learning- oder Finanzprozesse geeignet sind.

Des Weiteren wurde Amazon Lightsail präsentiert – dabei handelt es sich um einen neuen Weg, um Zugang zu kostengünstigen Virtual Private Servern (VPS) zu erhalten. Mit ein paar Klicks lässt sich aus dem Konfigurationsmenü das Gewünschte auswählen und eine vorkonfigurierte Virtual Machine starten. Zudem kann man das präferierte Betriebssystem (Amazon Linux AMI oder Ubuntu), Developer-Stack (LAMP, LEMP, MEAN oder Node.js) oder Applikation (Drupal, Joomla!, Redmine, GitLab etc.) wählen.

Die Preise beginnen bei fünf Dollar pro Monat, darin sind 512 MB Speicher, eine vCPU, 20 GB SSD und 1 TB Datentransfer inbegriffen. Wenn es etwas mehr sein darf, sind 8 GB Speicher, zwei vCPUs, 80 GB SSD und 5 TB Datentransfer für 80 Dollar im Monat zu haben. Derzeit haben allerdings nur Entwickler in Nord-Virginia Zugriff auf Lightsail.

Datenbanken und Analysen: Amazon Aurora und Amazon Athena

Auch die Datenbank Amazon Aurora hat ein Update spendiert bekommen: Ab sofort steht in einer Preview eine mit PostgreSQL kompatible Version von Aurora zum Testen zur Verfügung. Diese Kombination soll zweimal schneller als das Standard-PostgreSQL sein und zudem wesentlich günstiger. In Kürze ist die Veröffentlichung von Performance Insights geplant.

Des Weiteren hat Jeff Barr den neuen Serverless-Query-Service Amazon Athena vorgestellt, der beim Analysieren großer Datenmengen in Amazon S3 mit Standard-SQL hilft. Dafür zieht man Athena einfach auf die jeweiligen Daten, der Dienst identifiziert dann die Gebiete, startet Queries und bringt in wenigen Sekunden die gewünschten Ergebnisse. Dabei zahlt man nur für die tatsächlich gestarteten Queries. Amazon Athena ist derzeit in Nord-Virginia und Oregon verfügbar.

In folgendem Video sind alle Highlights der AWS re:Invent 2016 noch einmal zusammengefasst:

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