Robert Lemke auf der International PHP Conference 2016

Content-Strategie für Entwickler
Kommentare

Wer erinnert sich nicht an die Zeiten, in denen Websites quasi pixelgenaue Kopien von Print-Magazinen waren? Glücklicherweise sind die dank moderner Webtechnologien mittlerweile so gut wie vorbei, und dank Responsive Webdesign lässt sich Content auch immer besser Cross-Channel und Cross-Device veröffentlichen, ohne für jedes Device eine eigene Website-Variante erstellen zu müssen. Hilfreich ist dabei zum Beispiel eine gute Content-Strategie.

Die Veröffentlichung auf verschiedenen Kanälen, unterschiedlichen Devices und für verschiedene Target Audiences heißt auch, dass Content mehr in den Vordergrund rücken muss. Vielerorts ist genau der aber leider erst im Nachhinein interessant, während das reine Erstellen der Website für Entwicklerteam und Projektleitung im Vordergrund steht. Tatsächlich ist es aber nicht nur die Aufgabe des Redaktionsteams, sich um den Content und deren Darstellung auf der Website zu kümmern.

Für viele Entwickler stellen Content und die dazugehörigen Content-Typen, die dem Anspruch der Website gerecht werden, aber zunächst eine große Herausforderung dar. Gebraucht wird also eine Content-Strategie für Entwickler. Nur, was genau versteht man darunter? Darauf gab Robert Lemke in seiner Session Content Strategy for Developer auf der International PHP Conference 2016 Antwort und zeigte gleichzeitig, wie man Content-Strategien zum Beispiel mit dem Content-Management-System Neos umsetzen kann.

Go for PHP Developers

mit Terrence Ryan (google)

Everything you need to know about PHP 7.2

mit Sebastian Bergmann (thePHP.cc)

Content-Strategie: ein breitgefächertes Thema

Macht man sich auf die Suche nach einer Definition von Content-Strategie, finden sich eine ganze Reihe verschiedener Erklärungen. Kein Wunder, denn Content-Strategie ist ein breitgefächertes Thema. In der Theorie besteht eine gute Content-Strategie aus den folgenden fünf Schritten:

  1. Planen
  2. Beurteilen
  3. Analysieren
  4. Designen
  5. Maintainen

Das heißt, dass man sich bei der Entwicklung einer Website von Anfang an Gedanken über den späteren Content machen sollte. Die meisten Entwickler sind es jedoch gewohnt, sich nur zu fragen, wie ein Feature implementiert werden soll. Die eigentliche Frage sollte aber sein: Wofür beziehungsweise für wen erstellen wir diese Website? Oder anders gefragt: Wer zahlt am Ende die Rechnung?

Mit einem solchen Ansatz fällt es nicht schwer, sich auf ein User-zentriertes Design zu konzentrieren. Dabei soll das Produkt (der Content) am Ende die Bedürfnisse der Nutzer erfüllen. Wenn es an die Entwicklung der verschiedenen Content-Typen geht, muss darum jedes Teammitglied genau wissen, was das Ziel der Website sein soll.

Daraus ergibt sich auch, wie Ziele für die Arbeit an dem Projekt definiert werden. Statt vager Zieldefinitionen, denen schlimmstenfalls auch noch die passende Target Audience fehlt, sollten Ziele definiert werden, aus denen die Target Audience klar hervorgeht und die den angestrebten Content so spezifisch wie möglich umreißen. Ansonsten, so sagt Lemke, lohne es sich für Entwickler kaum, Arbeit in den Code zu stecken:

A website without meaningful content is not worth your code.

Struktur und Qualität

Wie eingangs bereits erwähnt, wirken viele Websites noch immer, als seien sie Print-Magazine, die in HTML umgewandelt wurden. Das Problem daran ist vor allem, dass so sehr viel unstrukturierter Content produziert wird – und das verhindert etwa, dass man sich die Vorteile moderner Technologien zu Nutze machen kann. So spielen Chatbots und Roboter eine immer größere Rolle, allerdings verstehen diese keinen unstrukturierten Content, und das heißt, dass sie beim Orchestrieren von Content nicht behilflich sein können.

Dank Responsive Webdesign ist es heutzutage möglich, Content auf verschiedenen Devices und Plattformen zu veröffentlichen. Das bedeutet jedoch, dass auch der Content adaptiv sein muss. Statt für jeden Kanal eine eigene Content-Version zu schreiben, ist es ratsam, Content-Modelle zu entwickeln, den Content mit passenden Metadaten zu versehen und die Content-Orchestrierung – also die Platzierung von Content – zu automatisieren.

Natürlich spielt neben der Struktur aber auch die Qualität des Contents eine entscheidende Rolle. Der Content ist der zentrale Aspekt jedes Website-Projekts. Darum ist es wichtig, ausreichend Zeit in dessen Planung, Analyse und Design zu investieren – am Ende wird der Erfolg der Website nämlich von ihrem Content profitieren.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -