Development

Teil 4: Die Arbeitsumgebung

Tipps für ein gesundes Entwicklerleben: Sitzenbleiber haben es schwer
1 Kommentar

Der richtige Arbeitsplatz ist wichtig – und damit ist nun nicht der passende Job gemeint. Es geht viel mehr darum, dass Rückenbeschwerden zur Volkskrankheit werden. Wir sitzen nämlich allesamt viel zu viel vor dem Bildschirm. Und das ist bei weitem nicht das einzige Problem, das es mit der Arbeit im Büro gibt.

Aufrecht sitzen, hin und wieder einmal aufstehen, davon hat wohl jeder Bildschirmarbeiter schon einmal gehört. Aber wer hält sich wirklich daran? Die Krankheitsstatistik spricht eine deutliche Sprache: 30 Prozent der Krankmeldungen entfallen auf Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparats. Insofern lässt sich annehmen, dass doch zu viele Büro-Jobber immer noch nicht darauf hören, was Experten seit Jahren predigen.

Richtige Einstellungen finden

Wichtig ist natürlich erst einmal ein individuell einstellbarer Schreibtischstuhl. Optimal wäre es, wenn dieser auch noch ergonomisch ist, aber das muss für den Anfang gar nicht einmal sein. So lassen sich doch immerhin die allermeisten Bürostühle in der Höhe verstellen. Diese Option sollte genutzt werden. In einer aufrechten Sitzhaltung sollen die Beine im rechten Winkel zum Körper auf dem Boden stehen, die Arme angenehm auf der Tischplatte aufliegen können.

Auch genug Platz ist wichtig. Egal wie angenehm eine Sitzhaltung erst einmal ist, wird sie zu lange beibehalten, wird es unbequem und schlecht für den Rücken. Also ist Bewegung am Schreibtisch angesagt: Die Beine ausstrecken, mal nach Links drehen, die Tastatur etwas weiter in Richtung Monitor schieben und sich nach vorn gebeugt hinsetzen – so werden die Bandscheiben besser durchblutet und der Rücken entspannt.

Tipps für ein gesundes Entwicklerleben – die Artikelserie

Teil 1: Bewegung – Kein Sport ist Mord
Teil 2: Schlaf – Aufgeweckte Schlafmützen
Teil 3: Kaffee – Der Koffein-Kick
Teil 4: Die Arbeitsumgebung – Sitzenbleiber haben es schwer
Teil 5: Ausgleich – Ausgeglichene Wanderer

Auch die Positionierung des Bildschirms ist wichtig. Zu hoch ist genau so schlecht wie zu niedrig. Die Augen sollten sich in etwa auf einer Höhe mit der obersten Zeile des Monitors befinden. Der Abstand sollte bei etwa 50 Zentimetern liegen.

Büros neu erfinden

Aber das alles ist natürlich auf das Standard-Büro bezogen. Inzwischen gibt es allerdings auch schon ganz andere Arbeitsplatz-Modelle, die viel besser für den Rücken sein könnten.

Viele Arbeitgeber setzen inzwischen auf innovative Arbeitsumgebungen. Die Rutschen in Googles Büros sind wohl inzwischen allseits bekannt, trotzdem stellen sie ein gutes Beispiel dafür dar, wie Büros anders geplant werden können. Durch den Einbau der Rutschen ergeben sich ganz neue Bewegungsoptionen, die nicht nur die Stimmung heben, sondern auch das ewige Sitzen durchbrechen können.

Auch Lego scheint sich viele Gedanken über die Gestaltung ihrer Büroräume in Dänemark gemacht zu haben. Couch-Sitzecken laden dazu ein, einmal ganz andere Sitzpositionen einzunehmen, verschiedene Arten von Sitz- und Stehtischen sowie dazu passende Stühle stehen zur Verfügung. Das macht es einfach, die eigene Körperhaltung im Laufe des Tages zu variieren.

Mehr Abwechslung beim Arbeiten

Was diese Büros gemeinsam haben, ist die Abkehr von der typischen Schreibtisch-Fixierung, die in vielen Büros vorherrscht. Im digitalen Zeitalter ist es nicht mehr notwendig, aufzustehen um einen Ordner zu holen. Um dem Kollegen etwas mitzuteilen, muss der eigene Arbeitsplatz auch nicht verlassen werden, man bleibt einfach sitzen. Das ist nicht gut für den Rücken und somit die eigene Gesundheit.

Stehtische können hier Abhilfe schaffen. Vor allem dann, wenn Mitarbeiter primär mit Laptops arbeiten, lässt sich diese Lösung leicht umsetzen. So ein Laptop kann ja wirklich einfach mitgenommen werden, um einmal eine Zeit lang im Stehen zu arbeiten.

Eigene Lösungen finden

Aber auch dabei wird nicht jeder Arbeitgeber seine Mitarbeiter unterstützen. Es ist aber durchaus möglich, selbst kreativ zu werden. Marco Arment hat sich beispielsweise einen eigenen Stehtisch mit Hilfe von Coladosen gebaut. Oder wie wäre es denn mit den Büchern, die in irgendeinem Regal des Büros vor sich hin stauben, als Erhöhung für Bildschirm und Tastatur?

Wer von zu Hause aus arbeitet, hat hier natürlich noch viel mehr Freiheiten. Arbeitsplätze lassen sich nämlich durchaus auch ganz anders gestalten. Schon mal überlegt, einen Tisch über ein Laufband zu montieren, um während der Arbeit in Bewegung zu bleiben?

Hell erleuchtet

Zur Gesundheit am Arbeitsplatz gehört aber natürlich noch mehr als nur die Sitzhaltung. Auch die Beleuchtung ist wichtig, um Beschwerden vorzubeugen. Das ist aber ein durchaus komplexes Thema – denn es darf weder zu hell, noch zu dunkel sein. Für Großraumbüros wird eine Beleuchtungshelligkeit von 750 bis 1000 Lux empfohlen, grundsätzlich gilt eine Mischung aus einer Umgebungsbeleuchtung und individuellen Lampen am Arbeitsplatz als beste Lösung.

Wichtig ist in Sachen Beleuchtung auch, dass Arbeitsräume gleichmäßig ausgeleuchtet sind, damit die Augen sich nicht ständig auf andere Lichtverhältnisse einstellen müssen. Das ist nämlich anstrengend. Tageslicht ist außerdem angenehmer für die Augen als eine künstliche Beleuchtung, aber nur dann, wenn das natürliche Licht blendungsfrei in den Raum fällt. Arbeitsplätze mit Blick auf das Fenster auszurichten ist insofern zwar nicht schlecht, weil der Blick dadurch auch mal in die Ferne schweifen kann, allerdings auch nicht unbedingt optimal. Auch sollte die Helligkeitsdifferenz zwischen Bildschirm und Umgebung nicht allzu groß sein.

Hell, offen, bunt – perfekt?

Insgesamt lässt sich also sagen, dass das dunkle Kellerräumchen mit düsterer Beleuchtung kein optimaler Arbeitsplatz ist. Gilt das aber für jeden? Nun, bezogen auf die Augen lässt sich hier sicherlich mit einem eindeutigen „ja“ antworten. Bezogen auf die sonstige Arbeitsumgebung, nicht.

So schön nämlich kreativ gestaltete Großraumbüros mit Couchecke und Kicker sind, so schwierig können sie für manche Menschen werden. Während der eine das bunte Chaos liebt, können die vielen optischen Reize für andere Mitarbeiter schon so anstrengend sein, dass der Arbeitstag zur Herausforderung wird. Das ist natürlich wieder ein individueller Faktor; Lärm hingegen macht nachweislich krank. Die Schwelle, ab der das gilt, ist sicherlich individuell. Großraumbüros können je nach Ausprägung aber durchaus zum Problem werden.

Das Wohlbefinden im Blick

Wichtig ist stets das eigene Empfinden. Während es Faktoren gibt, die für alle Mitarbeiter gleichermaßen gelten, beispielsweise dass zu wenig Bewegung zu Rückenproblemen führen kann, gibt es für Lärm im Büro keine solche Faustregel. Ein guter Ansatz ist aber die Verwendung eines Gehörschutzes, wenn es im Büro mal unruhiger wird. Dabei geht es weniger um die Vermeidung von Schäden am Ohr, wie es auf Baustellen der Fall ist, sondern um die eigenen Nerven. Wenn die überbelastet werden, weil das kreative Büro eben auch ein kreatives Chaos ist, gewinnt keiner. Wichtig ist aber in jedem Fall, auch im Büro darauf zu achten, den Arbeitsplatz so gut wie möglich an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Dann steht einer langen, gesunden Karriere gleich viel weniger im Weg.

ML Conference 2019

Workshop: Machine Learning 101++ using Python

mit Dr. Pieter Buteneers (Chatlayer.ai)

Honey Bee Conservation using Deep Learning

mit Thiago da Silva Alves, Jean Metz (JArchitects)

Python Summit 2019

Daten analysieren und transformieren mit Python

mit Doniyor Jurabayev (Freelancer)

Advanced Flow Control

mit Oz Tiram (noris network AG)

Aufmacherbild: young businesswoman relaxing sitting in the office via Shutterstock / Urheberrecht: PathDoc

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "Tipps für ein gesundes Entwicklerleben: Sitzenbleiber haben es schwer"

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
trackback

[…] Sport ist Mord Teil 2: Schlaf – Aufgeweckte Schlafmützen Teil 3: Kaffee – Der Koffein-Kick Teil 4: Die Arbeitsumgebung – Sitzenbleiber haben es schwer Teil 5: Ausgleich – Ausgeglichene […]

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -