Sprint oder Marathon? Die Frage der Software-Entwicklungsgeschwindigkeit
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Deadlines, Überstunden, Ablenkung durch E-Mails oder Skype-Messages…das sind nur einige Faktoren, die Einfluss auf die Entwicklungsgeschwindigkeit bei Software-Projekten nehmen. Zeit ist Geld, heißt das Motto auch hier – aber heißt das auch, permanent am Limit zu arbeiten, bis eine eigentlich gute Projektidee durch das Burn-Out der Entwickler zu Grabe getragen werden muss?

Natürlich gibt es zwei Seiten von Geschwindigkeit in der Software-Entwicklung: den Sprint – und den Marathon-Modus. Michael Dubakov machte sich Gedanken zum Thema.

Sprint vs. Marathon: Geschwindigkeitsmodelle

Entwicklungsgeschwindigkeit ist keine eigenständige Einheit, es gibt signifikante Unterschiede, ob dauerhaft mit voller Geschwindigkeit im Sprint-Modus gearbeitet wird oder sich die Arbeit wie ein Marathon über längere Zeit hinzieht. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass Unternehmen, die permanent zu einer schnelleren Entwicklungsgeschwindigkeit angetrieben werden, schneller das Limit erreichen.

Stattdessen muss das Ziel sein, konstant und über Jahre hinweg Software so schnell wie möglich zu entwickeln. Jedes Unternehmen muss dabei seinen eigenen Weg finden, doch meist wird eines der folgenden Modelle angewandt, um das Vorhaben umzusetzen

  • Extremer Sprint
  • Gemäßigter Sprint
  • Marathon
  • Intervalle

Gerade das Arbeiten in Intervallen, also mit einer Kombination aus langsamen Entwicklungsphasen und Phasen, in denen am Limit gearbeitet wird, bietet viele Vorteile. Einerseits ist die Durchschnittsgeschwindigkeit höher, andererseits wird die Motivation im Team verbessert, wenn es darum geht die Ärmel hochzukrempeln und das nächste Release herauszubringen.

Software-Entwicklungsgeschwindigkeit beeinflussen

Es gibt unzählige Faktoren, die die Geschwindigkeit der Software-Entwicklung sowohl positiv als auch negativ beeinflussen können, wie das Software-Development-Speed-Model von Michael Dubakov zeigt.

Screenshot Software Development Speed Model

Screenshot: Software-Development-Speed-Model

Sich darüber klarzuwerden, was die Entwicklungsgeschwindigkeit beschleunigt oder verringert, ist ein wichtiger Schritt, um die bestmöglichen Ergebnisse mit den eigenen Projekten zu erzielen.

Mit den Fähigkeiten und der Erfahrung der Entwickler steht und fällt die Software-Entwicklung. Natürlich kann man nur Entwickler beschäftigen, die bereits über ein umfangreiches Skill-Set verfügen, doch meistens sorgt das nicht für den gewünschten Erfolg. Stattdessen ist es ratsam, Personen einzustellen, die dazulernen wollen und ihnen dafür zum Beispiel mit Konferenzbesuchen oder Lern-Events die Möglichkeit dazu zu geben.

Wichtig ist vor allem auch, die Faktoren, die die Entwicklungsgeschwindigkeit negativ beeinflussen, so gut es geht einzudämmen. Dazu gehört beispielsweise, dass Teams so wenig wie möglich verändert werden und die Entwickler so wenig wie möglich durch E-Mail- oder Skype-Notifikationen sowie Kollegen im Großraumbüro abgelenkt werden.

Genauso beeinflusst die System-Komplexität die Software-Entwicklungsgeschwindigkeit negativ, wenn gleich sie meist unvermeidbar ist. Darum sollten Entwickler sich darauf fokussieren, so einfache Systeme wie möglich zu erstellen – auch das wird durch die Erfahrung und Fähigkeiten der Entwickler beeinflusst.

Natürlich sind dies nur einige Beispiele, welche Faktoren sich wie auf die Geschwindigkeit von Software-Projekten auswirken. Michael Dubakov geht in seinem Artikel Speed in Software Development sehr viel detaillierter auf die einzelnen Punkte ein. In jedem Fall zeigt sich, dass das Thema Software-Entwicklungsgeschwindigkeit sehr komplex ist und die Frage, wie die Geschwindigkeit bei Software-Projekten gesteigert werden kann, nicht eindeutig zu beantworten ist.

Aufmacherbild: Warning symbol of low speed von Shutterstock / Urheberrecht: Chris84

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