Die Candidate Journey 2017

Karriere-Check: Recruiting im digitalen Zeitalter
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Früher war alles einfacher. Recruiting hieß noch Personalbeschaffung. Doch die Zeiten ändern sich. Die Digitale Transformation hat auch die Suche nach neuem Personal revolutioniert. Wie sieht die Candidate Journey 2017 aus?

Die Suche nach neuem Personal lief früher so ab: Es wurde eine Stellenanzeige in der regionalen Tageszeitung geschalten – bevorzugt natürlich in der Samstagsausgabe. Daraufhin trudelten auf dem Schreibtisch des Personalleiters Bewerbungsmappen ein. Passbild vom Fotografen, Lebenslauf von Hand geschrieben und ganz „pfiffige“ Kandidaten legten einen Teebeutel bei, damit sich der Konsument der Bewerbung doch in Ruhe Zeit nehmen könne, die Unterlagen zu studieren.

Bewerbungsprozess digital

Ich kann mich offen gestanden nicht mehr erinnern, wann die letzte Bewerbung in Papierform in unserem Unternehmen ankam. Wohl kann ich mich aber an die Erzählung eines Bewerbers erinnern, wie er unsere Firma als Arbeitgeber gefunden hat. Denn nur wenige große Firmen haben das Glück, per se so bekannt zu sein, dass Bewerber proaktiv dort nach Stellen suchen. Also: Der Kandidat hatte eine Stellenanzeige auf einem Portal gesehen. Auch wenn diese inhaltlich nicht passte, so fand er doch die Firmenbeschreibung interessant genug, um über das Unternehmen zu recherchieren. Er besuchte die Firmenwebsite, las Artikel im Internet usw. Klang ja alles sehr interessant, aber konnte das stimmen? Also auf zu kununu, Arbeitgeberbewertungen checken. Las sich immer noch gut, zurück auf die Firmenwebsite. Passende Stelle raussuchen, bewerben.

Bewertungsportale als X-Faktor

Zwei Dinge lassen sich aus dieser Geschichte lernen: Personalmarketing ist auch und insbesondere für mittelständische Firmen wichtig im Kampf um Talente. Und der Einfluss von Bewertungen darf nicht unterschätzt werden. Denken Sie allein an Produkt-, Restaurant-, Hotelbewertungen (und inzwischen: die Bewertungen dieser Bewertungen) welche Ihre (Kauf-)Entscheidungen beeinflussen. Umso mehr hat ein Bewerber das Bedürfnis, sich genau über das Unternehmen zu informieren, in dem er gegebenenfalls einen Großteil seiner Zeit der nächsten Jahre verbringt. Zusammen nennen wir das aus Firmensicht neudeutsch „Employer Branding“, und dies ist der Startpunkt der „Candidate Journey“.

Kritisch hinterfragen

Doch all diese Maßnahmen und Dinge, die man liest, sollte man sowohl seitens des Unternehmens wie auch seitens des Bewerbers kritisch hinterfragen. So gibt es diverse Auszeichnungen und Labels, welche sich Unternehmen um den Hals hängen, die man „mehr oder minder kaufen kann“. Bewertungen können vom Unternehmen selbst geschrieben sein, wenn dieses nicht eine gewisse Moral in seiner Firmenkultur lebt. Eine schlechte Bewertung heißt auch nicht zwingend, dass das Unternehmen nicht auch gute Seiten hat – vielleicht hat es halt auch „einfach mal nicht gepasst“.

Persönliches Kennenlernen als A und O

So schließt sich der Kreis wie zu Anfang dieses Beitrags begonnen: in der analogen Welt. Bewerber und Unternehmen müssen sich kennen lernen und sollten sich dafür entsprechend Zeit nehmen. Authentisches Auftreten auf beiden Seiten und eine klare Kommunikation der Erwartungshaltung sind Voraussetzungen dafür, dass keine der beiden Seiten im Nachhinein eine böse Überraschung erlebt. Und dennoch ist oft die Entscheidung für einen Kandidaten schwer genug. Daher ein Tipp, sollten Sie eine solche Entscheidung treffen müssen: Schreiben Sie alle Pro- und Contra-Argumente auf eine DinA4-Seite. Lesen Sie das Papier in Ruhe durch. Zerreißen Sie es und entscheiden Sie aus Ihrem Bauch.

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