VR for Real: Neuigkeiten aus der Welt der Virtual Reality

HTC Vive: Beliebtestes Headset, HapticWave & eigenes VR-Musikstudio
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In unserer Reihe „VR for Real“ informieren wir euch einmal pro Woche über die neusten Entwicklungen, aktuelle Neuerscheinungen im VR-Gaming-Bereich und all das, was sonst noch bei der Arbeit in der virtuellen Realität Spaß macht. Diesmal dabei sind zum Beispiel die Ergebnisse des Steam Hardware & Software Survey, der Start der geschlossenen Beta von Envelop VR und das VR Infinity Gesture Plugin für Unity.

Auch diese Woche ist das VR for Real vollgepackt mit allerhand Neuigkeiten aus den Bereichen Hardware, Software und Entertainment im Virtual-Reality-Bereich. Und natürlich darf auch ein kleines Fundstück nicht fehlen – auch wenn das heute eher der Kategorie „Braucht man das wirklich?“ angehört.

Mit dabei sind zum Beispiel Oculus‘ neues HapticWave-Projekt, mit dem haptisches Feedback für die Oculus Rift verbessert werden soll, die Möglichkeit, mit SoundStage sein eigenes Traum-Musikstudio in der virtuellen Realität zu bauen und ein neues Patent von Apple, das auf einen möglichen Einstieg Apples in den VR-/AR-Markt hindeuten könnte.

☆ Oculus Rift, HTC Vive & Co.

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit VR-Hardware – von Oculus Rift über Samsungs Gear VR bis hin zur HTC Vive.

Steam Hardware & Software Survey

Vor kurzem hat Valve die Ergebnisse des aktuellen Steam Hardware & Software Surveys vorgestellt – mit einigen interessanten Statistiken zur Oculus Rift und HTC Vive. Die Umfrage, an der Steam-User komplett freiwillig und anonym teilnehmen konnten, zeigt unter anderem Informationen zur Nutzung von VR-Headsets im vergangenen Monat. Darin zeigt sich, dass die HTC Vive bei Steam-Nutzern deutlich beliebter ist als die Oculus Rift. So nutzen knapp 66 Prozent der Umfrage-Teilnehmer die HTC Vive, während gerade einmal 27,75 Prozent die Konsumer-Version der Oculus Rift nutzen.

Allerdings, so betont Jamie Feltham in seiner Analyse der Umfrageergebnisse, heißt das nicht, dass die Vive die Oculus Rift in Sachen Verkaufszahlen schlägt, denn „Steam surveys are not a good way to gage numbers.“ Trotzdem geben die Ergebnisse des Steam Hardware & Software Survey immerhin einen ersten Eindruck über die Verbreitung der beiden High-End-VR-Headsets, während man weiter auf konkrete Verkaufszahlen zum Vergleich der Devices wartet. Mehr Informationen dazu bietet der oben genannte Artikel von Feltham, die kompletten Ergebnisse stehen im Steam-Store zur Ansicht zur Verfügung.

HapticWave – Haptic Feedback ohne Handschuhe

Oculus mischt aktuell im Bereich VR-Input ganz vorne mit – unter anderem mit dem kurz vor der Veröffentlichung stehenden Oculus Touch. Doch damit soll die Arbeit an VR-Input längst noch nicht abgeschlossen sein, erklärt Jamie Feltham in seinem Artikel HapticWave is a VR Feedback Project From Oculus That Doesn’t Use Gloves. So arbeite Oculus bereits an einer neuen Hardware für haptisches Feedback, mit der User Objekte und Untergründe in der virtuellen Realität fühlen können – und das ganz ohne Handschuhe. HapticWave heißt das Projekt, das aus einer Metallplatte besteht, die auf kreisförmig angeordneten elektromagnetischen Bestätigungsschaltstücken aufliegt und Vibrationen an die Hände überträgt. Dazu sagt Feltham:

Key to HapticWave is the direction of those vibrations, which the actuators are able to fine tune in relation to the object the user is interacting with and make them feel more authentic.

Offiziell vorgestellt werden sollen erste Demos von HapticWave auf der SIGGRAPH 2016, ob das Projekt allerdings in Zukunft auch als kommerzielles Produkt zur Verfügung stehen wird, bleibt erst mal abzuwarten – aktuell, so Feltham, ist es vor allem ein Experiment, mit dem man prüfen will, wie haptisches Feedback für Virtual Reality umgesetzt werden kann.

PlayStation VR gewinnt Hardware-Preis bei E3 2016 Game Critics Awards

Gut drei Wochen ist die diesjährige Electronic Entertainment Expo (E3) nun her. Virtual Reality spielte dabei eine entscheidende Rolle – und das spiegelt sich auch bei den diesjährigen E3 Game Critics Awards wider. Großer Gewinner ist dabei die PlayStation VR, die in der Hardware-Kategorie den Preis in der Best Hardware/Peripheral-Kategorie abräumte. Eine vollständige Liste der Gewinner gibt’s für Interessierte im zugehörigen Artikel von Peter Graham.

☆ Tools für das VR-Development

Hier bieten wir einen Ausblick auf neue Tools sowie Tipps und Kniffe für die Entwicklung im VR-Umfeld.

Geschlossene Beta von Envelop VR gestartet

Bereits letzte Woche haben wir euch von SPACE VR berichtet – einer Plattform, die einen Virtual Space zur Verfügung stellt, die User für die Arbeit nutzen können. Einem ähnlichen Prinzip folgt auch Envelop VR, das nun in einer geschlossenen Beta zum Testen zur Verfügung steht. Das Team hinter der Plattform beschreibt Envelop VR als „immersive computing platform that brings the best out of your PC while in Virtual Reality“, mit der vor allem die Funktionalität von VR-Applikationen auf eine Art Virtual Desktop erweitert werden kann. Allzu viele Informationen zu Envelop VR gibt es allerdings noch nicht; die Plattform steht für Microsoft Windows auf der Projektseite zur Verfügung, auf der man sich auch für das Beta-Programm bewerben kann.

Epic Games spendiert 80.000 US-Dollar an Unreal-Nutzer

Epic Games, das Unternehmen hinter der beliebten Spieleentwicklungs-Engine Unreal, hat im Rahmen des Unreal-Dev-Grants-Programms – einem Belohnungsprogramm für Indie-Entwickler, die Unreal nutzen – insgesamt 80.000 US-Dollar an Entwickler-Teams verteilt. Dazu zählen auch einige Entwickler von Virtual-Reality-Spielen und -Applikationen, die mit Unreal erstellt wurden. Eine nette Geste an die Entwickler, die gleichzeitig natürlich auch einen Anreiz bieten soll, für das nächste Entwicklungsprojekt auf Unreal zu setzen.

VR Infinity Gesture Plugin für Unity

Interaktivität ist bei vielen VR- und AR-Spielen zwar wünschenswert, allerdings steckt die Entwicklung echter interaktiver Charaktere noch in den Anfängen. Das größte Problem dabei ist vor allem das Erkennen von Bewegungen. Mit dem VR Infinite Gesture Plugin für Unity soll das künftig einfacher gehen. Das Plugin soll Entwicklern vor allem dabei helfen, Gestenerkennungs-Technologien in ihre Software zu integrieren. Dazu sagt einer der Plugin-Entwickler: „Our long term goal is to make truly interactive characters for VR and AR. That’s why we made the gesture tech, so that our characters could perceive human intent through body movement.

Einen ersten Eindruck von der Funktionsweise des VR Infinity Gesture Plugins bietet das nachfolgende Video:


Das Plugin steht im Unity Asset Store zur Verfügung, aktuell kostet es 90 US-Dollar.

Apple erhält Patent für transparentes High-Field-of-View-Display

Steigt Apple doch früher als erwartet in den Virtual-/Augmented-Reality-Markt ein? Ein neues Patent für ein transparentes High-Field-of-View-Display, das sich augenscheinlich vor allem an den AR-Sektor richtet, sowie weitere Patente deuten zumindest darauf hin, dass Apple sich intensiv auf den Einstieg in die immersive Technologie vorbereitet.

Bereits 2006 hatte Apple einen entsprechenden Patentantrag gestellt, der im Jahr 2012 eine Neuauflage erhielt. Darin beschrieben wird, so erklärt Paul James in seinem Artikel, ein AR-Display, das mit möglichst wenig Signalverlust Licht von einer Quelle überträgt – ähnlich wie man das von optischen Wellenleitern kennt. Außerdem zeigt das zum Patentantrag zugehörige Diagramm eine „Large Eye Motion Box“, die auf ein besonders großes Field-of-View-Display hindeuten könnte.

Ob und wie Apple sich in das VR-/AR-Geschäft einmischt, bleibt allerdings erst mal abzuwarten – immerhin ist ein Patentantrag keine Garantie, dass ein solches Display tatsächlich gebaut wird.

☆ VR und Entertainment

Virtual Reality erobert auch immer mehr den Entertainment-Bereich. In diesem Abschnitt geht es darum um die aktuelle Entwicklung von VR für Games sowie Film und Fernsehen.

