Das waren die wichtigsten Entwicklerthemen 2015 - Teil 1

WebStorm, PhpStorm, Go, Edge und Firefox – unser Jahresrückblick
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Mit großen Schritten bewegen wir uns in Richtung Jahresende. Zeit zurückzublicken und das Jahr Revue passieren zu lassen. In einer Artikelserie greifen wir die wichtigsten Themen aus 2015 auf – welche Technologien, Ereignisse und Trends haben Entwickler in diesem Jahr besonders bewegt und interessiert? In dieser Ausgabe: WebStorm, PhpStorm und die Einführung von JetBrains Toolbox, alles rund um Go sowie Edge, Firefox und die Browserstatistiken.

WebStorm, PhpStorm und die Einführung von JetBrains Toolbox

Es war ein durchaus erfolgreiches Jahr für den Software-Hersteller JetBrains, der unter anderem für die Entwicklung der beliebten IDEs PhpStorm und WebStorm zuständig ist. So erschienen im Laufe des Jahres jeweils zwei neue Major-Versionen der IDEs, darüber hinaus wurden User mit regelmäßigen Maintenance-Updates und dem Zugriff auf zahlreiche Builds im Rahmen des jeweiligen Early Access Programs versorgt.

Die im April erschienene WebStorm-Version WebStorm 10 brachte vor allem umfangreiche Verbesserungen der Performance und des UIs, aber auch eine ganze Reihe neuer Features wurden der IDE spendiert. Und auch in der Anfang November veröffentlichten Major-Version WebStorm 11 standen viele Verbesserungen im Fokus; vor allem beim Support von modernen Technologien und der Core-Funktionalität der Entwicklungsumgebung.

Ähnlich ging es auch bei den dieses Jahr erschienenen PhpStorm-Versionen PhpStorm 9 und PhpStorm 10 zu. So stand der Release von PhpStorm 9 ganz im Motto „Progress. Advance. Develop“, was sich vor allem in der Implementierung zahlreicher neuer Features widerspiegelt. Auch PhpStorm 10 ließ sich hier nicht lumpen, vor allem der Support von PHP 7 stand bei der Veröffentlichung dieser Major-Version im Vordergrund.

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Doch das war noch längst nicht alles, was die Community in Atem hielt. So gab JetBrains im September die Einführung ihres neuen Abomodells JetBrains Toolbox, das im November an den Start ging, bekannt – und handelte sich dank der ursprünglich geplanten Abschaffung der sogenannten „perpetual licence“ damit umfangreiches negatives Feedback ein. Zwar ruderte JetBrains schnell zurück und überarbeitete den Plan, ihre Produkte nur noch in einem jährlich zu erwerbenden Abo zur Verfügung zu stellen, trotzdem sorgte das Thema für einige Aufregung und gehört damit definitiv zu den spannendsten Themen des Jahres.

Go – C war gestern

Manchmal muss man einfach Abschied nehmen von Dingen, die den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden. In der IT-Branche kann das manchmal bedeuten, sich komplett von einer Technologie zu verabschieden.

So oder so ähnlich ging es auch Google. C war dem Suchmaschinengiganten nicht mehr gut genug; also hat man sich 2007 dazu entschlossen, eine Sprache zu entwickeln, die sich gegen jenes C aufstellt: Go war geboren. In diesem Jahr nun feierte Go den sechsten Geburtstag seines öffentlichen Daseins – und seine Unabhängigkeit.

Denn war es bisher so, dass die Sprache Go die andere Sprache C für einen funktionierenden Build benötigte, hat sich das mit dem Release von Go 1.5 im Sommer erledigt. Jetzt benötigt Go nur noch eine funktionierende Go-1.4-Installation, um einen funktionierenden Build zu erstellen. Der ehemals große Konkurrent – C – ist damit mehr oder weniger ausgestochen. Zwar ist hier und da noch ein wenig Assembler für den Build-Prozess nötig, aber das lässt sich guten Gewissens verkraften.

Doch auch sonst hat sich dieses Jahr einiges getan; so hat Go 1.5 zum Beispiel schon ein Bugfix-Release und eine Microservices-Library erhalten. Und die Community zeigte sich stets von ihrer besten Seite: sei es nun, wenn es darum ging, Best Practices zu entwickeln oder das erarbeitete Wissen auf Konferenzen zu teilen.

