Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 4

Zwölf Tipps für 2019: Mit diesen Tools steigern Sie Ihre Produktivität
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Aus dem Entwicklernähkästchen plaudern IT-Profis aller Couleur über das Technologiejahr 2018 und die Trends 2019. Im vierten Teil unserer Serie verraten die Experten ihre Geheimtipps zur Steigerung der Produktivität beim Entwickeln.

Dein Produktivitätstipp: Welches Tool/Framework/Programmierhelferlein kannst du wärmstens weiterempfehlen?

loewenstein_bernhard_sw1-170x190Nachdem ich in den letzten Jahrzehnten sicherlich zig-tausend Getter/Setter generiert habe, bin ich heuer über Lombok gestolpert – und möchte es allen Lesern wärmstens empfehlen. Ansonsten rate ich allen Java-Entwicklern, die noch keine Lambdas und Streams einsetzen, sich diese (endlich) anzusehen. Ich weiß aus meinen Schulungen, dass der Quellcode für Einsteiger anfangs schwieriger zu verstehen ist, aber nach wenigen Wochen Anwendung will man sie definitiv nicht mehr missen. Jede Wette!

Darüber hinaus denke ich, dass die Beschäftigung mit der reaktiven Programmierung sinnvoll ist. Auch wenn man sie dann gar nicht bzw. nur am Rande einsetzt, hält die Beschäftigung damit den Geist fit, und man lernt jede Menge neue Konzepte dazu.

Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

 

Ich kann vor allem das Angular-Framework empfehlen. Angular ist auf der einen Seite ein ausgereiftes Frontend-Framework, welches auf der anderen Seite durch neue Features, neue Buildumgebungen und allgemein neue Technologien erweitert wird. Dank Angular Elements ist Angular auch bei kleineren Projekten anwendbar, nicht nur bei größeren Anwendungen.

Karsten Sitterberg – freiberuflicher Entwickler, Trainer und Berater

 

Microsoft wird oft nachgesagt, dass Tools erst aber Version 3 so richtig gut werden. Das ist zwar übertrieben, ein Körnchen Wahrheit steckt aber schon dahinter. Ich freue mich 2019 schon sehr auf .NET Core 3. Diese Version bringt eine Menge Neuerungen, die die Plattform für viel mehr Projekte erreichbar macht. Daher meine Empfehlung für 2019: Schluss mit .NET Framework, willkommen .NET Core 3.
Rainer Stropek – software architects / www.IT-Visions.de

 

Ich verwende schon seit langem Java Mission Control (JMC) und Java Flight Recorder (JFR) als Profiler (obschon nicht als Profiler gedacht). Früher waren diese Tools für Entwickler ja gratis, mittlerweile wurden sie von Oracle für alle Zwecke open sourced.

Nicht nur lässt sich damit eine Library wie jOOQ sehr gut auf Performanceprobleme analysieren, sondern bei Kunden hatte ich ebenfalls schon einige Erfolge damit beim Suchen von Bottlenecks und beim besseren Verstehen, was denn z.B. bei einem Klick im UI wirklich alles passiert.

Profiler und Debugger sind wirklich sehr mächtige Tools und werden von vielen Entwicklern nicht genügend effizient eingesetzt.
Lukas Eder – Gründer Data Geekery, der Firma hinter jOOQ

 

Der kostenlose „Power BI Helper“ (http://radacad.com/power-bi-helper) bietet einen raschen Einblick in bestehende Power-BI-Dateien und liefert eine sehr brauchbare Dokumentation im Nachhinein.

