Breakpoint Wilson: Endlich Softwareentwickler … jetzt machen wir Karriere!

Softwareentwickler und die Karriere im Job
Kommentare

Wir sind also endlich Softwareentwickler; und nachdem wir letzte Woche gelernt haben, dass wir immer weiter lernen müssen, geht es jetzt nur noch darum, festzustellen, warum wir uns weiterentwickeln möchten.

Letzte Woche habe ich darüber geschrieben, dass ich immer wieder Anfragen bekomme, die sich darum drehen, wie man später als Softwareentwickler beruflich weiter kommt. Deshalb haben wir uns im Breakpoint Wilson mit der Frage beschäftigt, ob wir überhaupt weiter lernen müssen. Die Antwort darauf war leicht: Wer sich für die Softwarebranche entscheidet, entscheidet sich bewusst oder unbewusst für einen lebendigen Berufsweg.

Ständiges Lernen geht mit dem Berufsbild des Softwareentwicklers unmissverständlich einher. Nun müssen wir uns aber fragen, warum wir uns eigentlich weiterentwickeln möchten. Dafür haben wir zwei weitere Fragen erarbeitet:

  1. Wie komme ich beruflich im Unternehmen weiter?
  2. Was soll ich tun, um mich insgesamt technisch fortzuentwickeln?

Lesen Sie auch: Softwareentwickler und das ewige Lernen

Wir haben also noch einiges vor uns … deswegen beschäftigen wir uns heute im Breakpoint Wilson mit der ersten Frage:

#1 Ich möchte mich beruflich weiterentwickeln

Hiermit ist entweder gemeint, in der Hierarchie aufzusteigen oder anderweitig neue, befriedigende Herausforderungen zu finden. Wenn wir mal die besagte „Butter bei die Fische“ tun, meint man landläufig damit „Wie kriege ich einen neuen Titel auf mein knochenweißes Kärtchen?“; oder ganz ungeniert: „Wie kann ich ohne mehr Verantwortung mein Gehalt verbessern?“.

Auch wenn die Überschrift anders klingt, wird es in den meisten Fällen auf das Gegenteil hinauslaufen: Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, wird sich weniger mit dem befassen, was einen selbst interessiert – und mehr damit befassen, was das Unternehmen voranbringt.

Breakpoint Wilson: Endlich Softwareentwickler … und jetzt?

  1. Softwareentwickler und das ewige Lernen
  2. Softwareentwickler und die Karriere im Job
  3. Softwareentwickler und das Staunen

Betrachten wir dazu zunächst einmal, wie wirtschaftlich orientierte Unternehmen funktionieren. In der Regel teilen die meisten Unternehmen nämlich einen wichtigen Aspekt: Sie betreiben so genannte Wertschöpfung. Unternehmen kennen Kunden, die Geld dafür bezahlen, damit das Unternehmen ihnen etwas bietet – Arbeitserleichterung zum Beispiel. Gerade Geschäftskunden sind hier besonders schnell zu begeistern. Denn Geschäftskunden wiederum haben ebenfalls Kunden, die zufriedengestellt werden wollen. Sprich Geschäftskunden bzw. Unternehmen bezahlen gerne anderen Leuten Geld, die dabei helfen, Unternehmenskunden noch besser zu bedienen. Das bedeutet unter dem Strich nichts anderes, als selbst noch besser Geld zu verdienen.

Wenn man also eine bestimmte Position in einem Unternehmen erreichen oder auch lediglich seinen Bonus verbessern möchte, ist es ein guter Start, herauszufinden, wie man seinem Arbeitgeber konkret dabei helfen kann, mehr Geld zu verdienen. In Einzelfällen natürlich auch bei einem neuen Arbeitgeber; was in der Regel dann der Fall ist, wenn beim aktuellen Arbeitgeber alle denkbaren Verbesserungen bereits erreicht wurden.

Mehr als 500 Jobs –  Karriere machen mit entwickler.jobs!

Nun ist es zum Erlangen eines bestimmten Titels natürlich selten sinnvoll, Verbesserungen in einem gänzlich anderen Bereich zu erbringen. Verbesserungen sind in dem Bereich am Besten angebracht, in dem man gerne den neuen Titel hätte. Ein Entwickler, der gerne Softwarearchitekt werden möchte, sollte sich daher vielleicht weniger auf die interne Finanzbuchhaltung konzentrieren. Hier wäre es beispielsweise spannend, sich konkret mit architekturellen Themen zu befassen. Die neu erlernten Fähigkeiten kann man dann entsprechend dem Unternehmen zur Verfügung stellen. Dabei aber bitte nicht den großen Fehler machen und Beförderung als Grundrecht betrachten! Natürlich soll und kann man stolz darauf sein, was Neues gelernt zu haben. Selbstverständlich möchte man diese Fähigkeiten jetzt auch direkt einbringen. Es ist für Führungskräfte und Kollegen allerdings oftmals sehr mühsam, wenn Kollegen permanent unangebracht ihr neues Wissen zur Schau stellen. Durch stetig angeregte, gut gemeinte Diskussionen wird eventuell sogar die allgemeine Zusammenarbeit – also das gemeinsame Geld verdienen – beeinträchtigt.

