Fear-Driven-Development – (k)ein Schubs in die richtige Richtung
Kommentare

Als Entwickler Teil eines Teams zu sein, hat sicher viele Vorteile. Doch nicht immer ist die Art und Weise, wie Entwicklerteams gemanagt werden, für die Atmosphäre am Arbeitsplatz förderlich.

Es gibt unterschiedliche Ansätze, wie Projektmanager den Entwicklungsprozess antreiben können; das Fear-Driven-Development (FDD) nimmt dabei jedoch immer mehr zu – und sorgt eher dafür, auch die motiviertesten Teammitglieder zu vergraulen. Scott Hanselman erklärt auf seinem Blog die Hintergründe des Fear-Driven-Development und verdeutlicht, was Projektmanager nicht tun sollten, um ihr Team zu motivieren.

Fear-Driven-Development und die Angst vorm Fehler machen

Fear-Driven-Development ist keine Seltenheit mehr im Entwicklerbereich. Damit erreichen Manager jedoch oft nur, dass die Entwickler sich darum sorgen, Fehler im Code zu machen und so das ganze Projekt zu gefährden. Statt eines stetig voranschreitenden Entwicklungsprozesses kommt es zu einem Beinahe-Entwicklungsstopp und das gesamte Unternehmen leidet unter permanentem Stress.

Diese Angst, die bei einem Projekt entsteht, kann sich auf vielfältige Art und Weise äußern. Es ist nicht nur die Sorge, Fehler zu machen, sondern vor allem auch die Angst der Entwickler, ihren Job zu verlieren. Durch das Fear-Driven-Development werden Entwickler schnell dazu verleitet, jeden Tag länger zu bleiben und härter zu arbeiten – auf Kosten der persönlichen Gesundheit und des Privatlebens der Mitarbeiter.

Fear-Driven-Development kann sich auch in der Angst vor dem Code äußern, etwa, weil es sich um einen Legacy-Code handelt oder weil die Entwickler noch nicht wissen, was mit dem neuen Code auf sie zukommt. Für viele Entwickler ist es auch die Angst, Verantwortung zu übernehmen und eventuelle Bugs oder Probleme ausbaden zu müssen. Dazu kommt häufig auch, dass Entwickler wochen-oder monatelang an einem Projekt arbeiten und sich mit der Zeit die Angst einstellt, unzureichenden oder fehlerbehafteten Code zu veröffentlichen. Dabei kann eine solche Situation sogar eine Chance sein, aus den eigenen Fehlern zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

FDD ist nicht das Einzige, was Entwicklerteams negativ beeinflussen kann

Fear-Driven-Development kann die Arbeit eines Entwicklerteams deutlich negativ beeinflussen. Doch es ist nicht das Einzige, was für Unzufriedenheit im Team sorgen kann. Pawel Brodzinski hat in der Vergangenheit einen Artikel zum Thema 10 Sure Shot Ways to Lose Your Team veröffentlicht.

Darin nennt er zum Beispiel, dass Manager keine Gespräche unter vier Augen erlauben oder dass sie keine Projekt- oder Unternehmensinformationen mit ihrem Team teilen. Genauso mag kein Team Manager, die keine Diskussionen erlauben, ständig einzelne Teammitglieder und deren Arbeit kritisieren und den Erfolg eines Projekts als ihren alleinigen Verdienst ansehen.

Auch das Micro-Management kommt bei vielen Teams nicht besonders gut an – kein Wunder, denn welcher Entwickler will sich permanent vorschreiben lassen, wie er seinen Job zu erledigen habe?

Fear-Driven-Development ist also nicht das einzige, was Entwickler negativ beeinflussen kann. Ein Schubs in die richtige Richtung, um den Fortgang des Projekts zu sichern, kann bestimmt nicht schaden – Entwickler ständig daran zu erinnern, dass sie nicht unersetzlich sind und Fehler machen, allerdings schon.

Aufmacherbild: fear conceptual meter indicate maximum, isolated on white background von Shutterstock / Urheberrecht: donskarpo

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -