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Teil 5: Ausgleich

Tipps für ein gesundes Entwicklerleben: Ausgeglichene Wanderer
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Überstunden sind an der Tagesordnung und die Bearbeitung von Arbeits-Mails am Abend ist normal. Die Freizeit wird dann auch vor dem Bildschirm verbracht, das Smartphone sorgt für die dauerhafte Erreichbarkeit. Heute gilt das als Standard, gut ist es aber nicht. Wer gedanklich nämlich ständig bei der Arbeit ist, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann die große Erschöpfung zuschlägt. Entspannung ist nämlich wichtig, damit die Belastbarkeit dauerhaft hoch bleibt. Trotzdem fehlt es vielen am richtigen Ausgleich.

Die moderne Technik ist Fluch und Segen zugleich. Vor wenigen Jahren noch war es mit großem Aufwand verbunden, einen Arbeitnehmer im Feierabend zu stören. Ging dieser nicht ans Telefon, hatte sich das Thema schon fast erledigt – auch Nachrichten auf dem Anrufbeantworter mussten nämlich gezielt abgehört werden. Im Vergleich dazu ist eine E-Mail viel tückischer: Wir wollen vielleicht nur dem besten Freund schnell eine Mail schicken, und schon ist die Nachricht des Kollegen im Blickfeld aufgetaucht. Der Betreff verrät, worum es geht, und die Gedanken wandern zur Arbeit. Man könnte ja noch kurz … in Ausnahmefällen ist das natürlich in Ordnung; die Regeln sollte es aber nicht werden.

Sichtbarkeit verringern

Manche können solche Mails vielleicht sehen und einfach ignorieren, viele belastet es aber dann doch zu wissen, dass sie nun etwas gegen ein Problem tun könnten, wenn sie nur wollten. Hier ist es wichtig sich zu verdeutlichen, dass eine ständige Erreichbarkeit nur in den wenigsten Fällen zu den Aufgaben eines Arbeitnehmers gehört. Dann könnte beispielsweise eine Filterregel im Mailprogramm eingerichtet werden, die Job-Mails direkt in einen separaten Ordner verschiebt, der Abends nicht mehr geöffnet wird.

Aber auch wenn eine ständige Erreichbarkeit zum Job gehört, sollte immer klar sein, dass kein Mensch wirklich 24 Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche erreichbar sein muss. So gut wie niemand ist so unersetzlich, dass nicht einmal ein Spaziergang ohne Handy drin wäre. Genau das sollte dann auch immer wieder in den Alltag eingebaut werden – wenn die Gedanken nicht trotzdem immer wieder zur Arbeit wandern. Dann bringt es nämlich nichts, das Smartphone nicht mitzunehmen, weil genau das in noch größeren Stress ausarten würde.

Smartphone aus – oder aktiv zur Entspannung nutzen

In diesem Fall (und für alle, die sich eine Stunde ohne Smartphone einfach nicht vorstellen können) bietet sich eher eine aktive Beschäftigung während des kleinen Ausflugs an. Dazu kann durchaus das Smartphone herangezogen werden, immerhin gibt es diverse Apps, die auf die aktive Freizeitgestaltung außerhalb des Hauses ausgelegt sind.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Runde Geocaching? Das ist eine Art der Schatzsuche für Erwachsene (und Kinder), bei der kleine, versteckte Objekte anhand ihrer GPS-Koordinaten gefunden werden müssen. Natürlich kann man dafür in spezielle Ausrüstung investieren; viele versteckte Objekte, die sogenannten Caches, lassen sich allerdings auch einfach mit einer Smartphone-App finden. Das toll daran ist, dass gerade in größeren Städten häufig auch innerhalb der Stadt Caches zu finden sind. Also muss es nicht einmal der Ausflug in den Wald sein, um auf andere Gedanken zu kommen!

Mal wieder ab ins Grüne!

Komoot hingegen hilft denjenigen, die schon länger keinen engeren Kontakt mehr zu dieser 3D-Welt da draußen hatten und sich Sorgen machen, dass sie im Wald verloren gehen könnten. Google Maps ist für Waldspaziergänge nämlich nicht immer die allerbeste Wahl; mitunter finden sich auf dort nämlich Wege, die mutmaßlich im vergangenen Jahrhundert zuletzt begehbar waren – oder vielleicht auch den Zukunftsvisionen des Kartendienstes entspringen. Eine richtige Wanderkarte wie die von Komoot oder MyTrails ist hier durchaus hilfreich, um sich einmal wieder in die Natur zu wagen.

