Teil 3: Kaffee, Cola und Co.

Tipps für ein gesundes Entwicklerleben: Der Koffein-Kick
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Koffein ist aus dem Arbeitsalltag kaum wegzudenken. Die einen schwören auf Kaffee, die anderen trinken lieber Tee, viele greifen auch zum Energydrink. Aber wie gesund oder ungesund ist das nun eigentlich wirklich? Immerhin ranken sich ja diverse Mythen um den flüssigen Wachmacher.

Genug zu Schlafen, nicht zu viel zu arbeiten und ausreichend Bewegung zu bekommen ist in jedem Fall der beste Weg, um die eigene Leistungsfähigkeit zu steigern. Dazu noch eine gesunde Ernährung – und schon braucht es gar keinen Kaffee mehr. Aber das ist doch eher ein unerreichbares Ideal und hat wenig mit der Realität der meisten Entwickler zu tun. Also wird zum Kaffee gegriffen.

Maß oder Masse

Für Koffein gilt dabei das gleiche wie für alles andere auch: Die Dosis macht das Gift. Wer moderat konsumiert, muss sich keine Gedanken um gesundheitliche Folgen machen. Wer jedoch Kopfschmerzen bekommt, sobald die Kaffeemaschine kaputt ist, sollte vielleicht darüber nachdenken, den eigenen Konsum etwas zu reduzieren.

Aber was ist ein „moderater Konsum“? Davon wird jeder wohl seine eigene Vorstellung haben. Im Allgemeinen gelten aber bis zu 300mg Koffein pro Tag als verträglich. Ein Glas (250 ml) eines Energiedrinks enthält 80 mg Koffein, eine Tasse Kaffee mit 125 ml etwa genau so viel. Allerdings darf man bei den Energydrinks natürlich das meist darin enthaltene nicht Taurin vergessen!

Was viele jedoch übersehen, ist, dass Koffein nicht nur in Getränken wie Cola & Co. steckt, sondern auch auf anderen Wegen konsumiert wird. 100 Gramm Zartbitterschokolade, die ja ansonsten als recht gesund gilt, enthält je nach Sorte ähnlich viel Koffein wie eine Tasse Kaffee. Wer also abends oft nicht einschlafen kann, obwohl der letzte Kaffee bereits lange her ist, sollte vielleicht seinen Schokoladenkonsum einmal genauer betrachten. Auch entkoffeinierter Kaffee enthält immer noch etwa 10 Prozent der Koffeinmenge normalen Kaffees. Und wer abends zu einem als besonders schnell wirksam angepriesenen Schmerzmittel greifen möchte, sollte aufpassen: Hier kommt oft Koffein zum Einsatz.

Gar nicht so ungesund

Fakt ist allerdings auch, dass Koffein deutlich weniger ungesund ist, als häufig behauptet wird. In diversen Studien konnten keine Belege dafür gefunden werden, dass der Konsum von Koffein in einem direkten Zusammenhang mit Herzerkrankungen, Krebs oder Osteoporose steht. Das ist eine gute Nachricht – dennoch sollte natürlich bedacht werden, dass Stress häufig nicht nur den Koffeinkonsum erhöht, sondern auch zu einem hohen Blutdruck führt. In diesem Fall ist dann wieder Vorsicht geboten, weil Koffein diesen weiter erhöhen kann.

Ist es aber wirklich immer das Koffein im Kaffee, das wach macht? Nicht unbedingt. Gerade die Wirkung der ersten Tasse am Morgen kann in vielen Fällen auch dadurch erklärt werden, dass der Körper nach der Nacht dehydriert ist. Das macht müde und führt zu Konzentrationsproblemen. Sobald das Flüssigkeitsdefizit ausgeglichen ist, verschwinden diese Probleme. Auch ohne Koffein. Ein Glas Wasser könnte in manchen Fällen also genau so wirksam sein, wie die Tasse Tee.

Wasser für die Pflanzen

Aber auch darüber hinaus macht es Sinn, nicht nur Kaffee und Co zu konsumieren, sondern ausreichend Wasser zu trinken. Wer das häufig vergisst, sollte einen Blick auf die App Plant Nanny werfen. Der Nutzer erfasst hier die aufgenommene Flüssigkeitsmenge – und gießt dadurch seine virtuellen Pflanzen. Reicht die Flüssigkeitsmenge nicht aus, beschwert sich das Grünzeug oder geht sogar ein. Gamification funktioniert auch fürs Trinken nicht-alkoholischer Getränke!

