Frauen in der Tech-Branche im Portrait: Kathleen Yanolatos

Women in Tech: „Zweifelt nicht an euren Fähigkeiten!“
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In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir ebenso spannende wie inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Kathleen Yanolatos, Director of Engineering bei Aaptiv.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Woman in Tech: Kathleen Yanolatos

Ich habe mich schon als Kind für Wissenschaft und Mathematik interessiert. Als ich aufs Junior-College ging, bekamen  wir zu Hause unseren ersten Internetzugang. Ich war sehr viel online, ich war damit beschäftigt, Fanseiten für meine Lieblingsserien zu erstellen, Buffy im Bann der Dämonen und Sailor Moon. Das ganze ging sogar soweit, dass ich sobald ich etwas Cooles auf anderen Seiten fand, es unbedingt übernehmen wollte. Ich habe mir quasi selbst HTML und JavaScript beigebracht.

Damals habe ich nicht daran gedacht, Softwareentwicklerin zu werden. Dieser Gedanke kam erst, als ich angefangen habe zu studieren. Ich hatte mich für Biologie eingeschrieben. Das sollte sich später dann in Richtung Medizin entwickeln, so jedenfalls der Plan. In meinem ersten Studienjahr habe ich an einem CS-Elective-Seminar teilgenommen und mich sofort in das Fach verliebt. Das ist der Wendepunkt für mich gewesen und ich habe den Studiengang gewechselt.

API Summit 2017

React Internals: Deep Dive

mit Golo Roden (the native web)

Angular Kickstart: von 0 auf 100

mit Christian Liebel (Thinktecture) und David Müllerchen (HQLabs)

International JavaScript Conference 2018

GraphQL – where did all my endpoints go?

mit Chris Noring (McKinsey)

Make Node.js API’s great with TypeScript

mit Dmytro Zharkov (Zalando)

Das CS-Programm der Boston University war zu dem Zeitpunkt noch sehr klein und es gab, mich eingeschlossen, nur wenige Frauen in diesem Studiengang. Ich war meist die einzige Frau in meinen Kursen, was ich sehr schnell merkte. Spätestens dann, als ich, die einzige Frau im Kurs, zur Protokollantin auserwählt wurde, weil der Professor dafür jemanden benötigte, wurde mir diese Tatsache bewusst.

Was haben die erfolgreichsten Frauen in Tech gemeinsam? Die Unterstützung ihrer Nächsten.

Meine Eltern haben sich immer für meine Ausbildung eingesetzt. Sie selbst haben beide keinen College-Abschluss, sind sich aber immer bewusst gewesen, wie wichtig er ist. Sie haben wirklich viel auf sich genommen, damit meine Schwester und ich die bestmögliche Ausbildung bekommen. Allerdings war mein Vater von meinem Fachwechsel von der Medizinlaufbahn hin zum Software Engineering alles andere als begeistert. Damit konnte er sich nicht anfreunden. Allerdings hat er seine Meinung geändert, als ich mit meiner Arbeit begonnen habe. Er konnte sehen mit welcher Begeisterung ich dabei war und für welche großartigen Unternehmen ich arbeitete.

Gerade zu Beginn meiner Arbeit ist es allerdings auch vorgekommen, dass ich auf Menschen traf, die mich partout nicht ernstgenommen haben. Sogar dann, wenn sie eigentlich nicht dazu in der Position gewesen sind. Ein Beispiel hierfür ist ein Vorstellungsgespräch mit einem Kandidaten für eine Stelle in meiner ehemaligen Firma, der mich nicht nur ständig während des Interviews unterbrach, sondern auch noch Fragen einfach ignorierte, die ich im stellte. Im Gespräch mit meinen älteren, männlichen Arbeitskollegen, hat sich dann herausgestellt, dass diese die Situation völlig anders wahrgenommen hatten.

Ein Tag in Kathleens Leben

Aktuell bin ich Director of Engineering bei Aaptive, eine Tech-Company, die sich auf die Produktion von audiobasierten Fitnessprogrammen spezialisiert hat. Ein normaler Arbeitstag sieht dann so aus, dass ich in Zusammenarbeit mit den Mobile- und Webteams die Gestaltung neuer Features angehe, Feedback bezüglich des Codes gebe und die Planung für anstehende Projekte vorbereite. Besonders stolz bin ich allerdings auf unsere Junior Engineers, deren Mentorin sein konnte, insbesondere die Frauen unter ihnen. Es gibt nichts schöneres, als zu sehen, wie jemand mit und auch in seiner Rolle wächst, gerade in einem professionellen Rahmen. Zu wissen, dass ich dabei eine Rolle gespielt habe, fühlt sich einfach großartig an.

Es ist schwer, sich dazugehörig zu fühlen, wenn ständig die eigenen Fähigkeiten angezweifelt werden

Warum arbeiten nicht mehr Frauen in der Technik?

Leider denken die Leute immer noch in Stereotypen. Softwareentwickler sind Nerds mit wenig Sozialkompetenz, die den ganzen Tag  in einer dunklen Ecke sitzen und an Rechnern tüfteln. Wenn wir dieses Bild vermitteln, sollte es eigentlich klar sein, dass viele junge Mädchen nichts mit der Branche anfangen können. Die Fälle von sexueller Belästigung, die ebenfalls in Silicon Valley vorkommen, machen es nicht besser. Selbst wenn wir den Anteil an Frauen in den Informatikstudiengängen steigern könnten, bliebe immer noch Zeitraum von mindestens vier ganzen Jahren, der überbrückt werden müsste, bis die Absolventinnen in die Arbeitswelt eintreten könnten.

Hindernisse

Selbst wenn es ihnen nicht bewusst ist, in den Köpfen der Menschen spuken immer noch Vorurteile bezüglich Entwicklern. Die meisten denken dabei nicht einmal im Entferntesten an Frauen. Das geht sogar so weit, dass ich auf Technikkonferenzen von männlichen Teilnehmern mit Fragen gelöchert wurde, um herauszufinden, ob ich wirklich das nötige Wissen besitze. Es ist schwer, sich dazugehörig zu fühlen, wenn ständig die eigenen Fähigkeiten angezweifelt werden.

Tipps und Tricks

Auch wenn sie oft Horrorgeschichten von Start-ups zu hören bekommen, gibt es viele Unternehmen, auf die das nicht zutrifft. Ich hatte das große Glück, mit einigen dieser Ausnahmen zusammenarbeiten zu können. Obwohl Sie im Vorhinein nie wissen können, wie es ist in einem Unternehmen zu arbeiten, können Sie nach ein paar Hinweisen Ausschau halten:

Herrscht innerhalb der Gruppe Diversität (Rasse, Alter, Geschlecht etc.) oder haben alle mehr oder weniger den selben Background? Wie sehen ihre sozialen Aktivitäten aus? Dreht es sich dabei nur ums Trinken? Auch wer nichts gegen ein Bier mit den Kollegen hat, sollte sich fragen, ob das Unternehmen Wert darauf legt, eine inklusive Atmosphäre für alle zu schaffen. Das kann sehr viel über ein Unternehmen und dessen Mentalität aussagen.

API Summit 2017

Webapplikationen mit Node.js

mit Sebastian Springer (MaibornWolff)

Webpack – Bundling, Compiling and Transforming

mit Dominik Ehrenberg (crosscan)

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