Wenn Entwickler eine zweite Sprache lernen wollen: Welche macht Sinn?

Die beste Zweitsprache für Entwickler
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Ist es für Entwickler wichtig, eine zweite Programmiersprache gut zu beherrschen oder bringt das nicht viel? Diese Frage ist an sich schon nicht leicht zu beantworten; richtig kompliziert wird es dann aber, wenn es um die Wahl der zweiten Sprache geht. Wer nämlich die falsche Sprache wählt, verschwendet damit unter Umständen viel Zeit. Aber woran lässt sich die richtige Sprache erkennen? Sollte sie leicht zu lernen, besonders neu und aufregend, oder doch lieber ganz anders als die Erstsprache sein?

Programmiersprachen, die der eigenen Erstsprache ähneln, sind eine naheliegende Wahl. Immerhin vergrößert das die eigene Kompetenz, ohne dass der Aufwand zu groß wird. Dafür erweitern sie das eigene Profil aber auch nur bedingt. Wer in eine ganz neue Denkweise eintauchen möchte, sollte vielleicht eher einen größeren Schritt wagen. So könnte es sich anbieten, zusätzlich zu Objective-C noch JavaScript zu lernen.

Sinnvolle Wahl

Allerdings ist das nicht der einzige relevante Faktor. Eine neue Sprache sollte auch im Alltag sinnvoll einsetzbar sein, sonst gehen die neuen Fähigkeiten schnell wieder verloren. Dafür ist es gut, einen Blick auf Trends und die Nachfrage am Jobmarkt zu werfen. Auch die Frage nach dem eigenen Projekt – also welche Sprache hier hilfreich sein könnte – darf natürlich nicht vergessen werden.

Am Markt ist die Nachfrage nach Entwicklern, die sich mit der Programmierung für Mobilgeräte auskennen, ungebrochen groß. Demnach sollten Programmierer, die ihre Fähigkeiten erweitern möchten, einen Blick auf die passenden Sprachen für Android-, Windows-Phone- und iOS-Anwendungen werfen. Hier zeigt sich im Popularitäts-Ranking von IEEE Spectrum, dass Java die beliebteste Sprache ist; gleich vor C, C++ und C# sowie JavaScript. Microsoft selbst empfiehlt außerdem, Anwendungen für Windows Phones in Visual C und Visual Basic zu schreiben.

Marktinteressen

Wer nun bereits eine dieser Sprachen beherrscht, ist gut für den mobilen Markt gerüstet. Um allerdings eine optimale Integration aller Devices vom PC bis hin zur Smartwatch zu gewährleisten, sind auch die aktuell beliebten Web-Sprachen wichtig. Allen voran sin dim IEEE-Ranking hier PHP und JavaScript zu nennen. Wer keine der beiden beherrscht, könnte sich daran orientieren, um sein Profil um Fähigkeiten auf dem Bereich der Entwicklung fürs Web zu erweitern.

Interessant ist natürlich auch die Frage, welche Sprachen in der Beliebtheit steigen und welche eher fallen. So findet sich in diesem Jahr in der Sparte „Web“ des IEEE-Rankings Rust auf Platz 14. Die relativ neue Sprache (2010) findet also immer mehr Anhänger – das könnte ein Hinweis darauf sein, dass es sinnvoll ist, sie jetzt zu erlernen. Auch die bisher eher kleineren Sprachen Haskell und Go befinden sich im Aufschwung.

Sparten und Grundlagen

Am Jobmarkt hat sich auch die Sprache R, entwickelt für statisches Rechnen und Grafiken, im letzten Jahr gut geschlagen. Die Nachfrage nach Fähigkeiten auf diesem Gebiet ist definitiv vorhanden. Diese Sprache dürfte allerdings absolutes Neuland für viele Entwickler sein und aufgrund ihrer Anwendungsgebiete als Zweitsprache eher ausfallen – insofern ist auch bei der Betrachtung von Rankings immer Vorsicht geboten. Nicht jede Sprache, die gerade beliebt ist, ist auch eine gute Wahl.

Andererseits hilft auch eine Orientierung daran, welche Sprachen für Anfänger empfohlen werden. Diese sind dann zwar weit verbreitet und stechen nicht allzu sehr aus der Masse hervor; sie stellen andererseits aber auch eine gute und breite Basis für viele Projekte dar. Neben Java und JavaScript wird in diesem Kontext auch oft Ruby genannt. Ein weiterer Vorteil der auch für Anfänger geeigneten Sprachen ist, dass sie relativ einfach zu erlernen sind.

Entscheidungshilfen

Um eine neue Programmiersprache zu erlernen, gibt es außerdem reichlich Tools und Hilfen im Web. Wer nicht erstmalig mit dem Erlernen einer Programmiersprache beginnt, kann sich gut mit der vergleichen Plattform eqcode behelfen, um einen Einstieg in einer neue Sprache zu bekommen. Ausgehend von verschiedenen Funktionen wird hier übersichtlich dargestellt, wie diese in unterschiedlichen Sprachen realisiert werden.

Auch ein Blick auf Projekte bei GitHub kann dabei helfen, einen realen Eindruck davon zu bekommen, wie andere Programmiersprachen funktionieren. Aber Achtung: Auf GitHub sind vor allem JavaScript, Java und Ruby populär, sodass die Auswahl interessanter Projekte in selteneren Sprachen wie Haskell recht klein sein dürfte.

Die Realität

Die Community der neuen Sprache ist ein weiterer wichtiger Faktor. Zwar bietet GitHub einen guten Einblick in verschiedene Projekte, am Ende lernt man alleine dadurch aber noch nicht viel. Hat eine Sprache aber eine große Community, kann das den Lernprozess massiv vereinfachen.

Am Ende ist allerdings auch die Frage nach Interesse und Spaß an den einzelnen Sprachen nicht zu vernachlässigen. Die beste Auswahl einer neuen Programmiersprache bringt niemanden weiter, der damit dann unglücklich ist. Immerhin handelt es sich beim Erlernen einer neuen Sprache um ein Projekt, das die meisten Entwickler in ihrer Freizeit betreiben. Da ist es wichtig, dass es nicht nur um den Angebot und Nachfrage geht, sondern auch um die eigenen Interessen. Und wer weiß, wofür ein paar Kenntnisse in R irgendwann noch einmal gut sind?

Aufmacherbild: Time to learn via Shutterstock.com / Urheberrecht: Rabia Elif Aksoy

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