Survey der Organisation Girls Who Code

Women in Tech: Diskriminierung bei der Praktikumssuche
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Die Tech-Branche hat ein weitverbreitetes Problem mit Geschlechterdiskriminierung – zu diesem Schluss kommt die Organisation Girls Who Code. Sie führte eine anonyme Umfrage durch, in der Frauen im College-Alter von ihren Erfahrungen im Bewerbungsprozess berichteten.

In unserer Serie Women in Tech stellen wir regelmäßig Frauen in der IT-Branche vor – und dass der Einstieg nach wie vor nicht leicht ist, zeigen die aktuellen Ergebnisse eines Surveys. Durchgeführt wurde er von der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation Girls Who Code. Sie bietet seit 2012 verschiedene außerschulische Kurse an, in denen Mädchen das Programmieren erlernen können, und das nach eigenen Angaben mit großem Erfolg. Absolventinnen würden 15-mal so häufig wie der nationale Durchschnitt ein Informatikstudium aufnehmen.

Ehemalige Kursteilnehmerinnen, die inzwischen im College-Alter sind, wurden im letzten Jahr in einer anonymen Umfrage zu ihren Erfahrungen im Bewerbungsprozess für IT-Praktika und -Jobs befragt. Nun wurden die Ergebnisse des Surveys mit 1.341 Teilnehmerinnen, von denen sich 1.015 als Women in Tech bezeichnen, in einem Report veröffentlicht: „Applying for Internships as a Woman in Tech. Findings from a Survey of GWC-Affiliated Women“. Über die Hälfte der befragten Frauen (52 Prozent) gab darin an, negative Erfahrungen bei der Praktikumssuche gemacht zu haben oder Frauen mit negativen Erlebnissen zu kennen.

Abwertung, Vorurteile und Belästigungen

In über 700 anonymen Erfahrungsberichten fielen in dem Survey Sätze wie „Mir wurde gesagt, dass ich weniger Gehalt bekommen würde als ein Mann, da ich weiblich bin“. Die negativen Erfahrungen wurden in die folgenden vier Schlüsselkategorien unterteilt: Mangel an Diversität, Ablehnung oder Abwertung aufgrund des Geschlechts, vorurteilbehaftete und/oder diskriminierende Kommentare oder Praktiken, und belästigende Kommentare oder Verhaltensweisen.

Sichtbar mangelnde Diversität in Unternehmen wurde von über der Hälfte der Befragten (54 Prozent) wahrgenommen, und 63 Prozent kennen diese Erfahrung von Frauen aus ihrem Umfeld. Dieser Aspekt wurde in Erfahrungsberichten als frustrierend oder einschüchternd bewertet. Den Fokus auf persönliche Attribute erlebten 25 % der Befragten, und 35 % kennen eine Frau, der dies widerfahren ist. Vorurteilsbehaftete Interviewfragen wurden 21 Prozent der Befragten gestellt. Ebenfalls 21 Prozent erhielten unangemessene verbale Kommentare, darunter etwa die Frage nach dem Beziehungsstatus oder einem Date. Diskriminierende Aussagen fanden zudem in den Bewerbungsgesprächen nicht nur in Bezug auf das Geschlecht der Bewerberinnen statt, sondern auch bezüglich Religion oder Ethnie.

Der Report mit weiteren Ergebnissen des Surveys ist bei Girls Who Code als PDF-Datei abrufbar.

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