Interview mit Matthias Eißing von embarcadero

„Delphi 10 Seattle hat eine klare Ausrichtung auf Windows 10“
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Delphi 10 Seattle ist der neueste Streich von embarcadero – doch warum die plötzliche Namensänderung? Und was gibt es sonst an Neuigkeiten?

Vor einigen Jahren hatte embarcadero die Namensgebung von Delphi auf die Versionsbezeichnungen XE1 bis XE8 umgestellt mit dem Release der aktuellen Version kam ein weiterer Switch. Nun heißt es: Herzlich Willkommen, Delphi 10 Seattle.

Delphi 10 Seattle

Doch natürlich ist die Namensgebung nicht alles, was den neuesten Release so spannend macht. Wir haben deswegen mit Matthias Eißing vom embarcadero über dieses Thema gesprochen.

entwickler.de: Herr Eißing, lassen Sie uns mit der offensichtlichsten Frage anfangen. Vor ein paar Jahren war Embarcadero bei seinen Versionsbezeichnungen auf XE1 bis XE8 umgestiegen – die neueste Version heißt Delphi 10 Seattle. Was versteckt sich dahinter?

Matthias Eißing: Delphi 10 Seattle hat eine klare Ausrichtung auf Windows 10, bzw. an dessen Versionsnummer, an die wir uns anlehnen. Aber auch Apple (OS X = 10) hat bei den Überlegungen eine Rolle gespielt. Hier kommt dann auch der Namenszusatz „Seattle“ her: Apple gibt seinen Versionen immer einen Namenszusatz („Yosemite“, „El Capitan“), genauso, wie es Android macht („Ice Cream Sandwich“, „Lollipop“, „Marshmallow“).

Letztendlich ist es nur eine Bezeichnung. Lassen Sie uns lieber über das Produkt reden.

entwickler.de: Das Highlight ist also der Support für Windows 10 – was genau beinhaltet das?

Eißing: Wir haben eine sehr gute Umsetzung für Windows 10 im Delphi 10 Seattle. Neue VCL-Komponenten speziell, aber nicht nur für Windows 10, die Unterstützung für Contracts und Notifications, spezielle Windows 10 Styles, Anpassung an das Windows API und WinRT und einiges mehr …

Solange man keine Spezifika benutzt die Windows-10-exklusiv sind, wie zum Beispiel die Notifications, funktionieren die Komponenten auch unter Windows 7 und Windows 8/8.1

Auch haben wir die Unterstützung für High-DPI-Bildschirme verbessert, was Microsoft seit Windows 8.1 endlich vernünftig umgesetzt hat.

entwickler.de: Was hat sich darüber hinaus im Bereich Multi-Plattform-Entwicklung getan?

Eißing: Im Bereich der Multiplattform-Entwicklung mit FireMonkey haben wir einige Neuerungen für den Einsatz auf dem Desktop, also Windows und OS X, wie auch für die mobilen Geräte eingebracht.

Für den Desktop unterstützen wir nun „Hints“, also Hinweistexte, die beim Positionieren mit der Maus angezeigt werden; wir haben neue Plattformkomponenten hinzugefügt und auch hier spezielle Stile für das Aussehen der Anwendung auf dem Windows-10-Desktop mit in das Produkt integriert.

Für die mobile Plattform unterstützen wir die neuesten mobilen Systeme in den aktuellsten Versionen, sowohl für Android, als auch für iOS. Mit Delphi 10 Seattle erstellte Apps laufen damit auch unter iOS 9.

Zusätzlich haben wir Android-Services umgesetzt, die Plattform-Repräsentation von etlichen Controls erweitert und verbessert, das Debuggen von iOS-64-Bit-Anwendungen ermöglicht, und, und, und …

Vom 2. bis 4. November präsentiert entwickler.de die EKON 19 in Köln. Die Konferenz bietet wertvolles Praxiswissen für eine erfolgreiche Entwicklung mit Delphi-Tools.

Wer sich bis 1. Oktober anmeldet, kann noch von attraktiven Frühbucherangeboten profitieren!

Weitere Infos unter: www.entwickler-konferenz.de

entwickler.de: Auch in der IDE soll es einige Neuerungen gegeben haben – was sind die Highlights in diesem Bereich?

Eißing: Wir haben eine sehr wichtige Neuerung in die IDE integriert, die ich besonders hervorheben möchte: wir haben den verfügbaren Speicher für die IDE verdoppelt. Einige unserer Kunden hatten in den letzten Jahren Probleme mit dem Übersetzen von großen Projektgruppen; das ist auch den immer größeren Projekten auf Kunden-Seite geschuldet. Hier half häufig nur die Out-of-Process-Übersetzung, die mit dem Verlust von Debug-Möglichkeiten aus der IDE einherging. Auch die Aufteilung einer Projektgruppe in kleinere Module war nicht immer hilfreich oder praktikabel.

Das ist etwas, was man nicht einfach so fixen kann. Das ist ein weitreichender Umbau der IDE.

Mit Delphi 10 Seattle haben wir die IDE „large-address-aware“ geschaltet. Was auf den ersten Blick erst einmal trivial klingt, hat aber in der technischen Umsetzung einige Besonderheiten, die wir mit Delphi 10 Seattle umgesetzt haben. Das Laden von Packages, Erweiterungen und Plug-ins müssen dazu angepasst werden.

In der IDE ist Castalia, eine Erweiterung für die IDE, mittlerweile vollständig integriert (Refactorings, Code-Navigation, Projekt-Statistiken, Werkzeuge für die Zwischenablage, und mehr). Darüber hinaus haben wir den Objekt-Inspektor durchsuchbar gemacht, das Ein/Ausblenden nicht visueller Komponenten per Icon/Tastatur ermöglicht, eine Interface-Synchronisation von Methodensignaturen im Codeeditor eingebaut, erweiterten und aktuellen Datenbanksupport (inklusive MongoDB), Cloud- und BaaS Dienste erweitert und auf den aktuellsten Stand gebracht (inklusive JSON und neuen BSON Streams), und, und, und …

entwickler.de: Man hat über die letzten Jahre den Eindruck bekommen, dass der Entwicklungszyklus bei Delphi ordentlich angezogen hat. Ziehen die alteingesessenen Entwickler da bereitwillig mit?

Eißing: Kunden im mobilen Umfeld sind sehr glücklich über die regelmäßigen Aktualisierungen von Delphi. Auf der anderen Seite stehen die klassischen Desktopentwickler, die häufig ein Projekt auf einer bestimmten Version von Delphi einfrieren und damit weiterentwickeln und pflegen.

Es ist eine Option, sich sein Delphi immer auf den aktuellsten Stand zu halten und die Neuigkeiten zu nutzen. Wir bieten beide Optionen, inklusive einer kostengünstigen Subscription, an.

Auch haben wir mit dem Update-Subscription-Modell die Pflege von älteren Delphi Versionen wieder mit in das Programm genommen. So werden XE7 und XE8 weiterhin aktiv gepflegt.

Man hat also die Wahl!

Matthias Eißing

Matthias Eißing ist Technology Consultant der Embarcadero Germany GmbH, CodeGear. Er beschäftigte sich schon seit 1992 während seiner Studienzeit als freiberuflicher Systemberater mit den Entwicklungstools und Datenbanken von Borland/CodeGear.

 

 

 

Aufmacherbild: Seattle Skyline von Shutterstock / Urheberrecht: Mauromod

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