Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 3

Das waren die Technologie-Flops 2017
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Aus dem Entwicklernähkästchen plaudern IT-Profis aller Couleur über Tops und Flops des Technologiejahrs 2017. Im dritten Teil der Serie geht es um die größten Enttäuschungen im IT-Jahr 2017.

Dein Flop 2017: Was war für dich 2017 die größte Enttäuschung der Technologie-Welt?

loewenstein_bernhard_sw1-170x190Eindeutig: Windows 10-Updates! Mittlerweile verschwinden zwar nicht mehr nach jedem größeren Update die Lesezeichen im Edge und finden sich danach nicht diverse Legacy-Anwendungen zu 50 % im Windows.old-Ordner wieder, dafür kann ich seit dem letzten Update keine Ordner mehr über den Explorer umbenennen. Microsoft war aber gnädig: Über die Kommandozeile darf ich das vorerst noch machen. Aber das nächste Update kommt bestimmt ;-). Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

Ich finde das Modulsystem von Java 9 toll. Ich hätte mir aber gewünscht, dass mehr Features von OSGi mit Jigsaw in Java integriert werden.
Robert Winkler – Softwarearchitekt und Lead Developer bei der Deutschen Telekom AG – Group Innovation in Darmstadt

Open Source und das Ende von monolithischen Plattformen haben viele Vorteile. Die Nachteile sind aber nicht zu vernachlässigen. Ich habe 2017 viel Zeit damit verbracht, Bugs wegen Inkompatibilitäten von Packages zu beheben, nach passenden Packages zu suchen, vernachlässigte Open Source Libraries durch Alternativen zu ersetzen, etc. Meiner Ansicht nach haben wir als Entwickler-Community in dieser Sache noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen. Rainer Stropek – software architects / www.IT-Visions.de

Microsofts Einstellung der Security Bulletins. Früher bekam man damit alle relevanten Informationen geballt an einer Stelle zur Verfügung gestellt. Inzwischen muss man sich die mühsam zusammen suchen. Ich weiß wirklich nicht, wo es da eine Verbesserung geben sollte. Carsten Eilers – freier Berater und Coach für IT-Sicherheit und technischen Datenschutz.

Ich finde das Konzept des Echo Show sehr spannend und eine sinnvolle Weiterentwicklung. Für mich als Entwickler sind die Möglichkeiten jedoch in einigen Bereichen noch nicht zufriedenstellend. Gerade was den Touch-Screen, den AudioPlayer und die VideoApp angeht. Da muss Amazon auf jeden Fall noch deutlich nachlegen, wenn sie viele neue Alexa Skills für den Echo Show im Programm haben wollen.

Was möglich ist, zeigen ja die von Amazon bereitgestellten Skills. Auch das Thema E-Commerce auf Echo-Geräten ist bisher eher ein Trauerspiel. Ich denke aber, dass bei beiden Themen 2018 einiges auf uns zukommen wird. Ralf Eggert – Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) und Autor mehrerer Bücher über das Zend Framework.

So richtig große Enttäuschungen gab es 2017 eigentlich nicht. Es kamen und gingen sehr viele Bibliotheken, Frameworks und Werkzeuge, was aber zu erwarten war. Der Trick, um Enttäuschungen zu vermeiden, war für mich, viele Dinge auszuprobieren und ihnen Zeit zu geben, sich zu bewähren. Außerdem waren die meisten Technologien, mit denen ich 2017 zu tun hatte, Open Source. Und hier lautet das Motto: Wenn dir etwas nicht passt, hilf mit es zu verbessern. Sebastian Springer – JavaScript-Entwickler bei MaibornWolff in München

Die Abschaffung der Netzneutralität. Daniel Stender – freiberuflicher Systemadministrator, Debian-Developer und Python-Programmierer

Mein Flop ist weniger bezogen auf eine bestimmte Technologie oder Sprache, sondern vielmehr auf die Menschen drum herum. Man liest es ständig und überall, das Bashing auf Technologien („React ist besser als Angular“, „Vue ist besser React“, „Ihh JavaScript?! Ich schreib lieber [setze aktuelle highly sophisticated Sprache] ein, das ist viel besser“, …). Und mal ganz ehrlich: Es nervt doch wie die Sau, oder?

Jede Technologie ist für bestimmte Use Cases entwickelt worden und strebt bestimmte Ziele an. Wenn man natürlich für seine Use Cases die nicht so idealen Technologien einsetzt, klar, dann sind aus diesem Standpunkt heraus andere Dinge besser. Hier würde ich mir wünschen, dass man mal wieder „einen Schritt zurück geht“, mehr Verständnis für die Technologie entwickelt und wofür man diese einsetzt, bevor man pauschalisiert in eine Richtung ruft. Scheuklappen absetzen und immer wieder einen Blick über den Tellerrand wagen.

Ein weiterer Flop ist auch sicherlich die Entscheidung vom FCC hinsichtlich der Netzneutralität in der USA. Hier bin ich sehr gespannt, was passiert und welche Auswirkungen es haben wird, sofern es denn tatsächlich dazu kommt, dass die Netzneutralität in den Staaten aufgehoben wird. Manuel Rauber – Consultant bei der Thinktecture AG.

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Dass die FCC die Regelungen zur Netzneutralität wieder zurückgenommen hat.

Nicolai Parlog – freier Softwareentwickler

 

thomas_kruseIch hätte mir von Oracle gewünscht, dass diese NetBeans auf eine Ebene mit anderen IDEs bringen, und es nicht zulassen, so ins Hintertreffen zugeraten. Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

Seit Jahren wartet man eigentlich darauf, dass sich die Welt der JavaScript-Frameworks mal etwas langsamer dreht, aber das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Eine vollständige Homogenität ist natürlich unerreichbar und auch nicht erstrebenswert, allerdings wirkt die Vielzahl der Frameworks, in denen man sich als Entwickler auskennen sollte, doch sehr unübersichtlich. Bleibt zu hoffen, dass sich 2018 etwas mehr die Spreu vom Weizen trennt und wir an der einen oder anderen Stelle aufs richtige Pferd gesetzt haben. Michael Bruns – Softwareentwickler und -architekt bei inovex.

Auch wenn Java EE für mich ein Highlight in 2017 war, bin ich von dem darin enthaltenen JPA 2.2 etwas enttäuscht. Auch wenn die Vorgängerversion bereits gute Antworten auf die meisten Fragestellungen geliefert hat, hätte ich mir im Rahmen von Java EE 8 mehr als nur ein kleines Maintenance Release für die JPA-Spezifikation gewünscht.

Mit der Unterstützung des Date and Time API und der neuen getResultStream-Methode wurden zwar die häufigsten Fragen der Anwendungsentwickler beantwortet, mehr Neuerungen dürfte das neue Release für die meisten Entwickler allerdings nicht bringen.
Thorben Janssen – freiberuflicher Trainer und Autor des Buchs „Hibernate Tips“

Mein neues MacBook Pro. Ein deutlicher Rückschritt im Vergleich zum Late 2014 Model. Schick und schnell ist es ja, die Nachteile der Tastatur und der Ports werden dadurch aber nicht aufgehoben. Michael Simons – Senior Consultant bei innoQ Deutschland.

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