Gesundes Personal als Erfolgsfaktor

Wenn das Entwickeln ins Kreuz geht [Gastbeitrag]
Kommentare

Das Entwicklerleben wird durch die Arbeit am Bildschirm bestimmt. Für die Gesundheit – insbesondere den Rücken – ist das aber gar nicht gesund. Wie kann man aber verhindern, dass das Entwickeln ins Kreuz geht?

Der Bildschirm als Arbeitsplatz gehört für den Entwickler einfach dazu. Am Schreibtisch sitzend tüftelt er stundenlang an neuer Software, sucht nach dem einen Fehler in der Programmierung und kommt kaum dazu, sich ausreichend zu bewegen.

Was wir alle aber schon längst wissen: Den Arbeitsalltag überwiegend sitzend zu verbringen, ist schlecht für die Gesundheit. Langes Sitzen vor dem Computerbildschirm führt nachweislich zu Konzentrationsverlust und Haltungsproblemen, die Augen werden zunehmend schlechter und Kopfschmerzen können gehäuft auftreten. Im schlimmsten Fall können auch Krankheiten wie Thrombose, Krebs und Depression die Folgen sein.

Da gerade der Entwickler viel Zeit am Arbeitsplatz verbringt, ist das der ideale Ort, um sich neue, gesunde Gewohnheiten anzueignen. Für Unternehmen bedeutet das, die Chance zu ergreifen und das enorme Potential freizusetzen, das in der Gestaltung eines gesunden Arbeitsplatzes stecken kann.

Gesundheit als Erfolgsfaktor

Sei es die Nutzung von Wearables, die die Anzahl der zwischen Besprechungen gestiegenen Treppenstufen zählen oder die Teilnahme an einem Konferenzgespräch vom Laufband im unternehmenseigenen Fitnessstudio: Arbeitnehmer sind auf dem richtigen Weg, um gesünder und aktiver zu leben.

Davon profitieren Softwareunternehmen, denn aktive Mitarbeiter leiden weniger unter Haltungsproblemen – der Wurzel vieler Gesundheitsprobleme. Dadurch können Fehlzeiten reduziert und die Produktivität erhöht werden. Fühlen sich Mitarbeiter gesund und wohl im Unternehmen, steigt auch die Mitarbeiterbindung an das Unternehmen. Auf den Punkt gebracht, heißt das: Aktives Arbeiten ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Ein zufriedenes und engagiertes Team ist ein ideales Aushängeschild für jedes Unternehmen.

Dazu muss allerdings auch der Arbeitgeber aktiv werden. Fehlendes Verantwortungsbewusstsein für einen gesunden Arbeitsplatz ist für das Unternehmen genauso schädlich wie für die Mitarbeiter.

Zufriedene Mitarbeiter bleiben

Der Wettbewerb um die besten Talente nimmt zu. Deshalb ist es jetzt wichtiger denn je, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die sowohl heute als auch in Zukunft für Arbeitnehmer attraktiv ist. Laut einer von Fellowes in Auftrag gegebenen Studie geben 54 Prozent der Arbeitgeber an, dass gute Mitarbeiter das Unternehmen aufgrund einer mangelhaften Arbeitsumgebung verlassen haben. Arbeitnehmer sind zwar grundsätzlich für ihre eigene Gesundheit selbst verantwortlich, aber Unternehmen können dabei unterstützend wirken und sich im Wettbewerb um die besten Talente abheben.

Schwung in den Arbeitsalltag bringen

Laut Studien glauben 95 Prozent der Europäer, dass ihr Schreibtisch den größten Einfluss auf ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz hat. Das kann für Unternehmen also ein erster Ansatzpunkt sein.

Eine einfache und doch wirksame Möglichkeit, um Mitarbeitern eine aktive Arbeitsumgebung zu bieten, sind sogenannte Sitz-Steh-Lösungen, denn mehr Bewegung wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Ergonomische Arbeitsplätze mit Sitz-Steh-Konzepten zeigen Mitarbeitern das Engagement des Unternehmens, sich für das Wohlbefinden einzusetzen – vor allem die jüngere Generation weiß dies zu schätzen. Und schließlich ist die Suche nach einem Fehler in der Programmierung auch im Stehen möglich und gleichzeitig gut für die Gesundheit.

Langfristig etwas verändern

Die Anpassung der Arbeitsplätze ist nur der erste Schritt, um langfristig Veränderungen zu erzielen. Weitere Schritte, die Sie als Arbeitgeber in Erwägung ziehen könnten, sind:

  • Regen Sie Mitarbeiter an, beispielsweise alle 30 Minuten kurz aufzustehen.
  • Planen Sie Besprechungen in einem anderen Teil des Büros.
  • Stellen Sie ein Besprechungszimmer für Meetings im Stehen bereit.
  • Erinnern Sie Mitarbeiter wöchentlich daran, ihre Gewohnheiten zu ändern und zum Beispiel E-Mails im Stehen abzuarbeiten.
  • Regen Sie dazu an, die Treppen statt den Fahrstuhl zu benutzen.
  • Rufen Sie dazu auf, Kollegen am Arbeitsplatz zu besuchen, anstatt nur telefonisch oder per E-Mail zu kommunizieren.

Gerade Letzteres verschafft dem Entwickler eine kurze Bildschirmpause und fördert seine Konzentrationsfähigkeit. Dadurch kann er den Kopf frei bekommen, sich neu fokussieren und vielleicht schneller zur Lösung eines Problems finden. Zusätzlich wird die Kommunikation und Zusammenarbeit untereinander gefördert. Das schafft letztendlich ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, was sich wiederum positiv auf das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft auswirkt.

Gut Ding will Weile haben

Mitarbeiter von den gesundheitlichen Vorteilen zu überzeugen, ist einfach. Aber nur weil wir wissen, dass etwas gut für uns ist, bedeutet das noch lange nicht, dass wir es sofort umsetzen werden. Menschen brauchen Zeit, sich eine völlig neue Arbeitsweise zur Gewohnheit zu machen.

Vor allem sollten Neuerungen nicht unter Zwang umgesetzt werden, sondern immer auf freiwilliger Basis geschehen. Auch ein Mitarbeiter, der das Gefühl hat, die Gestaltung seines Arbeitsplatzes mitbestimmen zu können, wird sich dort und damit auch letztlich im Unternehmen wohler fühlen. Dennoch gibt es für Bequemlichkeit keine Entschuldigung. Vor allem, wenn die oben beschriebenen Probleme ganz einfach gelöst werden könnten.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -