VR for Real: Neuigkeiten aus der Welt der Virtual Reality

Oculus: Kein DRM-Check mehr, Chrome: WebVR für alle & Heiratsantrag in VR
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In unserer Reihe „VR for Real“ informieren wir euch einmal pro Woche über die neusten Entwicklungen, aktuelle Neuerscheinungen im VR-Gaming-Bereich und all das, was sonst noch bei der Arbeit in der virtuellen Realität Spaß macht. Diesmal dabei sind etwa neue WebVR-Settings in Chrome Beta und Chrome Dev für Android, der Launch von HTC Vive Accessories und ein Heiratsantrag in VR.

Auch diese Woche haben wir wieder eine vollgepackte Ausgabe unserer Reihe „VR for Real“ für euch. Dabei gibt es auch dieses Mal Neuigkeiten aus den Bereichen Hardware, Software und Entwicklung und VR im Entertainment-Sektor. Natürlich darf auch ein kleines VR-Fundstück nicht fehlen – und für das legen wir schon mal eine Runde Taschentücher bereit.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der neuen HTC-VR-Division HTC Vive Tech Corporation, der letzten Vorbestellungsrunde der PlayStation VR sowie der SPACE VR Platform, bei der zwar die Arbeit im Vordergrund steht, die aber trotzdem für viele nützliche Möglichkeiten sorgt, wie man sich ebendiese mithilfe eines VR-Headsets erleichtern kann.

☆ Oculus Rift, HTC Vive & Co.

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit VR-Hardware – von Oculus Rift über Samsungs Gear VR bis hin zur HTC Vive.

Oculus entfernt Hardware-DRM-Check

Gute Neuigkeiten für alle HTC-Vive- und OSVR-User, die Software aus dem Oculus Home Store nutzen wollen: Mit dem Juni-Update der Oculus-Rift-PC-Runtime wurde der umstrittene DRM-Hardware-Check wieder entfernt. Dieser wurde in einem früheren Update eingefügt, um zu überprüfen, ob tatsächlich auch eine Oculus Rift an den PC angeschlossen ist, um Rift-Games zu spielen. User anderer Headsets, die Plattformen wie Revive nutzen, wurde somit der Zugriff auf die Spiele verwehrt; Oculus nannte Anti-Piraterie-Maßnahmen als Grund für den DRM-Check. Ab sofort soll es eine solche Überprüfung nicht mehr geben, berichtet Ben Lang in einem Blogpost. Dort sind alle Hintergründe zum Thema auch noch einmal übersichtlich zusammengefasst.

HTC Vive Tech Corporation – HTCs neue VR-Division

Entsprechende Gerüchte gab es schon länger, nun ist es jedoch auch offiziell: HTC gliedert sein Virtual-Headset HTC Vive in eine eigenständige VR-Division aus. Unter dem Namen HTC Vive Tech Corporation will man künftig für bessere Zusammenarbeit im VR-Bereich sorgen und ein globales VR-Ökosystem etablieren. Gleichzeitig stellte HTC auf dem GSMA Mobile World Congress in Shanghai die Virtual Reality Venture Capital Alliance vor – ein Zusammenschluss aus 28 VR-Investment-Unternehmen, die Startups mithilfe von entsprechenden Fonds beim Einstieg in die VR-, AR- und Mixed-Reality-Entwicklung unterstützen will. Mehr Informationen dazu bietet ein Artikel von Jamie Feltham.

HTC Vive Accessories verfügbar

Die Ausgliederung der HTC-Vive-Entwicklung in eine eigene Divison war allerdings nicht die einzige Neuigkeit, die es diese Woche rund um die HTC Vive zu vermelden gab. So steht der HTC Vive Accessories Store nun offiziell zur Verfügung und bietet die Möglichkeit, Extrazubehör sowie Ersatzteile für das Head-Mounted-Display aus dem Hause HTC zu erwerben. Auffällig sind allerdings die unterschiedlichen regionalen Angebote: Während im deutschen Vive Accessories Store lediglich Gesichtspolster, Nasenauflagen und ein USB-Verlängerungskabel zur Verfügung stehen, ist die Auswahl in den Accessories Stores in Großbritannien und den USA deutlich größer. Hier stehen etwa auch eine Base-Station-Unit oder Controller zur Verfügung. Mehr Informationen zum neuen HTC Vive Accessories Store fasst ein Artikel von Jamie Feltham zusammen; zum deutschen Accessories Store geht es auf der HTC-Vive-Website.

Letzte Runde der PlayStation-VR-Vorbestellungen

Vorbestellungen von VR-Headsets sind so eine Sache: Bisher hatte noch jeder Anbieter Probleme, mit den Massen an Vorbestellungen umzugehen und die Headsets rechtzeitig an die Kunden auszuliefern. Auch die PlayStation VR könnte sich mit solchen Problemen rumschlagen müssen, wenn im Oktober der Verkauf des gespannt erwarteten Headsets beginnt. Trotzdem gibt es seit dem 30. Juni nochmals die Möglichkeit, ein PlayStation-VR-Bundle über GameStop.com vorzubestellen – allerdings, und das ist die schlechte Nachricht für deutsche Interessierte – nur in den USA. Wer nun also nicht in den Genuss kommt, ein Headset vorzubestellen, muss sich weiter bis zum offiziellen Verkaufsstart gedulden. Dann aber sollte jeder die Möglichkeit haben, eine PlayStation VR zu erwerben – zumindest verspricht Sony, dass das Headset am Launch-Tag in ausreichender Menge im Einzelhandel verfügbar sein soll.<

☆ Tools für das VR-Development

Hier bieten wir einen Ausblick auf neue Tools sowie Tipps und Kniffe für die Entwicklung im VR-Umfeld.

