Interview mit Jakob Westhoff

Web-Technologien für Desktop-Apps mit Electron: Jakob Westhoff im Interview
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Cross-Plattform-Entwicklung ist heute ein zentrales Thema in Sachen Apps. Ein Tool dafür ist das Framework Electron, das Jakob Westhoff in seinem Talk auf der iJS vorstellt. Im Interview erläutert Westhoff, wann es sinnvoll ist, Web-Technologien für den Desktop zu verwenden.

Electron ist das Framework hinter dem neuen GitHub Desktop, das im Frühjahr erschienen ist und alle Plattformen in einem Tool vereint. Das Framework selbst stammt ebenfalls von GitHub und kann nicht nur dann eingesetzt werden, wenn tatsächlich eine Cross-Plattform-App entstehen soll. Auch, wenn es primär um Desktop-Apps geht, kann Electron hilfreich sein, sagt Jakob Westhoff im Interview.

Entwickler.de: Cross-Plattform-Entwicklung ist ein wichtiger Trend in der IT-Welt. Wann sollte man dafür auf Electron zurückgreifen?

Jakob Westhoff: Electron ist ein Framework, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Entwicklung von Desktop-Applikationen mittels Webtechnologien zu ermöglichen. Das die Cross-Plattform-Entwicklung damit möglich ist, ist dabei eher Zufall. Das liegt daran, dass für nahezu jedes System eine funktionierende und moderne Browser-Engine existiert .Es gibt unterschiedlichste Wege, Desktop Applikationen Cross-Plattform zu entwickeln, auch wenn diese keine Web-Technologien verwenden.

Insofern müsste die Frage eher lauten: Warum sollte man eine Desktop Applikation mit den Techniken des Webs entwickeln? Diese Frage ist zugleich leicht, wie auch schwierig zu beantworten. Grundsätzlich gilt: Ein Entwicklungsteam sollte immer jene Technologien verwenden, mit denen es am vertrautesten ist und die es am angenehmsten findet, wenn keine projektspezifischen Einschränkungen für eine bestimmte Technologie existieren.

Falls sich ein Team also bereits im Web-Umfeld heimisch fühlt, dann bietet Electron nun die Möglichkeit, dieses Umfeld in den Entwicklungsbereich der Desktop-Applikationen zu überführen. Hierbei kann außerdem auf eine große Anzahl an Tools und Libraries zurückgegriffen werden, die heute für Web-Applikationen zur Verfügung stehen.

Wenn sich ein Team also bereits im Web-Umfeld heimisch fühlt, kann es die Technologien mit Electron auf den Desktop mitnehmen.

Entwickler.de: Welches Feature von Electron ist Ihrer Meinung nach besonders wichtig und warum?

Jakob Westhoff: Electron ist prinzipiell ein Container, der die Client- und Server-Seite einer Web-Applikation in einem System vereint. Diese Kombination erlaubt die Erstellung komplexer, in sich geschlossener Applikationen. Eines der Kern-Features stellt hierbei die „Brücke“ zum Betriebssystem dar, die es dem Entwickler erlaubt mit Systemfunktionen zu arbeiten, die im Web nicht zur Verfügung stünden. Das wichtigste daran ist nicht nur die Bereitstellung der Funktionalität, sondern ebenfalls die von Electron angebotene einheitliche API, die für jedes der Ziel-Systeme nahezu identisch ist.

Am wichtigsten ist die einheitliche API, die für jedes der Ziel-Systeme nahezu identisch ist.

Wie sieht Ihre persönliche Toolchain für die Cross-Plattform-Entwicklung aus?

Jakob Westhoff: Meine Toolchain für die Entwicklung mit Electron ist für jedes Projekt ein wenig anders. Viele Umgebungen die ich nutze bauen auf dem exzellenten electron-forge Projekt auf, welches ich jedem Neueinsteiger im Bereich Electron ans Herz legen möchte. Dieses Projekt vereint viele unterschiedliche Tools und Systeme, welche die Applikations-Entwicklung vereinfachen.

Entwickler.de: Gibt es einen Tipp, den Sie Entwicklern für den Einstieg in die Arbeit mit Electron an die Hand geben können?

Jakob Westhoff: Aber selbstverständlich. Ich würde jedem Entwickler, der den Einstieg in Electron sucht meine Session auf der iJS ans Herz legen, in der ich einen Überblick über die aktuellen Technologien und Tools gebe. Für alle die es nicht zu der Session schaffen möchte ich einen Blick auf die Liste „awesome-electron“ von Sindre Sorhus empfehlen.

Vielen Dank!

Im Interview: Jakob Westhoff
Jakob Westhoff ist professioneller JavaScript- und PHP-Entwickler mit großem Interesse für Webarchitekturen. Nach einer erfolgreichen Karriere als Geschäftsführer, Berater und Trainer bei der Qafoo GmbH arbeitet Jakob heute als Freelancer. Mit seiner Leidenschaft für hoch qualitativen JavaScript- und PHP-Code sowie seinem großen Erfahrungsschatz unterschiedlichster Technologien und Architekturen unterstützt er Teams weltweit darin, Probleme zu lösen und komplexe Projekte umzusetzen.
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