VR und Storytelling in der Musik

Wer nicht gerade ein audiophiler Liebhaber alter Schallplatten und Phonographen ist, dürfte dem Fehlen von sogenannten Linernotes (oder auch nur von Albumtexten) in Zeiten von iTunes, Spotify und Apple Music eher wenig Beachtung schenken. Allerdings boten genau die in der Vergangenheit eine Möglichkeit, eine „persönlichere“ Beziehung zum Musiker aufzubauen – immerhin stammen die darin enthaltenen Informationen idealerweise von ihm selbst.

Mit Virtual Reality soll genau das nun in anderer Form ermöglicht werden. So hat das US-Amerikanische Start-Up Jaunt bereits in der Vergangenheit mit Paul McCartney zusammengearbeitet, um dessen Shows in einer 360-Grad-VR-Experience darzustellen. Mit der neuen sechsteiligen Dokumentation „Pure McCartney VR“ geht man noch einen Schritt weiter und nimmt den Zuhörer mit auf eine Reihe „behind the scenes“. Dieser kann so etwa am Songwriting-Prozess und der Produktion der Musikvideos teilnehmen und erhält dabei allerhand Hintergrundinformationen zum Künstler. Eine geniale Marketingidee, glaubt Executive Producer Lucas Wilson:

Today’s most innovative artists are always looking for new ways to push boundaries, with their music and their means of connecting with fans

Virtual Reality bietet hier viele Möglichkeiten, man darf also durchaus gespannt sein, was sich Musiker, Labels und Filmemacher in Zukunft einfallen lassen, um Musik und VR miteinander zu verbinden. Mehr Informationen zu den Hintergründen des Projekts bietet der zugehörige Artikel von Alex Kane; dort finden sich auch mehr Details zum Inhalt der Dokumentation.

SoundStage: Bau dein eigenes Traum-Musikstudio

Bleiben wir doch noch einen Moment beim Thema Musik und Virtual Reality. Wer schon immer davon geträumt hat, sich sein eigenes Musikstudio einzurichten, bekommt mit der VR-Applikation SoundStage dafür ganz neue Möglichkeiten geboten. SoundStage richtet sich vor allem an Musiker, die aus Budgetgründen auf teures Studioequiment verzichten müssen. Stattdessen können mit der Applikation eigene Tracks gespielt, aufgenommen und gemischt werden – und zwar direkt in der Virtual Reality. Wie SoundStage funktioniert, zeigt das folgende Video:

Die Applikation steht ab sofort auf Steam Early Access für HTC Vive und SteamVR zur Verfügung.

Rec Room bringt Sport in die Virtual Reality

Dass regelmäßiger Sport gut für die Gesundheit ist, ist kein Geheimnis. Dass jeder Gang ins Fitnessstudio ein Kampf gegen den inneren Schweinehund ist, allerdings auch nicht. Künftig kann man aber auch bequem von zuhause aus sportlich tätig werden – und zwar mit Sport in der virtuellen Realität. Dabei hilft etwa die neue VR-Applikation Rec Room aus dem Hause des Indie-Entwicklers Against Gravity. Designed ist sie als ein „Social Club“, in dem die Spieler sich in der virtuellen Realität treffen und gemeinsam eine von aktuell drei zur Auswahl stehenden Sportarten – Zero-G Paddle Ball, Disc Golf oder Dodgeball – ausüben können. Einen ersten Eindruck davon vermittelt der erste Trailer zu Rec Room:

Aktuell steht Rec Room für die HTC Vive kostenlos als Steam Early Access Preview zur Verfügung.

☆ VR for Fun

Ein bisschen Spaß darf auch in der Virtual Reality nicht fehlen. Hier stellen wir euch einige unterhaltsame Fundstücke aus allen Themengebieten vor.

Ohrreinigung in VR

Aus Japan kommen ja allerhand interessante Trends – und auch Virtual Reality zählt anscheinend immer mehr zu einem Mittel, um solche Trends umzusetzen. Auf der Anime Expo – der größten Anime und Manga Convention in Nordamerika – konnten Interessierte Besucher am Stand von Nagomi’s Earcleaning VR sich nun die Ohren säubern lassen – in der virtuellen Realität, versteht sich. Eine durchaus ungewöhnliche, zum Teil befremdliche Erfahrung, die Jonathan Nafarrete da beschreibt. In japanischen Animes ist das aber wohl ein gern thematisiertes Thema – na dann, wem’s gefällt …

Aufmacherbild: Glasses for virtual reality. Vector illustration. (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Julia Kopacheva

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