containerd soll Community-Projekt werden

Docker spendet Container-Runtime containerd: Ende der Container-Schlacht?
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Docker hat entschieden, die Core Container Runtime aus der Docker Engine herauszulösen und als eigenständiges Community-Projekt fortzuführen. Das containerd genannte Projekt soll dem monatelang schwelenden Streit zwischen Docker Inc. und der Docker-Community ein Ende setzen.

Was Docker Inc. gestern verkündete, kommt einer Sensation gleich: Die Docker Runtime soll als unabhängiges Projekt unter der Führung einer anbieterneutralen Stiftung weiterentwickelt werden. Mit von der Partie wird neben Docker Inc. eine illustre Schar an IT-Hochkarätern sein: Amazon Web Services (AWS), Google Cloud, IBM Bluemix, Alibaba Cloud und Microsoft Azure.

Ende des Streits mit Docker-Community?

Vorausgegangen waren diesem Schritt intensive Diskussionen darüber, wie stark ein standardisiertes Container-Format, wie es Docker darstellt, mit optionalen Funktionalitäten wie eine Container-Orchestrierungsschicht belastet werden sollte. Insbesondere die Integration von Docker Swarm in Docker 1.12 hatte für Kritik vonseiten der Anbieter alternativer Orchestrierungslösungen wie Kubernetes (RedHat) gesorgt.

Bereits Mitte 2015 hatte sich deshalb die Open Container Initiative (OCI) gegründet, um die verschiedenen Ansichten über Container-Standards unter einen Hut zu bringen. Frucht dieser Bemühungen war das runC-Projekt, das man als schlanke Low-Level-Runtime für Container bezeichnen kann und von Docker seit dem 1.11-Release über Dockers erste containerd-Version unterstützt wird.

containerd als anbieterneutrales Projekt

Vielen sei diese Minimal-Runtime indes nicht genug, kommentiert Docker-Gründer Solomon Hykes auf eWeek den Schritt, containerd nun als anbieterneutrales Projekt weiterzuführen. Im containerd-Projekt werde deutlich mehr Code aus der Docker-Plattform herausgelöst, mit dem Ziel, eine allseits akzeptierte, Feature-komplette Container-Runtime zur Verfügung zu stellen:

What we heard from the community is that the OCI specification was limited, meanwhile we heard that there was demand for a feature complete container runtime and basically runC is just too small. That is where containerD comes in, where we’re carving out more code from the Docker platform.

Hykes bestätigt, dass containerd weiterhin runC als Default OCI Ausführungsschicht nutzen wird. Diese Schicht soll allerdings  durch andere Lösungen ersetzt werden können. Das derzeit auf GitHub verfügbare containerd-Projekt soll zudem um diverse Funktionalitäten wie Image-Support ausgebaut werden.

Linux als Vorbild für containerd

Pate für das neue Governance-Modell des containerd-Projektes steht Linux: Vergleichbar mit dem Linux-Kernel soll der neue Docker-Kern von einer Vielzahl von Unternehmen und Individuen vorangebracht werden. Genau wie bei den verschiedenen Linux-Distributionen steht es Unternehmen dann offen, ihre eigenen Container-Distros auf der Basis des gemeinsam erarbeiteten Docker-Kernels auf den Markt zu bringen. Solomon Hykes:

We’re absolutely looking to the example of the Linux kernel that provides a stable interface, that does not break the layers above it.

Für Docker Inc. selbst eröffnet dieser Schritt die Möglichkeit, auf der Basis des containerd-Projektes eine Plattform für verteilte Container-Anwendungen bereit zu stellen, die Kompenenten wie Container-Build, Netzwerk- und Orchestrierungsfunktionalitäten enthalten wird.

Laut Docker Inc. soll die Übergabe von containerd an eine neutrale Foundation Anfang des nächsten Jahres vonstatten gehen.

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