Dress for the job you want, not for the job you have.

Nichtsdestotrotz gilt der Rat „Dress for the job you want, not for the job you have“. Es ist absolut okay, den Dialog zu suchen. Verantwortungsvoll und sensitiv angebrachte Verbesserungsvorschläge können hierbei der richtige Weg sein. Gerade, wer sich erhofft, auf kurz oder lang eine bessere Position zu bekleiden, braucht neben technischer Stärke weitere, nicht technische Fähigkeiten. Auf diese Liste gehören zum Beispiel das Agieren als Vorbild, Feingefühl, Kommunikationsstärke und Beharrlichkeit. Denn nur wer Dauerhaft eine zufriedenstellende und verlässliche Leistung aufweisen kann, wird gerne mit verantwortungsvollen Positionen betraut.

Wem der Sinn lediglich nach einem Bonus steht, kann bereits durch gezielte Prozessoptimierungen und anderen besonderen Arbeitsleistungen Punkten. Immer wieder beliebt sind hier Prozessverbesserungen, die dem Unternehmen insgesamt dabei helfen, Zeit, Geld oder gar beides zu sparen. In der Regel sind kleine oder mittelständische Unternehmen hier einfacher zu begeistern als Konzerne. Wie lange brauchen zum Beispiel die Releasemanager, um alle Releasetesttickets für eine neue Version in das Ticketsystem zu übertragen? Da hier oftmals eine ganze Reihe von Menschen an ein und demselben Prozess beteiligt ist, lässt sich bereits durch wenige kleine Automatisierungen auf Dauer gutes Geld sparen. Seitenprojekte, die dabei helfen, die Qualität der Unternehmenskultur zu fördern, können ebenfalls dankbare Unternehmensbeiträge darstellen.

Lesen Sie auch: 9 Tipps für den Erfolg im (Entwickler-)Job

Vermutlich liegt es im naturell technisch versierter Menschen, aber oftmals denkt ein Softwareentwickler zu sehr in seiner eigenen Wahrnehmungsblase. Wie wäre des denn mal mit Folgendem: Oft kann man seinen eigenen Wert für das Unternehmen steigern, indem man sich einmal vollkommen untechnisch mit der wirtschaftlichen Domäne des Unternehmens beschäftigt. Domänenkenner sind ein wichtiges Bindeglied zwischen fachlichen und technischen Abteilungen. Wenn der eigene Arbeitgeber also hauptsächlich Katzenfutter herstellt, könnte besonderes und tieferes Wissen über Hygienevorschriften, Lieferbedingungen oder Prozess des Veterinärwesens für einen Software Engineer interessant werden.

Fazit #1

  1. Herausfinden, wie und worin man das Unternehmen unterstützen kann und möchte. Möchte man in die Softwarequalität wechseln, wäre es z. B. hilfreich, Beiträge zur allgemeinen Leistungsverbesserung in diesem Bereich zu erbringen.
  2. Sich mit den persönlichen Qualifikationen und den Aufgaben in diesem Gebiet vertraut machen. Lernen und ausprobieren!
  3. Sofern gewollt und möglich, dem Unternehmen Lösungen und Verbesserungen in dem entsprechenden Feld anbieten.
  4. Bei kommenden Personalgesprächen über neue persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven sprechen. Hier kann Bezug auf die bereits konkret geleisteten Unternehmensbeiträge genommen werden.

Somit hätten wir die Frage geklärt, was man tun und beachten muss, wenn man im Job vorankommen möchte. Was bleibt, ist also die Klärung der letzten Frage, die uns eigentlich alle unter den Nägeln brennen dürfte: Was kann ich tun, wenn ich mich ohne konkretes berufliches Ziel technisch weiterentwickeln möchte? Ein kleiner Spoiler sei mir an dieser Stelle erlaubt: Entdeckt das Staunen an neuen Technologien! Aber das heben wir uns für den dritten Teil der Serie auf.

Bis nächste Woche!

 

Aufmacherbild: Airplane in the air and sunset in background (modifiziert) von Shutterstock / Urheberrecht: Genja

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -