Ein Gespenst geht um in Europa – Die DSGVO

Bitkom: Nur ein Viertel der Unternehmen hat DSGVO pünktlich umgesetzt
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Zwei Jahre hatten Unternehmen Zeit, um die DSGVO umzusetzen. Eine repräsentative Umfrage unter rund 500 Unternehmen mit mehr als 20 Angestellten durch den Branchenverband Bitkom zeigt: Nur ein Viertel ist eine Woche vor dem Stichtag mit der Umsetzung fertig. Und das liegt nicht nur an der Komplexität der Verordnung.

Die fünf gruseligsten Buchstaben der letzten Jahre: D S G V O – Die Datenschutz-Grundverordnung. Eigentlich entstand die neue Gesetzesgrundlage aus einem gut gemeinten Gedanken heraus: Die Daten der EU-Bürger besser zu schützen. Aber wie wir alle wissen: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.

Zu dem Fazit kommt auch der Branchenverband Bitkom in einer Untersuchung zur DSGVO. In 505 Unternehmen wurden Datenschutzverantwortliche befragt, darunter Datenschutzbeauftragte, Geschäftsführer und IT-Leiter. Allerdings waren nur Unternehmen ab 20 Angestellten Teil der Umfrage. Gerade im digitalen Bereich gibt es aber viele kleinere Unternehmen, die trotz geringer Angestelltenzahl eine gewisse Marktmacht entwickeln.

Mit der Umsetzung der DSGVO hapert es auch nach zwei Jahren bei vielen Unternehmen noch. / Quelle: Bitkom

Zwei Jahre hatten Unternehmen Zeit, sich in das Thema einzuarbeiten, trotzdem werden nur 24 Prozent es schaffen, rechtzeitig mit den Richtlinien in Einklang zu sein, wie der Verband mitteilt. Jeweils ein Drittel (32 Prozent und 33 Prozent) werden die DSGVO größtenteils oder teilweise umgesetzt haben, bleiben noch 4 Prozent, die am Anfang stehen, 2 Prozent haben sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt.

Den Grund für diesen Rückstand sieht Bitkom-Präsident Achim Berg in der Vergangenheit. So hätten sich früher zu wenige Unternehmen mit dem Thema Datensicherheit beschäftigt und müssten jetzt aufholen. Aber auch auf Seiten der Behörden wünscht sich Berg mehr Entgegenkommen: „Bei der Auslegung der Datenschutz-Grundverordnung mangelt es von offizieller Seite bis heute an praktischen Hilfestellungen.“

Daher plädieren 41 Prozent der Unternehmen für eine verlängerte Aufnahmefrist, 49 Prozent wünschen sich, dass Verstöße vorerst nur mit einer Aufforderung zur Nachbesserung geahndet werden. Wie lange die zweijährige Frist verlängert werden sollte, geht aus der Umfrage nicht hervor. In jedem Fall sehen sich viele befragte Unternehmen mit Mehraufwand konfrontiert. Rechtsunsicherheit sind für 56 Prozent, schwer abzuschätzender Mehraufwand für 66 Prozent ein Problem, 58 Prozent gehen davon aus, dauerhaft mehr Ressourcen für den Datenschutz aufbringen zu müssen.

Über die Vor- und Nachteile der DSGVO herrscht Uneinigkeit. Zwar geht die Mehrheit (70 Prozent) von einheitlicheren Wettbewerbsbedingungen aus, aber je die Hälfte (51 Prozent und 50 Prozent) der Unternehmen sehen einen Wettbewerbsvorteil für die EU und zugleich kompliziertere Geschäftsprozesse. 38 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, Sorge um die Digitalisierung in der EU zu haben, da diese von der DSGVO gebremst werden könnte. Berg dazu in der Pressemitteilung: „Das Recht des Einzelnen auf Datenschutz muss wirksam gewahrt werden. Entscheidend ist, dass auch künftig nützliche innovative Anwendungen auf den Markt gebracht werden können. Nur so kann die Datenschutz-Grundverordnung zu einem Standortvorteil für Europa werden.“

Klar ist: Die DSGVO wird Unternehmen in der EU noch einige Jahre begleiten. Ob nochmal nachgebessert wird, bleibt genauso abzuwarten, wie die Auswirkungen auf die Unternehmen, die viele Parlamentarier bei der Schöpfung des Konzepts wahrscheinlich im Kopf hatten. Wer wissen will, was Softwareentwickler zukünftig beachten sollten, findet darüber natürlich auch Informationen bei uns.

Mehr zur DSGVO auf entwickler.de

Am 25. Mai 2018 tritt die Europäische Datenschutzgrundverordnung in Kraft. Nach einer zweijährigen Übergangsfrist drohen nun hohe Strafen für Unternehmen, die sich nicht an die neuen Vorschriften halten. Was muss man jetzt beachten, worum geht es genau? Unsere Experten geben Auskunft zu diesem Thema:

Außerdem gibt Rechtsanwalt Michael Rohrlich im PHP Magazin 3.18 einen Überblick über die Anforderungen der DSGVO für Unternehmen und Agenturen und geht im aktuellen PHP Magazin 4.18 auf das Thema „Datenschutz beim Cloud Computing“ ein.

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