Das waren die wichtigsten Entwicklerthemen 2015 - Teil 5

Meteor, Smart Home und der Azure-Rundumblick – unser Jahresrückblick
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Mit großen Schritten bewegen wir uns in Richtung Jahresende. Zeit zurückzublicken und das Jahr Revue passieren zu lassen. In einer Artikelserie greifen wir die wichtigsten Themen aus 2015 auf – welche Technologien, Ereignisse und Trends haben Entwickler in diesem Jahr besonders bewegt und interessiert? Heute geht es dabei um die Weiterentwicklung des JavaScript-Frameworks Meteor, den Azure-Rundumblick und die neusten Trends rund um das Thema Smart Home.

Meteor

Seit dem Release von Meteor 1.0 im vergangenen Jahr hat sich einiges im JavaScript-Ecosystem getan – nicht zuletzt dank der Arbeit an der neuen JavaScript-Spezifikation ECMAScript 2015. Für das Team hinter dem Open-Source Webapplikations-Framework Meteor stand die erste Jahreshälfte im Zeichen der Arbeiten an der nächsten Version 1.2, deren Release laut Roadmap für den Sommer 2015 geplant war.

Am 22. September war es dann soweit: Matt DeBergalis stellte die Highlights der neuen Version 1.2 vor. Das Release war nicht nur das bisher ambitionierteste der Plattform, sondern gleichzeitig auch das umfangreichste. ECMAScript 2015 wurde offizielles JavaScript der Meteor-Plattform und wird seitdem automatisch in jeder JavaScript-Datei genutzt. Auch in bestehende Apps lässt sich der neue JavaScript-Standard leicht mithilfe des ecmascript-Pakets hinzufügen. Um die Abwärtskompatibilität musste man sich keine Gedanken machen: Der ES-2015-Support von Meteor ist 100 Prozent abwärtskompatibel.

Auch für Angular und React brachte Meteor 1.2 offiziellen Support mit. Egal, ob Entwickler sich für Angular, React oder die traditionellen Blaze-Templates entscheiden, auch der Rest des Meteor-Stacks steht ihnen zur Nutzung zur Verfügung, da alle Meteor-Features sich nahtlos in alle drei Engines einfügen.

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Last but not least wurde auch die Performance deutlich verbessert. So brachte Meteor 1.2 eine neue Build-Pipeline mit sich, die nicht nur deutlich schneller arbeitet, sondern etwa auch Cross-Package-Importe in LESS und Stylus unterstützt und die ES-2015-Transpilation-Stufe betreibt. Zudem ist das neue Build-System pluggable und erlaubt Entwicklern dadurch, Custom-Compiler, Minifier und Linter zu schreiben.

Am 27. Oktober wurde schließlich noch Meteor 1.2.1 veröffentlicht. Das inkrementelle Release, das auf Meteor 1.2 aufbaut, hatte einige Verbesserungen sowie Bug-Fixes an Bord. So wurde unter anderem das ecmascript-Package verbessert, das nun zusätzliche Polyfills von core-js enthält. Damit steht Entwicklern eine größere Palette an ES2015-Features wie Object.assign und Symbol zur Verfügung.

Mit dem September-Release von Meteor 1.2 wurde dem Framework auch der erwähnte Support von Angular hinzugefügt. Dieser erfolgt über das Angular-Meteor-Paket, das am 29. September in Version 1.0.0 und am 11. November in Version 1.2.0 erschien. Am 9. Dezember wurde schließlich noch Version 1.3 veröffentlicht. Sie markierte einen Meilenstein in der Entwicklung und brachte das Angular-Package einen weiteren Schritt in Richtung nativer und performanter Arbeit mit Angular innerhalb von Meteor. Im Vordergrund des Release stand die Verwendung der Standard-Meteor-APIs.

Smart Home

Heimautomation, vernetztes Heim, Smart Home – wie man die neuen Techniklösungen für das Zuhause auch nennen mag, sie sollen dem Eigenheim zusätzliche „Intelligenz“ und „Eigenständigkeit“ verleihen, um dem Eigentümer einen möglichst großen Komfort in den eigenen vier Wänden zu bieten. Auch 2015 haben wir in zahlreichen Beiträgen und Artikeln über das clevere Heim der Zukunft berichtet – und wir man es bereits jetzt in der Gegenwart realisieren kann.

Ein Ansatz ist beispielsweise die in Java entwickelte Smart-Home-Lösung openHAB, die Komponenten zur Heimautomatisierung von verschiedensten Anbietern hersteller- und protokollneutral in einer Plattform miteinander verbindet. Wie man eine openHAB-basierte, individuelle Smart-Home-Lösung aufbaut, die einfach erweiterbar ist und den Schutz der persönlichen Daten gewährleistet, haben wir im Beitrag „Hands-on-Integration mit openHAB“ vorgestellt. Allen, die noch tiefer in openHAB einsteigen möchten, legen wir die unsere beiden shortcuts ans Herz, die einen Überblick über Systeme und Protokolle geben und auf Sicherheits-, Datenschutz- und Privatsphärenaspekte eingehen.

Aber es muss ja nicht immer gleich Smart „Home“ sein. Manch einer möchte kleiner anfangen und beispielsweise eine Gartenhütte im Winter vor Frost schützen. Wie ein IoT-Gerät aussehen müsste, das diese Aufgabe übernimmt, und wie man es baut und programmiert, erfährt man im Beitrag „Hilfe, meine Gartenhütte erfriert!“.

Alles neu macht die Cloud – Azure Rundumblick 2015

Rund um die Azure-Cloud ging es turbulent zu in diesem Jahr. Großes Highlight war sicherlich Microsofts Ankündigung, in der zweiten Jahreshälfte 2016 ein deutsches Azure-Angebot zur Verfügung stellen zu wollen, bei dem die Telekomtochter T-Systems als Datentreuhänder auftritt. Damit bietet Microsoft eine Lösung für die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes an, die bisher viele deutsche Unternehmen davon abgehalten haben, den Schritt in die Cloud zu wagen. In Sachen Sicherheit hat der Softwarekonzern aber bereits Anfang des Jahres ausgebaut und unter dem Namen Azure Key Vault einen neuen Cloud-basierten Security-Management-Service für Administratoren und Entwickler bereitgestellt. Unter anderem managt der Service – der mittlerweile allgemein verfügbar ist – die kryptographische Keys und Passwörter (Microsoft:”Secrets”), die den Zugang zu Anwendungen beschränken.

Im März ging mit dem Azure App Service außerdem neues Entwicklerwerkzeug an den Start. Der Service stellt Tools zur Erstellung von Cross-Plattform- und Cloud-basierten Apps sowie von APIs zur Verfügung. Im nachfolgenden Video verrät Scott Hunter (Principal Program Manager des ASP.NET-Teams), wie Entwickler den neuen Dienst einsetzen können, um Cloud-APIs zu erstellen und zu nutzen.

Das Microsoft die Entwicklung von Azure mit hoher Geschwindigkeit vorantreibt, wurde auch deutlich, als ebenfalls im März die Azure-Websites als Teil der neu vorgestellten App-Services umbenannt wurden in Web-Apps. Das hatte zur Folge, dass die Websites um teils bekannte (Mobile-Apps) und teils komplett neue Komponenten (Logic-Apps und API-Apps) erweitert wurden. Einen Überblick dazu bietet der folgende Beitrag.

Natürlich gab es auch auf Microsofts Build-Konferenz im April Neuigkeiten zur Azure-Cloud. Hier kündigte der Softwarekonzern erstmals die neue Azure Service Fabric an, die wenige Wochen in der Preview erschienen ist. Mithilfe der Service-as-a-Platform-Technologie lassen sich Microservices erstellen, die jeweils einzeln eingesetzt und miteinander kombiniert werden können. Noch ist die Entwicklungsphase des Projeks nicht beendet, im Verlauf nächsten Jahres will Microsoft den Dienst aber offiziell zur Verfügung stellen. Seit Juni sind darüber hinaus die neuen Azure-Dienste Azure AD Connect und Azure AD Connect Health final verfügbar.

Aber auch rund um das Thema maschinelles Lernen hat das Jahr einige Neuheiten hervorgebracht. Im Rahmen seines Cloud-Dienstes „Project Oxford“ hat Microsoft vor kurzem zum Beispiel ein neues Face-API veröffentlicht. Dahinter verbirgt sich eine neue Emotionserkennungslösung, die dazu in der Lage sein soll, Gefühle von auf Fotos abgebildeten Menschen zu erkennen. Daneben arbeitet das Microsoft-Research-Team aktuell an einem neuen System, das dazu in der Lage sein soll, Bilder zu analysieren und Fragen dazu auf die gleiche Weise zu beantworten, wie ein Mensch.

Aufmacherbild: Meteor shower in night sky illustration von Shutterstock / Urheberrecht: pixbox77

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