Daneben kann auch die Ernährung viel zur Leistungsfähigkeit beitragen. Brainfood ist hier der neuste Trend und auch, wenn die unter diesem Namen vertriebenen Pillen zur Leistungssteigerung natürlich nicht die beste Wahl sind. Im Zentrum des Brainfoods steht die Tatsache, dass der Körper aus dem, was ihm zugeführt wird, die Energie zieht, die das Gehirn zum Arbeit braucht. Etwa 20 Prozent des täglichen Energiebedarfs entfallen nämlich auf kognitive Leistungen.

Gute und schlechte Energielieferanten

Es ist allerdings nicht jedes Lebensmittel gleich gut zur Energiegewinnung geeignet. So macht Traubenzucker zwar kurzfristig wach, während fettiges Essen viele Kalorien, also formal gesehen viel Energie liefert; optimal ist aber beides nicht. Obwohl Traubenzucker nämlich schnell wirkt, endet die Wirkung genau so schnell auch wieder. Und fettiges Essen liefert nicht zwingend die benötigten Nährstoffe.

Besser sind langkettige Kohlenhydrate, die vom Körper langsamer aufgenommen werden, sodass kontinuierlich Energie zur Verfügung steht. Dadurch erhöht sich die Konzentration. Allerdings weiß wohl eh schon jeder, dass eine gesunde Ernährung wichtig ist; nicht immer ist das auch ohne Weiteres umsetzbar. Das Problem daran ist, dass das Gehirn keinen Vorrat an Energie oder Nährstoffen anlegen kann. Es ist darauf angewiesen, kontinuierlich Zugang zu Energielieferanten zu haben, um gut zu funktionieren. Dabei kann es schon helfen, einfach mal einen ungesunden Snack am Arbeitsplatz durch eine Banane zu ersetzen.

Besseres Gedächtnis dank Koffein

Andererseits hat Koffein aber auch direkte, positive Effekte, die sich nutzen lassen, um bessere Leistungen zu erbringen, selbst wenn das Aufwachen auch ohne Kaffee gelingt. So verbessert Koffein nämlich auch die Merkfähigkeit, wie eine Studie der Johns Hopkins Universität herausfand. Probanden, die nach der Präsentation von Bildern Koffein bekamen, schnitten bei der zweiten Testung nach 24 Stunden besser ab als solche, die kein Koffein zu sich nahmen. Die Aufgabe bestand in dieser Studie darin zu erkennen, welche Bilder bereits am Vortag gezeigt wurden und welche diesen nur ähnlich sehen. Das Ergebnis zeigt, dass Koffein einen positiven Effekt auf das Langzeitgedächtnis hat.

Außerdem soll Koffein sogar dabei helfen, der gefürchteten Alzheimer-Erkrankung vorzubeugen. Und dass es die Konzentration schärft, lässt sich auch einfach nicht wegdiskutieren. Insofern muss sich natürlich niemand von seinem Kaffee abhalten lassen. Aber vielleicht macht es Sinn, manchmal auch einfach erst mal ein Glas Wasser zu trinken.

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Aufmacherbild: Coffee cup and coffee beans on table via Shutterstock / Urheberrecht: portumen

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[…] ist natürlich immer wichtig, wenn es darum geht, langfristig leistungsfähig zu bleiben. Wer sich nur von Kaffee und Zigaretten ernährt, wird irgendwann an Grenzen stoßen. Darüber hinaus spielen Aminosäuren jedoch eine große Rolle […]

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[…] ist natürlich immer wichtig, wenn es darum geht, langfristig leistungsfähig zu bleiben. Wer sich nur von Kaffee und Zigaretten ernährt, wird irgendwann an Grenzen stoßen. Darüber hinaus spielen Aminosäuren jedoch eine große Rolle […]

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[…] von Zeit zu Zeit zumindest – sogar für Menschen, die am liebsten in der Nacht arbeiten. Und von gesunder Ernährung fangen wir nun lieber gar nicht erst an … die ist nämlich für jeden wichtig, egal ob man im […]

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