Mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten

Testen von Embedded- und IT-Systemen – Alles das Gleiche oder doch unterschiedlich?
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Verfolgt man gelegentlich Diskussionen über das Testen, wundert man sich nicht selten über die Vielzahl unterschiedlichster Meinungen von erfahrenen Experten. Beim Thema Performance-Test beispielsweise sind für den einen die Testdaten ausschlaggebend, während für den anderen viel häufiger die Fähigkeiten der Testumgebungen über die Qualität dieser Tests entscheiden.

Nach einer ausschweifenden Vorstellung ihrer Argumente stellen die Parteien dann jedoch fest, dass sie von unterschiedlichen Dingen gesprochen haben: Der eine diskutiert über IT-Software, der andere spricht von Embedded-Systemen. Diese Begebenheit motiviert mich, das Thema im Folgenden einmal etwas genauer zu betrachten. Wo genau liegt denn eigentlich der Unterschied?

Tests von IT-Systemen

Bei Tests von IT-Systemen sind vor allem Qualität und  Umfang der Testdaten wichtige Aspekte. Der Performance-Test beispielsweise ist dort meist ein Last-Test zur Überprüfung, wie erfolgreich das System mit großen, möglichst realistischen Datenmengen umgeht. Dies, sowie die Erzeugung der Datenmengen entscheidet in diesem Fall häufig über die Qualität des entsprechenden Tests – denn dieser ist oft nur so gut wie die verwendeten Daten.

Tests von Embedded Systemen

Für die überwiegende Mehrzahl von Embedded-Systemen spielt der Umgang mit Datenmengen hingegen keine Rolle. Zwar wird auch beim Testen von Embedded-Systemen versucht, das System mithilfe Performance Tests unter Stress zu setzen. Allerdings wird dabei meistens nach dem „Worst-Case“ gesucht. Weniger die Masse und die Qualität der Testdaten, sondern vielmehr das Zusammenspiel zwischen Mikroprozessor und Software sind hierbei von Bedeutung. Dementsprechend ist die reine Identifizierung des „Worst-Case“ bereits eine sehr komplexe Aufgabe. Die nächste Herausforderung stellt dann noch die korrekte Messung des zeitlichen Verhaltens dar, da eine entsprechende (automatisierbare) Messung hohe Anforderungen an die Qualität des Testsystems stellt.

Die Unterschiede

Durch dieses erste Beispiel wird deutlich, wie unterschiedlich Testen bei Embedded Systemen und IT-Systemen sein kann. Das folgende Schaubild stellt weitere wichtige Unterschiede dar, die ich noch näher erläutern werde. Diese Punkte sollten unbedingt beachtet werden, da sie sich massiv auf einen Test auswirken.

embedded-systeme_schema

Setzen wir uns nun also mit den in nahezu jedem Projekt unterschiedlichen Hardware-Schnittstellen auseinander.

Während diese beim Test eines Embedded-Systems einer umfangreichen Prüfung bedürfen, spielen sie bei IT-Systemen – wenn überhaupt – nur beim Last- und Performance-Test eine (untergeordnete) Rolle. Bei Embedded-Systemen erfordert das Erkennen zufälliger HW-Fehler, sowie der Nachweis über die Korrektheit dieser Implementierung sehr spezialisierte Tests in entsprechenden Umgebungen. Das Testen von Mensch-Maschine-Schnittstellen ist wiederum im IT-Umfeld ein häufiges Thema, denn die Automatisierung solcher Tests bedingt ganz andere Voraussetzungen und Vorgehensweisen als die von Systemen, die „nur“ Analog- und Digitalsignale als Schnittstelle besitzen. Zuletzt ist bei Embedded-Systemen das Testen von Security-Aspekten neu, während es für IT-Systeme schon länger Routine ist.

Fazit

Als Fazit lässt sich sagen, dass der Unterschied beim Testen von Embedded- und IT-Systemen immens ist. Andererseits können beide Bereiche von den unterschiedlichen Erfahrungen auch sehr profitieren und der Austausch darüber lohnt sich in jedem Fall.

Aufmacherbild: Conceptual Brown Wooden Block Surrounded by Other Blocks via Shutterstock / Urheberrecht: Gajus

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