Markus Ehrenmüller-Jensen – Data Platform MVP und Professor für Datenbanken und Projekt-Engineering an der HTL Leonding

 

Da muss ich natürlich Eigenwerbung machen! Eines der Probleme gerade im Server-Umfeld ist, dass Software oftmals von indirekt durch die Laufzeitumgebung injizierten Faktoren abhängt (Default-Charset, Default-Locale, Default-Timezone). Aber sowas hat nur auf einem Enduser-Rechner etwas zu bedeuten. In der Serverumgebung müssen diese Werte bekannt und definiert sein, denn eigentlich hängen die zu verwendenden Werte eher vom User am anderen Ende der Leitung ab. Daher muss im Programmcode am besten auf alle “Defaults” verzichtet werden. String#toLowerCase() tut definitiv nicht immer das gleiche – es hängt von der Locale ab! Daher empfehle ich in Software-Projekten, das Forbidden-APIs Maven/Gradle-Plugin zu benutzen. Dies kann den Bytecode nach beliebigen API-Signaturen durchsuchen, welche auf einer Blacklist sitzen – wie das vorher angesprochene Beispiel! – https://github.com/policeman-tools/forbidden-apis
Uwe Schindler – Entwickler bei SD DataSolutions und PMC-Mitglied Apache Lucene

 

Hier bin ich klar der Meinung: Weniger ist mehr  Mein Tipp ist, so „Vanilla“ wie möglich in eine Entwicklung zu starten. Das Jahr 2018 hat mir gezeigt, dass in dem Slogan „Graphs are everywhere“, den Neo Technologies „gebrandet“ hat, viel Wahrheit steckt. Graphen und die Sprache Cypher sind einfach sehr mächtig.
Joachim Arrasz – Software- und Systemarchitekt bei synyx, Leiter der CodeClinic

 

Ich habe in diesem Jahr vermehrt von „normalen“ JavaScript auf TypeScript umgestellt und bin sehr zufrieden damit. Daher wäre das auch mein Tipp für die Frontend-EntwicklerInnen, die bisher noch mit JavaScript arbeiten. Im Java-Bereich wäre mein Tipp „Junit 5“. Das ist zwar auch nicht mehr ganz so neu, aber doch in vielen Projekten noch nicht angekommen, obwohl es viele gute Funktionen mitbringt, die das Testen einfacher und übersichtlicher machen.
Manuel Mauky – Software-Entwickler bei der Saxonia Systems AG

 

Docker. Ich habe dadurch nur noch sehr wenige Tools lokal installiert und schon vergessen, wie sich Versionskonflikte von Python Libraries anfühlen.

Wichtiger ist aber der ständige Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, denn dadurch kommt man sehr schnell zu besseren Ergebnissen. Kein Tool kann das ersetzen.

Tobias Gesellchen -Softwareentwickler bei der Europace AG

 

thomas_kruseIch glaube, dass Oracle mit Graal und der Substrate VM ein Fundament schafft, mit dem sich Java in Container- und Cloud-Umgebungen als ein attraktiver Kandidat positioniert. Schnelle Startzeit, minimale Container Images. Wer braucht da noch Go? 😉
Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

 

Die Basis ist eine solide IDE. Ich verwende PhpStorm, aber auch alle anderen IDEs aus dem Hause JetBrains sind zu empfehlen. Das Leben ist zu kurz für kaputte Texteditoren.
Ralf Eggert – Geschäftsführer der Travello GmbH, Zend-Framework-Experte und Alexa Champion.

 

Diese Frage objektiv zu beantworten ist schwer, wenn man ein eigenes Framework entwickelt: Daher würde ich hier natürlich wolkenkit (https://github.com/thenativeweb/wolkenkit) nennen, ein CQRS- und Event-Sourcing-Framework für JavaScript und Node.js, das wir als Open Source entwickeln. wolkenkit ermöglicht, sehr effizient Backends für Web- und Cloud-Anwendungen zu entwickeln. Wenn man so will, ist es quasi „Backend as a Service“. Abgesehen davon habe ich keine spezielle Empfehlung, es ist vielmehr die Vielzahl von kleinen Bausteinen, die zusammen ein großartiges Entwicklungsökosystem ergeben: Atom, Git, Docker, GitHub, AWS, DigitalOcean, …
Golo Roden – Microsoft MVP und Gründer von the native web.

 

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