Soll es eher sportlich sein, können Fans der Serie „The Walking Dead“ mal einen Blick auf die App „Zombies, Run!“ werfen. Damit wird der Jogger von Zombies verfolgt, deren Position ihm akustisch per Kopfhörer mitgeteilt wird, und muss bestimmte Missionen erfüllen. Das kann doch dazu motivieren, die Laufschuhe zu entstauben.

Spielerisch wird es auch mit Ingress. Portale des gegnerischen Teams erobern und eigene Bastionen verteidigen, Level um Level aufsteigen … Was jeder Gamer vom heimischen PC kennt, gibt es auch fürs Smartphone und hier sogar in Verbindung mit Bewegung und frischer Luft.

Stoppschilder verwenden

Nun muss aber erst einmal das Ausschalten des PCs gelingen, immerhin bringen die besten Anreize für einen Besuch der Welt da draußen nichts, wenn die Zeit vor dem Bildschirm einfach so verrinnt. Ob es um Arbeit oder Freizeit geht: Nur zum Einkauf aus dem Haus zu gehen, ist keine gute Idee. Ein wenig Tageslicht schadet nicht, auch Bewegung soll im Allgemeinen recht gesund sein.

Wer Schwierigkeiten damit hat ein Ende zu finden, kann es mit ähnlichen Tipps und Tricks probieren, wie diejenigen, die das Anfangen immer weiter aufzuschieben. Die Pomodoro-Technik lässt sich nämlich auch zum Aufhören verwenden. Dabei wird geplant, wie viel Zeit für eine bestimmte Aufgabe verwendet werden darf, eine Eieruhr auf diesen Zeitraum gestellt und die Arbeit beendet, wenn sie klingelt. Das macht auch gut sichtbar, wie viel Zeit eigentlich am Abend oder am Wochenende vor dem PC verbracht wird.

Ebenfalls verbreitet ist das Phänomen, bestimmte Websites ständig zu checken, die eher zum Beruf als in die Freizeit gehören. Auch hier können Tools weiterhelfen, die eigentlich für das gegenteilige Problem gedacht sind. StayFocusd ist ein Browser-Addon, das dazu gedacht ist, bestimmte Websites während der Arbeit unzugänglich zu machen – welche das sind, entscheidet allerdings der Nutzer. Die gesperrten Seiten trotzdem zu betreten erfordert dann Aufwand und das kann dabei helfen, das Muster der ständigen Verfügbarkeit und Kontrolle zu durchbrechen.

Die 10-Jahres-Frage

Andererseits ist aber auch die Frage interessant, welche Erinnerungen an den heutigen Tag, diesen Monat, dieses Jahr wohl in zehn Jahren noch präsent sein werden. Durchgearbeitete Nächte werden vermutlich nur dann dazu gehören, wenn sie zu einem besonderen Projekt gehört haben – oder wenn daraus ein Burnout entstanden ist. Eine tolle Party bleibt aber vielleicht doch stärker in Erinnerung, als der siebte Abend vor dem PC, weil da doch eine dringende Mail war. Es geht nicht nur um die Frage, was dem Chef wichtig ist; es geht auch darum, wie das eigene Leben aussehen soll.

Natürlich ist jedem die Entscheidung für die Arbeit in der Freizeit selbst überlassen und manchmal ist genau das unvermeidlich. Manche kommen aber vielleicht nach einem kritischen Blick doch zu dem Schluss, dass es anders besser wäre und viel Druck zur übermäßigen Beschäftigung mit dem Job selbstgemacht ist. Nicht umsonst ist die Work-Life-Balance, also die Vereinbarkeit von Familie, Privatleben und Beruf, heute ein ganz großes Thema. Die Arbeit sollte nicht überhand nehmen, auch wenn sie noch so wichtig und spannend ist. Und am Ende ist es ja auch so, dass Ruhepausen eine Investition in die zukünftige Belastbarkeit eines Arbeitnehmers darstellen. Dafür sollte dann doch jeder Chef Verständnis haben.

ML Conference 2019

Workshop: Machine Learning 101++ using Python

mit Dr. Pieter Buteneers (Chatlayer.ai)

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Daten analysieren und transformieren mit Python

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Aufmacherbild: Origami fortune teller on vacation at the beach concept for work life balance choices via Shutterstock / Urheberrecht: Brian A Jackson

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[…] beeinflussen, die so gar nichts mit der Entwicklung an sich zu tun haben. Nur wer gesund und ausgeglichen ist, kann Bestleistungen erbringen; nur wer auch einmal zur Ruhe kommt, ist dauerhaft leistungsfähig. […]

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