Interview mit Linda Schneider, Regionalmanagerin Consultancy bei Computacenter

Women in Tech: „Man darf sich nicht abschrecken lassen, sondern muss sich durchbeißen“
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In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Linda Schneider, Regional Managerin Consultancy bei Computacenter.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Woman in Tech: Linda Schneider

Linda Schneider

Linda Schneider ist 32 Jahre alt und führt beim IT-Dienstleister Computacenter als Regionalmanagerin ein 17-köpfiges Infrastruktur Security Team. Nach einer Ausbildung zur IT Systemkauffrau bei der Telekom hat sie ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik absolviert. Seit 2018 arbeitet sie bei Computacenter im Consulting. Dort liegt ihr Fokus auf der Transformation von den gängigen Netzwerk Security Themen in Richtung Cloud und Automatisierung.

Was hat dein Interesse für die Tech-Branche geweckt?

Ich war immer technikaffin und habe mich schon als Jugendliche mit IT beschäftigt. Für meine Familie und Freunde war ich immer die erste Ansprechpartnerin, wenn etwas Technisches nicht mehr funktioniert hat. Das Interesse für den Bereich war schon früh klar, daher war es für mich nur logisch, eine berufliche Laufbahn in der IT einzuschlagen.

Ich war immer technikaffin und habe mich schon als Jugendliche mit IT beschäftigt.

Nun bin bin schon mein ganzes Berufsleben in der IT tätig. Nach der mittleren Reife habe ich eine Ausbildung zur IT-Systemkauffrau bei der Deutschen Telekom AG gemacht. Am besten gefallen hat mir dabei der Kontakt mit den Menschen, die ich im Außendienst betreut habe. Zu meinen Aufgaben gehörte es, Router und Anlagen zu konfigurieren, technische Störungen zu Beheben und mich um die Verkabelungsarbeiten zu kümmern.

Nach der Ausbildung wechselte ich zu einem mittelständischen Systemhaus in München, wo ich im technischen Vertrieb und im Consulting arbeitete und auch meine ersten Führungserfahrungen sammelte. Während dieser Zeit habe ich über drei Jahre ein berufsbegleitendes Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik (Bachelor of Science) an der FOM München absolviert.

Um Erfahrungen im Umgang mit Großkunden zu sammeln und Konzernluft zu schnuppern, bin ich im Anschluss zu einem der größten Systemhäuser Deutschlands gewechselt. Dort war ich als PreSales Consultant tätig und trug die fachliche Verantwortung für das IT Infrastruktur Networking Geschäft in der Region Bayern. Seit August 2018 arbeite ich bei Computacenter im Consulting und bin als Regionalmanagerin für ein Team aus Netzwerk Security Consultants verantwortlich.

Vorbilder und Unterstützer

Es fällt mir schwer, ein spezielles Vorbild herauszuheben, da ich während meines Berufsweges viele interessante Frauen getroffen habe. Zudem waren auch männliche Kollegen gute Vorbilder 🙂

Ein Tag in Lindas Leben

Seit August 2018 bin ich Regionalmanagerin bei Computacenter und führe aktuell ein 17-köpfiges Team von Consultants im Bereich Infrastruktur Security. Mein Fokus liegt momentan auf der Transformation gängiger Netzwerk-Security-Themen in Richtung Cloud und Automatisierung. Daher ist es auch zentral, dass sich meine Mitarbeiter kontinuierlich weiterentwickeln und die neuen Technologien einsetzen können. Bei unseren Kunden unterstütze ich die Entwicklung dieser Themen ebenfalls. Zu meinem Alltag als Regionalmanagerin gehören Personalführung und -findung genauso wie die Weiterentwicklung des Teams bei fachlichen Themen.

Es gibt weniger Frauen im Tech-Bereich: Welchen Hürden müssen Frauen heute immer noch überwinden?

Zu den Hürden in der Ausbildung und im Studium kann ich aus meiner Perspektive wenig sagen, da ich selbst keine erlebt habe. Vermutlich liegt der geringe Frauenanteil noch immer daran, dass sich – vielleicht auch erziehungsbedingt – vergleichsweise wenige Frauen mit Technik identifizieren und sie nach wie vor lieber in anderen Branchen arbeiten. Meine Erfahrung ist, dass sowohl in der Berufsschule wie auch im Studium der Frauenanteil bei 10 bis 15 Prozent lag. Gerade in meinem Bereich, der IT Infrastruktur, gibt es wenige Frauen. Wenn Frauen in der IT tätig sind, dann eher in der Softwareentwicklung.

Frauen in MINT-Fächern

Ich denke, dass Frauen manchmal einen anderen Blickwinkel auf die Themen haben und dies daher einen Mehrwert für die Teams bringt.

Ob die Diversity-Debatte bald Geschichte sein wird, ist schwer vorhersehbar.

Außerdem kann eine zielstrebige und leistungsstarke Frau im Team die Motivation und Zielstrebigkeit bei den Herren durchaus antreiben 😉 Und davon profitieren dann natürlich auch die Arbeitgeber, wie diverse Studien zu gemischten Teams belegen.

Ob die Diversity-Debatte bald Geschichte sein wird, ist schwer vorhersehbar. Vermutlich wird es aber durch den täglichen Umgang mit IT schon ab dem Kindesalter immer mehr Frauen geben, die sich frühzeitig mit IT beschäftigen. Aber Diversity beschränkt sich ja nicht nur auf die Mann/Frau Diskussion.
Ein Mix aus verschiedenen Typen – zum Beispiel unterschiedlichen Alters oder unterschiedlicher Herkunft – die verschiedene Sichtweisen und Ideen einbringen, wird immer Sinn machen.

Hindernisse

Gerade als PreSales Consultant ist mir aufgefallen, dass manchmal männliche Kunden eine junge Frau in den ersten Gesprächen als inkompetent einschätzen. Hier musste ich mich mit Kompetenz und Selbstvertrauen beweisen und etablieren. Danach waren die Kontakte aber immer super. Vermutlich war es dann sogar vorteilhaft eine Frau zu sein, da weibliche Stärken, zum Beispiel in puncto Kommunikation, im Kundenkontakt auch Vorteile mit sich bringen.

Bei uns zählt die Leistung, nicht das Geschlecht.

Hier darf man sich nicht abschrecken lassen, sondern muss sich durchbeißen. Mit den Kollegen kam ich immer super aus. Bei Computacenter gehen alle sehr kollegial miteinander um. Bei uns zählt die Leistung, nicht das Geschlecht.

So gesehen hat man mir keine Steine in den Weg gelegt. Mein Eindruck ist, dass sich der Berufsweg nicht geschlechterspezifisch unterscheidet. Manchmal fehlt es uns Frauen an Selbstvertrauen und Durchsetzungsfähigkeit. Ich habe im Laufe der Zeit gelernt, diese Eigenschaften mehr zu stärken.

Tipps & Tricks

Man muss keine Bedenken haben, dass man in der IT als Frau nicht weiterkommt. Ich wurde immer gefördert und auch gefordert.

Einfach mal reinschnuppern und selbst erfahren.

Ich hatte das Glück, sogar mehr Unterstützung von den Kollegen bekommen zu haben, als so mancher Mann. Mein Tipp lautet: Einfach mal reinschnuppern und selbst erfahren, welche tollen Möglichkeiten Frauen in IT-Berufen haben.

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