Mit Go scheint es Google – im Gegensatz zu zahlreichen anderen Technologien, die in den letzten Jahren heimlich, still und leise auf dem Schrottplatz der Geschichte gelandet sind – wirklich ernst zu meinen. Nach so einem spannenden und ereignisreichen Jahr darf man gespannt sein, was 2016 auf die Go-Community wartet.

Edge, Firefox und die Statistik

Nach vielen Jahren Webentwickler-Pein hat sich Microsoft daran gemacht, Altlasten über Bord zu werfen und mit Microsoft Edge dem Internet Explorer den Garaus zu machen. Chris Heilmann bietet in seiner webinale-Keynote „No more Excuses left – let’s make the Web excellent“ einen umfassenden Überblick über die Geschichte von Microsoft Edge in Zusammenhang mit Webstandards. Im weiteren Verlauf hat Edge viele neue Features spendiert bekommen, darunter verbesserte F 12 Developer Tools, bessere Security und Updates für seine Rendering- und JavaScript-Engines.

Auch die anderen Browser-Hersteller hatten in diesem Jahr einiges in petto: Googles Chrome durchlebte in diesem Jahr acht Beta-Versionen – von Version 41 Beta bis hin zur aktuellen Chrome 48 Beta. Mozillas Firefox startete mit Versionsnummer 35 ins neue Jahr und befindet sich aktuell auf Version 43. Besonders spannend war aber Version 41 mit vielen neuen und verbesserten Features für User und Entwickler. Der speziell für Entwickler entwickelte Browser Firefox Developer Edition befindet sich momentan auf Versionsnummer 44.

Wirft man einen Blick auf die Browser-Statistiken des letzten halben Jahres, zeigt sich, dass Chrome ganz eindeutig das Feld anführt, während Firefox um seine Zukunft bangen muss. Edge pendelt sich im soliden Mittelfeld ein, kann aber in Bezug auf Benchmarks ordentlich punkten: der Microsoft-Browser lässt die Konkurrenz in puncto Performance weit hinter sich.

Node.js … io.js … Node.js …

2014 bereits nahm eine Geschichte ihren Lauf, die 2015 dann doch zu einem versöhnlichen Ende fand. Die Rede ist von Node.js / io.js. Und das kam so …

Unter dem Emblem „io.js“ haben vormalige Mitarbeiter des JavaScript-Frameworks Node.js ihr eigenes Projekt gestartet. Initiator des Node-Forks war das Unternehmen StrongLoop, das seit geraumer Zeit im Clinch mit dem Node-Inhaber Joyent stand. Vor allem war man unzufrieden über die Stagnation der Weiterentwicklung des Frameworks – und der nicht gerade offenen Art und Weise, wie die Entwicklungsfortschritte dokumentiert wurden.

Anfang des Jahres dann ließ man Worten Taten folgen – io.js wurde in Version 1.0(.1) veröffentlicht; zwar unstable, aber in Time. Der Punkt ging jedenfalls an StrongLoop.

Was folgte, war ein lustiger Schlagabtausch über die Zukunft des Forks auf GitHub. Das Technical Committee des Node.js-Forks gab dann im Mai auf seiner letzten öffentlichen Sitzung bekannt, dass beide Projekte unter dem Dach der unabhängigen Node.js Foundation wieder zusammengeführt werden sollen – unter dem Namen Node.js, basierend jedoch auf dem Repository von io.js.

Und siehe da: drei Monate nachdem eben jene Node.js Foundation ihre Arbeit aufnahm, wurde Node.js 4.0.0 veröffentlicht – der Grundstein künftiger LTS-Releases, auf Basis des ehemaligen Forks io.js.

Die Geschichte lehrt uns also in diesem Punkt, dass es manchmal hilfreich sein kann, wenn die Community das Heft in die Hand nimmt. So kann man als Entwickler nun auf Version 5.0 setzen. Allerdings nur bis April 2016; dann nämlich folgt nach offiziellem Release-Plan Node.js v6.

Aufmacherbild: Thunderstorm with lightning in mountain via Shutterstock / Urheberrecht: Klagyivik Viktor

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