Die eigene virtuelle Wolke
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Der erste Kontakt
Für einen Test stellte uns der Hersteller einen kostenlosen 6-Monate-Zugang [1] der Virtual-Core-Customer-Cloud-Lösung zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um kein Abo oder ähnliches,

Der erste Kontakt

Für einen Test stellte uns der Hersteller einen kostenlosen 6-Monate-Zugang [1] der Virtual-Core-Customer-Cloud-Lösung zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um kein Abo oder ähnliches, jedem Interessenten steht dieser Testzeitraum zur Verfügung. Er endet automatisch ohne weitere Verpflichtungen. Der Anmeldevorgang beginnt auf der Webseite mit der Eingabe der notwendigen Stammdaten wie Name, Kontaktdaten oder Firmenname. Weiter werden für die Erstellung eines individuellen Images für die vCore-Server Angaben zur Netzwerkumgebung benötigt. Hier hat der Benutzer die Auswahl zwischen „DHCP“ oder „IP-Daten eintragen“. Wird die letztere Option gewählt, so muss neben der Netzwerkmaske, Gateway und zwei DNS-Servern ein IP-Bereich „von“ „bis“ eingegeben werden. In diesem IP-Bereich sucht sich der vCore-Server selbstständig eine freie Adresse. Das ist für Umgebungen nützlich, in denen es keinen DHCP-Server gibt. Das später heruntergeladene ISO-Image kann für verschiedene vCore-Server genutzt werden, da wäre es unpraktisch, wenn eine fixe IP-Adresse im Image hinterlegt werden würde.

Sicherer Zugang

Nach Bestätigung der ersten Webmaske folgt die übliche Bestätigung der E-Mail-Adressen und des Accounts, ehe die Zugangsdaten für das virtuelle Datacenter durch den Administrator genutzt werden können. Das vom Hersteller vergebene Zufallspasswort ist sehr komplex, zudem ist die Eingabe eines Benutzernamens und der Datacenter-Bezeichnung erforderlich. Dass zufällig ein Unberechtigter alle drei Eingaben errät, ist extrem unwahrscheinlich. Nach der ersten Anmeldung steht es dem Administrator frei, eigene Benutzernamen im Menübefehl BENUTZER-MANAGEMENT anzulegen. Das Dialogfeld erklärt sich dabei von allein. Für den eigenen Benutzer möchte der Administrator die maximalen Zugriffsrechte erhalten und wählt den DATACENTER ADMINISTRATOR im Drop-down-Menü. Weitere Benutzer mit eingeschränkten Zugriffsrechten legten wir im Test problemlos an. Einzelne Benutzer werden in Benutzergruppen organisiert, denen wiederum Zugriffsrechte auf Server, Datacenter oder einzelne Funktionen gegeben werden. Somit handelt es sich um eine mandantenfähige Software. Insgesamt ist die Oberfläche dank Ajax-Technik angenehm in der Bedienung, modern gehalten und funktionell. Entsteht bei der Bearbeitung ein Fehler, beispielsweise wenn das Passwort eines Benutzers kürzer als acht Zeichen ist, erscheint der Fehlertext in einem knallroten Textrahmen am rechten Fensterrand (Abb. 1). Weitere Textrahmen stellt die Software unterhalb des vorherigen Eintrags dar. Ist das Fenster einmal voll, verschwindet der jeweils älteste Eintrag. Nach einigen Minuten leert sich das Fenster von allein. Klickt der Benutzer auf eines dieser Textfelder, blendet der Browser sie aus. Alle Einträge bleiben jedoch zur späteren Betrachtung im Log erhalten. Dieses kann auf der Hauptseite auf bis zu 1000 Zeilen in einer Ansicht vergrößert werden und enthält Einträge wie die Anlage von Benutzern oder das Aufschalten per VNC-Sitzung. Eine Möglichkeit, diese Meldungen per E-Mail zu abonnieren oder in eine CSV-Datei zu exportieren, existiert aktuell nicht, ist aber laut Herstellerangabe in Planung.

Abb. 1: Der Systemverwalter steuert die lokalen virtuellen Maschinen über das Webinterface
Assistenten und Anforderungen

Mit dem Zugriff auf die Management-Webseite allein ist jedoch noch kein System nutzbar. Der Willkommensdialog zeigt die sieben Schritte, die für die Inbetriebnahme der eigenen Hostserver notwendig sind, praktischerweise beim Erststart an. Zunächst gilt es, das ISO-Image herunterzuladen. Dies geschieht entweder durch einen Mausklick auf das Symbol oder über die stets verfügbare Menüleiste. Die Erzeugung des eigenen Boot-Images und der Download der ISO-Datei gehen dank guter Anbindung an das Internet mit dem Maximaltempo der eigenen DSL-Anbindung vonstatten. Die knapp 170 Megabyte sind entsprechend zügig heruntergeladen. Schritt zwei deutet es schon an: Dieses Image soll auf einen USB-Stick übertragen oder auf eine CD gebrannt werden. Zunächst versuchten wir im Test das ISO als ESX-Container unter VMware Workstation zum Laufen zu bringen. Hintergedanke des Versuchs: Wenn die Workstation den ESX-Hypervisor betreiben kann, dann vielleicht auch KVM. Diese Annahme stellte sich sehr bald als falsch heraus, denn KVM bemängelte die fehlende Virtualisierungsumgebung in der Workstation VM (Abb. 2). Bei genauerem Nachdenken hätte man sich den Versuch gleich sparen können.

Abb. 2: KVM-Virtualisierung benötigt geeignete Hardware; der ESX-Support der VMware Workstation ist nicht ausreichend

Die Mindestvoraussetzungen für die Hardware erhält der Kunde per PDF-Datei zusammen mit einer Kurzerklärung und der EULA. Ebenfalls in dem Dokument benannt ist die benötigte Konfiguration für die Firewall – der Managementserver ist ja bei KAMP. Für den Betrieb der Virtual-Core Customer Cloud werden eine aktuelle x64-Maschine von Intel oder AMD mit CPU-seitigem Virtualisierungssupport, zwei Gigabyte RAM, eine Netzwerkkarte und lokale Festplatten (SATA, SAS, IDE) benötigt. Von den mindestens zwei Gigabyte Speicher nimmt sich die Virtual-Core vRack-Software ein Gigabyte, die anderen Gigabytes stehen den virtuellen Maschinen zur Verfügung. Um Arbeitsspeicher im Bedarfsfall einsparen zu können, verfügt vCore über die Methode der Speicherdeduplizierung. Auf einer lokalen Festplatte, möglichst der schnellsten, wird hierzu eine virtuelle Festplatte wie ein Swap Drive eingerichtet. Um VLANs nutzen zu können, sind mindestens zwei NICs erforderlich.

Wir nutzten für die Tests einen Standard-PC von Acer, der exakt den Mindestvoraussetzungen entsprach und einen etwas leistungsfähigeren Intel Sandy Bridge Server mit Intel-Core-i3-Prozessor mit acht Gigabyte Hauptspeicher. Der Boot-Vorgang mit dem auf CD gebrannten ISO-Image dauert nicht einmal drei Minuten. Wird anstelle der CD das Image auf ein USB-Device übertragen, so geht der Boot-Vorgang noch zügiger und es droht zudem nicht die Gefahr, dass vergessen wird, die Boot-CD nach Installation von Software wieder einzulegen.

Die lokale Konsole des Servers zeigt lediglich die Laufzeit der Maschine, die Versionsinformationen, ob der Admin-Link aufgebaut ist, und welche IP-Adresse der vCore-Server vom DHCP erhalten hat. Mehr gibt es an dieser Stelle nicht zu sehen und ist auch nicht erforderlich. Die Konfiguration wird ausschließlich über das Webinterface vorgenommen. Erst zum jetzigen Zeitpunkt wird dem Administrator so richtig bewusst, dass die vCore-Software auf Basis von Ubuntu 10.04.3 LTS ausschließlich als Livesystem im Arbeitsspeicher läuft. Es wurde bisher kein einziges Bit auf eine Festplatte geschrieben. Im nächsten Schritt, den der Assistent empfiehlt, müssen lokale Festplatten oder iSCSI Targets als Storage Devices eingebunden werden (Abb. 3). Einmal in diesem Menüzweig angelangt, erklärt sich der Rest von allein. Die Laufwerke werden zugewiesen, später werden daraus virtuelle Festplatten als Festplattencontainer für die virtuellen Maschinen angelegt.

Abb. 3: Virtual-Core Customer Cloud unterstützt lokale Festplatten und iSCSI Targets

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  • Die eigene virtuelle Maschine
  • Remote-Zugriff mit VNC
  • Gute Aussichten
  • Fazit
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