Samsung Creators Program soll VR-Entwicklung vorantreiben

Samsung mischt mit seiner Samsung Gear VR bereits kräftig im Virtual-Reality-Markt mit. Nun hat das Unternehmen mit Samsung Creators ein neues Programm vorgestellt, das die Entwicklung von VR-Content weiter vorantreiben soll. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Seminaren und Klassen, die vor allem auf eins ausgerichtet sind:

[to educate] filmmakers and influencers about how to produce video stories for this new media format

Samsung Creators soll zudem dabei helfen, die User Experience bei der Nutzung des Gear-VR-Headsets zu verbessern, indem Content-Entwicklern näher gebracht wird, worauf beim Erstellen von VR-Content zu achten ist. Mehr Informationen dazu bietet der zugehörige Artikel von Venturebeat.

Bildqualität der HTC Vive mit Supersampling verbessern

Die Bildqualität vieler Virtual-Reality-Headsets lässt oft noch zu wünschen übrig – da ist auch die HTC Vive keine Ausnahme. Mit einem einfachen Trick lässt sich die Bildqualität aber sogar ohne zusätzliche Tools deutlich verbessern. So kann die Pixeldichte mit SteamVR verändert und Supersampling hinzugefügt werden, sodass Bilder zunächst in einer höheren Auflösung gerendert werden, bevor sie für die Darstellung im Headset wieder runtergesampelt werden. Details zu dem Trick gibt es in einem Artikel von Paul James.

SPACE VR Platform: Arbeit statt Spaß

Die meisten Virtual-Reality-Plattformen zielen vor allem auf Entertainment oder Spiele ab. Dass es auch anders geht, zeigt die neue SPACE VR Platform von Pygmal Technologies, die sich vor allem auf den Einsatz von Virtual Reality im Arbeitsumfeld konzentriert. So stellt die Software einen Virtual Space zur Verfügung, der es Usern erlaubt, bis zu sechs Fenster als virtuelle Monitore zu öffnen und nach den eigenen Bedürfnissen auszurichten. Ebenso sollen Third-Party-Applikationen Daten wie etwa 360-Grad-Videos flexibel im Hintergrund streamen können. Einen Eindruck von der Funktionsweise der Plattform bietet das folgende Video:

Aktuell steht SPACE VR als Beta für Windows-PCs zur Verfügung; kompatibel ist die Plattform mit der Oculus Rift und HTC Vive. Die Beta steht auf der Projektseite zum Download zur Verfügung; mehr Informationen dazu bietet ein Artikel von Kyt Dotson.

Amazon Lumberyard Beta 1.3 mit neuen VR-Features erschienen

Mit Version 1.3 steht eine neue Version von Lumberyard Beta zur Verfügung. Damit erhält Amazons Videospielentwicklungs-Engine eine Reihe Verbesserungen sowie einige neue Features, von denen einige insbesondere auf die VR-Entwicklung ausgerichtet sind. So steht in Lumberyard Beta 1.3 nun VR Preview zur Verfügung, mit der Designs direkt in VR angesehen und VR-relevante Anpassungen direkt im Editor vorgenommen werden können. Im AWS-Blog sind die weiteren Änderungen in der neuen Engine-Version zusammengefasst; Lumberyard Beta 1.3 steht auf der Produktwebsite zum Download zur Verfügung.

Workshop zum Thema Web und Virtual Reality

Nicht nur im Entertainment- oder Gaming-Bereich wird Virtual Reality immer wichtiger, sondern auch im Web spielt VR eine immer größere Rolle. In einem Workshop soll sich am 19. und 20. Oktober 2016 in Mountain View (Kalifornien) genau damit auseinandergesetzt werden. Das W3C ist für die Organisation des Events zuständig, Thema soll vor allem die „intersection of Web and Virtual Reality“ sein. Alle Informationen dazu sind im Blog des W3Cs zusammengefasst.

Chrome Beta und Chrome Dev für Android mit neuem WebVR-Setting

Google spielt bei der Weiterentwicklung von WebVR – einem Set von Standard-Funktionalitäten für das Erstellen von VR-Websites, die den Content direkt an VR-Headsets ausgeben – seit jeher eine wichtige Rolle. Wie steht es aber um den Zugriff auf bereits bestehende Websites? Musste man bisher noch das VR-Headset beim Wechsel von WebVR- zu Nicht-WebVR-Seiten zur Seite legen, stehen in der neusten Chrome-Beta- und Chrome-Dev-Version für Android zwei neue Features zur Verfügung, die das überflüssig machen sollen.

