Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 5

15 Blicke in die Glaskugel: Diese Technologietrends werden 2018 besonders wichtig
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Aus dem Entwicklernähkästchen plaudern IT-Profis aller Couleur über Tops und Flops des Technologiejahrs 2017. Im fünften und letzten Teil der Serie verraten unsere Experten, welche Technologietrends im Jahr 2018 die IT-Branche ihrer Meinung nach beschäftigen wird.

Welcher Technologietrend wird im Jahr 2018 besonders wichtig werden?

loewenstein_bernhard_sw1-170x190Das ist doch klar: der neue Mustang mit Zehngang-Automatik 😉 Ansonsten hoffe ich, dass Amazon, Google oder Samsung diverse superrevolutionäre Technologien auf den Markt bringen (im Idealfall den Fluxkompensator oder den MiB-Neutralisator), damit meine Aktien kräftig steigen.
Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

Reactive Programmierung wird uns sicher 2018 weiter beschäftigen und für jeden Entwickler wichtiger werden.
Robert Winkler – Softwarearchitekt und Lead Developer bei der Deutschen Telekom AG – Group Innovation in Darmstadt

Das ist einfach zu beantworten: Deep Learning und AI. Ich glaube nicht, dass ich in meinem Job viele Gelegenheiten haben werde, Grundlagenarbeit zu machen oder komplexe, eigene Deep-Learning-Projekte umzusetzen. Ich werde mich mehr auf halbfertige Services und Libraries konzentrieren, mit denen ich Projekte unter den gegebenen Budget- und Personalmöglichkeiten intelligenter machen kann. Die Cognitive Services von Microsoft sind ein gutes Beispiel dafür. Erste, kleine Projekte im Jahr 2017 haben mir Lust auf mehr gemacht.
Rainer Stropek – software architects / www.IT-Visions.de

Ich sage voraus, dass im Jahr 2018 die Technologie der Progressive-Web-Apps (PWA) wichtig werden wird: Progressive Web Apps sind Web-Anwendungen, die sich über den Browser direkt auf dem jeweiligen Endgerät „installieren“ lassen, ohne einen Umweg über den AppStore oder dergleichen gehen zu müssen. Während diese Technologie in der Vergangenheit vor allem im mobile Bereich zu finden waren, arbeitet Google nun auch daran, PWAs auf den Desktop zu bringen.
Karsten Sitterberg – freiberuflicher Entwickler, Trainer und Berater

Das IoT und die Cloud. Wenn kombiniert, eine besonders brisante Mischung. Da kommen noch interessante Zeiten auf uns zu.
Carsten Eilers – freier Berater und Coach für IT-Sicherheit und technischen Datenschutz.

Ob im Jahr 2018 nach zuletzt „Mobile First“ und „Mobile Only“ nun auch „Voice First“ als neuer Trend durchs Dorf getrieben wird, vermag ich nicht genau vorherzusagen. Einige Spatzen pfeifen das Thema zwar schon vom Dach, aber trotz meines persönlichen Interesses für das Thema Voice denke ich, dass es für den Ansatz „Voice First“ noch zu früh ist, um das als wirklichen Trend auszumachen. Dennoch wird die Entwicklung von sprachlichen Anwendungen im Jahr 2018 sicher einen weiteren Schub bekommen. Denn Schätzungen zufolge sollen die Amazon Echo Geräte ja zu Weihnachten 2017 zu den häufigsten Geschenken in Deutschland zählen.
Ralf Eggert – Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) und Autor mehrerer Bücher über das Zend Framework.

Ich hoffe mal ganz stark, dass sich die Themen, mit denen ich mich beschäftigen will, also KI und AR/VR, sich als DER Trend für 2018 herausstellen. Ansonsten hoffe ich auf mehr Evolution als Revolution und dass sich die Web-Welt stetig und kontinuierlich weiterentwickelt.
Sebastian Springer – JavaScript-Entwickler bei MaibornWolff in München

Webassembly.

Daniel Stender – freiberuflicher Systemadministrator, Debian-Developer und Python-Programmierer

Prognosen finde ich immer recht schwierig, gerade weil sich die IT-Welt sehr schnell weiterdreht und manche Hypes extrem schnell gepusht werden, aber auch genauso schnell wieder verschwinden. Was ich aber glaube ist, dass im Jahr 2018 das Web als Plattform noch viel mehr Einzug halten und insgesamt nativer wird. Sprich Progressive Web Apps. Es schadet daher sicherlich nicht, wenn man auch hier einen Blick über den Tellerrand wagt, um zu schauen, was denn alles so möglich sein wird. Gerade mit der aktuellen Ankündigung von Microsoft und Apple, dass die Browser Edge und Safari künftig eine der wichtigsten Neuerungen, den Service Worker, standardmäßig implementiert und aktiviert haben werden, stärkt das Web als Plattform ungemein. Hier freue ich mich sehr drauf, was das Jahr 2018 uns bringen wird. Keep coding!
Manuel Rauber – Consultant bei der Thinktecture AG.

nicolai-parlogIn der Java-Welt, der sechsmonatige Release-Zyklus. Sowohl Entwickler als auch Firmen und Dienste werden sich daran gewöhnen müssen, dass Java nun alle sechs Monate statt alle drei oder mehr Jahre aktualisiert wird. Bisher brauchten selbst die, die immer mit der neusten Version arbeiten, nur alle zwei, drei Jahre aufmerken, um sich mit neuen Features und Updates auseinanderzusetzen. Auf Java-Seite wird aus den sprunghaften Updates nun ein kontinuierlicher Prozess – jetzt liegt es an der Community mitzuziehen (oder nicht).

Das wird insbesondere auch für die Verfasser von Java-Inhalten interessant. Die Zeit, in der man sechs Monate vor einem Release anfängt Artikel, Videos, Bücher, etc. zu neuen Features zu veröffentlichen und dabei immer munter die Java-Version einstreut sind vorbei. Wir wissen erst drei Monate vor einem einem Release, was definitiv reinkommt, und müssen uns darauf einstellen, dass Suchen nach „Java 10 var“ deutlich schneller abnehmen werden als nach „Java 8 Lambda“ – einfach weil nach zwei Jahren viele nicht mehr genau wissen, in welcher Version ein Feature eingeführt wurde.

Insgesamt werden sowohl Berichterstatter als auch Leser deutlich mehr die im Hintergrund voranschreitenden Projekte (aktuell z.B. Amber, Valhalla, Panama, Loom) beobachten (müssen) als nur das, was hinten rauskommt. Ich finde das aber sehr positiv, weil es die Community automatisch näher and die Entwicklung des JDK heranbringt.
Nicolai Parlog – freier Softwareentwickler

thomas_kruseIch merke, wie auch in Deutschland das Thema Cloud Computing in den Fokus rückt. Ich denke, dass durch Kubernetes und die Container-Technologie viele Unternehmen von den Möglichkeiten profitieren können, ohne dabei einen Vendor-Lock-in zu erleiden.
Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

Meiner Meinung nach wird Automatisierung noch wichtiger, als sie heute ohnehin schon ist. Der DevOps-Gedanke setzt sich immer mehr durch, sodass cross-funktionale Teams an einem Strang ziehen und gemeinsam am Erfolg eines Produkts arbeiten. Unterm Strich haben die Teammitglieder dann aber doch meistens Spezialwissen in bestimmten Bereichen, und genau dieses Wissen muss in die Automatisierung einfließen. Nur so können beispielsweise Gulp-Builds eines Frontends mit der Provisionierung von Backend-Services mithilfe von Terraform und dem Monitoring über Prometheus ineinandergreifen und für alle Beteiligten verständlich gemacht werden. Die Zahl der benötigten Handgriffe sollte sich also immer mehr minimieren, wobei die eingesetzten Tools nur Mittel zum Zweck sein und nicht das Vorgehen diktieren sollten.
Michael Bruns – Softwareentwickler und -architekt bei inovex.

Ich erwarte, dass sich in 2018 der Trend zu Microservice-basierten Architekturen fortsetzen wird. Allerdings werden in vielen Projekten auch die Herausforderungen verteilter Systeme und die oftmals erhöhte Komplexität gegenüber klassischen Monolithen deutlich werden. Daher erwarte ich, dass ein gutes Verständnis der Vor- und Nachteile monolithischer und Microservice-basierter Systeme und die Auswahl der optimalen Lösung für die jeweilige Anwendung immer wichtiger werden wird. Unabhängig davon erwarte ich, dass die Anforderungen an Entwicklungseffizienz und Anwendungsperformanz weiter ansteigen werden. In vielen Bereichen bedeutet dies, dass die meisten der bekannten Entwicklungsthemen, -technologien und -kenntnisse weiterhin ihre Bedeutung behalten und diese in vielen Fällen wahrscheinlich sogar ausbauen werden.
Thorben Janssen – freiberuflicher Trainer und Autor des Buchs „Hibernate Tips“

Durch Spring 5 wird reaktive Programmierung mehr in den Fokus des Mainstreams und auch der Enterprise-Programmierung rücken. Eine gute Gelegenheit, einmal das Reaktive Manifest, das JDK 9 Flow API und zum Beispiel Project Reactor anzuschauen.
Michael Simons – Senior Consultant bei innoQ Deutschland.

Da bleibe ich bei meiner Prognose, die ich Ende 2016 für 2017 bereits abgegeben habe: IoT bleibt weiter eines der großen Themen, die Anzahl der entsprechenden Projekte im näheren Umfeld weist zumindest genau darauf hin.
Andreas Monschau – IT Consultant bei Haeger Consulting.

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