Container as a Service Platform

openSUSE Kubic: Das Docker OS der nächsten Generation?
Kommentare

Wäre es nicht schön, wenn man sich als Entwickler völlig auf seine Arbeit konzentrieren könnte? Gemeinsam mit der Community entwickelt Suse zu diesem Zweck ein Betriebssystem, das sich vollständig auf Container fokussiert. Basierend auf openSUSE Tumbleweed und der Suse Container-as-a-Service-Plattform soll das neue Projekt openSUSE Kubic dem Entwickler möglichst viel Konfigurationsarbeit abnehmen.

Die Idee, ein minimales und auf Containern sowie Linux basierendes Betriebssystem zu erstellen, ist nicht neu. Vor openSUSE Kubic wurden beispielsweise Core OS, Rancher OS oder das Projekt Atomic entwickelt, die in das gleiche Horn stoßen. Es wird also schwer werden, den Anspruch zu erfüllen, eine neue Generation von Betriebssystemen mit dem Fokus auf Container as a Service (CaaS) einzuläuten.

openSUSE Kubic: Das Design

Natürlich wurde das Betriebssystem designt, um mit der existierenden Infrastruktur von Suse-Produkten möglichst problemlos zu harmonieren. Das Prinzip einer unveränderbaren Infrastruktur, mit der die Nutzer schließlich CaaS-Lösungen bauen können, die sich überall ausführen lassen, wird hierbei ebenfalls groß geschrieben.

Zudem lag der Fokus auf großen Deployments auf vielen Maschinen: Bei der Installation sollen möglichst wenige Daten vom Nutzer abverlangt werden, was gerade beim Verteilen auf viele Maschinen hilfreich ist. Möglichst wenig Interaktion mit dem Endnutzer beim Setup soll auch dadurch gewährleistet werden, dass möglichst viele Teile aus bestehenden Quellen kommen, sofern das möglich ist.

Ein Überblick über die System-Infrastruktur / Quelle: Thorsten Kukuk

Ein Überblick über die System-Infrastruktur / Quelle: Thorsten Kukuk

Die CaaS-Plattform soll, das wurde deutlich kommuniziert, als Community-Projekt entwickelt werden. Man ist sich bei Suse nämlich sicher, dass die Community einen ganz eigenen Blickwinkel haben wird, welche Funktionalität fehlt. Jedenfalls hat sie ganz andere Vorstellungen, Ideen und Einfälle als die typischen Enterprise-Kunden, heißt es.

Vorteilhaft ist auch das System für die Aktualisierung: Mit jedem Snapshot von Tumbleweed gibt es auch einen für Kubic. Da sich der Anbieter um die Aktualität des Betriebssystems kümmert, sollen Entwickler sich vollständig auf ihre Arbeit konzentrieren können. Wer die Kontrolle über die Updates nicht aus der Hand geben will, kann automatische Updates allerdings abstellen. Das Betriebssystem wird zudem ready to run ausgeliefert: Installiert man es, hat man in Zukunft sofort seine Webpage oder das Taskboard zur Verfügung und wird nicht erst einen ganzen Kubernetes Cluster konfigurieren müssen.

Docker & Kubernetes an Bord

Man muss fairerweise betonen, dass sich das Projekt noch in einem sehr frühen Stadium befindet. Zwar gibt es bereits Vorabversionen, aber von einem fertigen Produkt kann hier nicht die Rede sein. Daher kommt es auch, dass viele der gewünschten Funktionen noch nicht oder nur teilweise umgesetzt wurden. Das Wichtigste allerdings, Docker, läuft bereits direkt nach der Installation. Wer es sich zutraut, kann zudem schon aktuell Kubernetes konfigurieren und zum Laufen bringen. openSUSE Kubic macht im Übrigen Gebrauch vom RPM-Format und setzt für die vollständige System-Konfiguration auf die quelloffene Automatisierungssoftware Salt.

Lesen Sie auch: Docker: die Linux-Basics unter der Container-Haube

Wie oben erwähnt ist openSUSE Kubic in erster Linie eine auf Tumbleweed aufsetzende Container-as-a-Service-Plattform, die ein minimalistisches Betriebssystem auf die Maschine bringt. Die minimalen Images werden genau für einen Use Case optimiert, man kann hier also nicht von einem General Purpose OS sprechen. Minimal bedeutet allerdings nicht unbedingt „klein“: Die Builds können durchaus eine respektable Größe erreichen, je nach gewünschtem bzw. benötigtem Funktionsumfang. Da das Betriebssystem auf Containern basiert, spricht Suse offiziell auch von einem „Microservices OS“.

Container für ein Administration Dashboard sind geplant, fehlen allerdings noch. Images für die Kernel-basierte virtuelle Maschine (KVM) und VMWare fehlen ebenso, wie jenes für den Hypervisor XEN, mit dem man mehrere virtuelle Maschinen betreiben kann. Außerdem ist die Integration in openQA noch im Entstehen begriffen.

In diesem YouTube-Video erklärt Thorsten Kukuk das neue openSUSE Kubic im Detail:

Weitere Informationen zum neuen Docker-Betriebssystem gibt es im Blog von Suse, die Dokumentation der SUSE CaaS Platform kann laut Hersteller auch für Kubic genutzt werden.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -