Frauen in der Tech-Branche im Portrait: Erica Langhi

Women in Tech: In der Technik wird man zur lebenslang Lernenden
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In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir ebenso spannende wie inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Erica Langhi, Senior Solution Architect EMEA bei Red Hat.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Woman in Tech: Erica Langhi

Erica Langhi ist Solution Architect bei Red Hat mit über 15 Jahren Erfahrung im Technologiebereich. Während ihrer gesamten Karriere hatte sie eine Vielzahl von Funktionen als technische Beraterin inne und arbeitet nun mit Kunden aus verschiedenen Branchen für den Open-Source-Spezialisten Red Hat zusammen. Ihre Spezialgebiete sind Datenintegration, Datenvirtualisierung, Datenstruktur, Anwendungsentwicklung, Middleware-Integration und Unternehmensarchitekturen.

Erica interessierte sich schon während der Schulzeit für die MINT-Disziplinen und beschloss deshalb ein Ingenieurstudium an der Universität aufzunehmen. Während dieser Jahre war sie Teil eines Projekts zum Thema Predictive Data Mining in der klinischen Medizin. Das Projekt entwickelte Modelle, die eine optimale Versorgung der Patienten vorschlagen, indem sie aus Daten lernen, die routinemäßig während der täglichen Arbeit des Klinikpersonals gesammelt werden.

Es war eine großartige Möglichkeit zu sehen, wie Technologie einen Einfluss auf die Verbesserung des Lebens der Menschen haben kann. Das trieb sie dazu an, weiter zu forschen und eine Karriere in Tech anzustreben.

Mithilfe von Technologien kann man neue oder alte Probleme auf innovative Weise lösen

Als ich Maschinenbau studierte, war mein Werdegang ziemlich normal. Ich hatte schon immer ein Interesse an Daten und den Mehrwert, den sie in jeden Aspekt unseres täglichen Lebens einbringen können. Zunächst arbeitete ich bei einem Datenmanagement-Unternehmen und dann bei Unternehmen, die über eine breitere Palette von Technologien verfügten. Ich habe schon immer die Art und Weise interessant gefunden, wie man Technologien nutzen kann, um neue oder alte Probleme auf innovative Weise zu lösen.

Um ehrlich zu sein, ich bin bis jetzt noch auf kein allzu große Hindernisse gestoßen. Wenn man leidenschaftlich an dem interessiert ist, was man tut, ist alles einfacher. Mein Vater war Ingenieur und ich war fasziniert von seinen Büchern und seiner Arbeit. Er hat mir definitiv eine Liebe zu Mathematik und Naturwissenschaften mitgegeben. Ich schätze, er war also mein Vorbild und hat mich immer während meines Studiums und meiner Karriere unterstützt.

Ein Tag in Erikas Leben

Ich arbeite derzeit als Solution Architect bei Red Hat und habe das Glück, Teil eines Unternehmens zu sein, das Vielfalt und Gleichberechtigung fördert. Bei Red Hat herrscht eine einzigartige, offene Kultur und ich habe mich nie in einer Position wiedergefunden, in der mir keine Chancen und Herausforderungen geboten wurden, weil ich eine Frau bin. Ich werde von meinen Kollegen als gleichberechtigt angesehen und auch so behandelt.

Ich würde nicht sagen, dass ich einen typischen Arbeitstag habe. Ich kann Zeit bei den Kunden verbringen oder remote arbeiten. Letztlich ist es mein Ziel, den Kunden bei der Lösung von Problemen unter die Arme zu greifen und Lösungen zu entwickeln, damit sie verstehen, wie Red Hats Open-Source-Technologien sie auf ihrem Weg unterstützen können.

Women in Tech: Wohin geht die Diskussion?

Leider denke ich, dass der Mangel an (mehr) Frauen in der Technologiebranche das Resultat einer einer verstockten, traditionellen Denkweise ist. Innerhalb dieser verspüren der Frauen allgemein nicht Wunsch, sich der Tech-Industrie anzuschließen. Oder sie denken, dass sich Familie und Karriere  in der Tech-Welt nicht unter einen Hut bringen ließen.

Wissenschaft und Mathematik werden manchmal fälschlicherweise als männlich dominierte Fachgebiete wahrgenommen. Ich halte es für wichtig, diese Wahrnehmung schon in sehr jungen Jahren zu verändern. Aus diesem Grund sind MINT-Initiativen an Schulen wirklich wichtig, um die neuen Generationen zu beeinflussen. Es ist wirklich essentiell, Menschen und Lehrer zu haben, die Kinder ermutigen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.

Am Anfang deiner Karriere versuchst du wahrscheinlich, dir selbst etwas zu beweisen, weil du eine Frau bist. Aber dann erkennst du schnell, dass jeder Experte mit Respekt und als gleichwertig behandelt wird. Glücklicherweise kommt von Technologieunternehmen wirklich viel Unterstützung. Ich denke, dass Männer und Frauen zusammenarbeiten müssen, um die digitale Gesellschaft der Zukunft zu schaffen.

Tipps & Tricks

Wenn eine Frau Technologieexpertin werden will, ist es wichtig, dass sie die notwendige mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung mitbringt, um in technische Studiengänge wie Informatik oder Ingenieurwesen aufgenommen zu werden. Es gibt auch Karrierewege innerhalb von Technologieunternehmen, die nicht allzu eng mit den MINT-Fächern verknüpft sind, die Frauen aber dennoch Zugang zu diesen Organisationen verschaffen.

Ein interessanter Aspekt des Arbeitens in Tech besteht darin, dass man eine lebenslang Lernende wird. Während der Karriere lernt man ständig, wie sich Dinge auf eine erfinderischere und bessere Art tun lassen. Das ist großartig, denn das verhindert, dass man sich in seinem Beruf langweilt.

Technologie ist ein wunderbares Arbeitsgebiet. Es ermöglicht, sein zukünftiges Leben zu gestalten und ich glaube, dass es ein Karriereweg ist, den mehr Frauen gehen sollten.

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