So bringt Chrome Beta nun ein neues WebVR-Setting mit sich, das eine verbesserte VR-Device-Kompatibilität mit VR-Websites aktiviert. Chrome Dev enthält zudem ein sogenanntes „VR Shell Setting“, das Usern das Browsen des gesamten Webs ermöglichen soll, auch wenn diese Cardboards oder Daydream-fähige Devices tragen. Aktuell sind die neuen Features noch hinter einem Flag versteckt, wenn sie aber tatsächlich in der Stable-Version von Chrome für Android implementiert werden, erhalten deutlich mehr User Zugriff auf VR-Web-Browsing. Außerdem soll Google, so erklärt Ben Lang in seinem Artikel zum Thema, bereits am Support für Headsets wie die Oculus Rift oder HTC Vive arbeiten.

☆ VR und Entertainment

Virtual Reality erobert auch immer mehr den Entertainment-Bereich. In diesem Abschnitt geht es darum um die aktuelle Entwicklung von VR für Games sowie Film und Fernsehen.

Erstes Cross-Buy-Game für Oculus Rift und Gear VR vorgestellt

Die Ökosysteme der Oculus Rift und der Gear VR sind eng verknüpft, trotzdem war es bisher nicht möglich, Cross-Buy-Promotions zu erwerben, selbst wenn ein Spiel auf beiden Plattformen verfügbar ist. Mit OZWEs Anshar Wars 2 wurde nun allerdings das erste Cross-Buy-Game für Oculus Rift und Gear VR vorgestellt. User können nun also eine Version des Spiels kaufen und erhalten die andere kostenlos dazu, sofern der Oculus-Account auf beiden Plattformen konsistent ist. Damit sollen beide Ökosysteme künftig noch enger zusammengebracht werden – der erste Schritt ist hiermit auf jeden Fall getan.

Jerry’s Place 2.0 – Social VR-Plattform jetzt mit VRChat-Integration

Als Seinfeld 1989 erstmals ausgestrahlt wurde, wurde die Sitcom als innovativ, bahnbrechend und vor allem als lustig beschrieben. Nun, 27 Jahre später, soll Jerry’s Place 2.0 einen ähnlichen Effekt erreichen. Dabei handelt es sich um ein Projekt eines Designers, das dem Zuschauer erlauben soll, „to connect with his favourite TV show in a more immersive way than ever“. Dank der Integration von VRChat in die Virtual-Reality-Plattform soll nun auch genau das im Vordergrund stehen, was bereits beim Original eine wichtige Rolle spielte: das Zusammensein und miteinander reden. Die ursprüngliche Version von Jerry’s Place steht für die HTC Vive und Oculus Rift CVI, DK2 und DK1 zur Verfügung; die aktualisierte Version inklusive VRChat soll am 5. Juli veröffentlicht werden. Der folgende Trailer gibt einen ersten Eindruck von der App:

Olympische Spiele in VR erleben

Im August stehen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro an – und die sollen erstmals auch in VR zu erleben sein. Natürlich handelt es sich dabei nicht um das erste Sportevent, das von einer VR-Berichterstattung profitieren soll, allerdings sind die Olympischen Spiele die größte Sportveranstaltung mit einer solchen Berichterstattung. Übertragen wird die Olympiade über die NBC-Sports-App mit der Samsung Gear VR, insgesamt sollen 85 Stunden Berichterstattung in VR eingefangen werden – inklusive der Eröffnungs- und Abschlusszeremonien. Mehr Informationen sind im Artikel von Peter Graham zusammengefasst.

Google Expeditions verlässt Beta-Status

Google arbeitet fleißig an der Verbesserung von VR-Storytelling und dem Erstellen seiner eigenen Virtual-Reality-Plattform Google Daydream VR. Daneben verfolgt Google aber auch noch andere spannende Projekte im Bereich VR – zum Beispiel mit Google Expeditions. Nun hat die App die Beta-Phase verlassen und steht offiziell zum Download für Android-Devices mit Android 4.4. zur Verfügung; der Support für iOS soll bald folgen. Dazu sagt Jamie Feltham:

What that means is you’ll no longer have to enrol in a closed testing period; teacher can set up classrooms to use the providing they have a tablet to control, Google Cardboard headsets (or other compatible devices), and phones to power them.

☆ VR for Fun

Ein bisschen Spaß darf auch in der Virtual Reality nicht fehlen. Hier stellen wir euch einige unterhaltsame Fundstücke aus allen Themengebieten vor.

Heiratsantrag via Oculus Rift

Es fängt an wie ein Film-Trailer: Das folgende, knapp sieben Minuten lange Video zeigt, wie ein Virtual-Reality-Enthusiast die Oculus Rift dazu genutzt hat, seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Zwar handelt es sich dabei nicht um den Heiratsantrag, bei dem ein VR-Headset eine tragende Rolle spielt, trotzdem dürfte er nicht nur bei der künftigen Braut für feuchte Augen sorgen. Wir legen dann schon mal die Taschentücher bereit …


Aufmacherbild: Glasses for virtual reality. Vector illustration. (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Julia Kopacheva

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