Heute im Interview: Meghan Jordan, Product Manager bei Datadog

Women in Tech: „Je mehr unterschiedliche Perspektiven man hat, desto besser werden die Ergebnisse und die Produkte“
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In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Meghan Jordan, Product Manager bei Datadog.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Woman in Tech: Meghan Jordan

Meghan Jordan hat ihren Master in Informatik gemacht und ist Product Manager beim Cloud-Dienstleister Datadog. Sie ist für die SLO/SLA-Produkte des Anbieters zuständig und zudem im Event-Bereich tätig. Vor ihrem Engagement bei Datadog war sie im Marketingbereich und als Analystin bei WeWork tätig.

Was hat dein Interesse für die Tech-Branche geweckt?

Es war nie mein erklärtes Ziel, in der Tech-Branche zu arbeiten. Meinen Bachelor habe ich in Anthropologie gemacht und dann in unterschiedliche Branchen reingeschnuppert. Ich habe Sogar überlegt, Anwältin zu werden oder als Krankenschwester bzw. in der Strafverfolgung zu arbeiten.

Aber dann kam alles anders und ich habe meinen Master in Informatik gemacht. Ich wollte mein Wissen erweitern und war neugierig. So bin ich über Umwege in meine jetzige Karriere gestartet. Und für meine aktuelle Arbeit hat sich mein Anthropologie-Studium als sehr nützlich erwiesen – viele der Forschungsmethoden, die ich dort gelernt habe, kann ich nun im Bereich User Research anwenden.

Während des Studiums habe ich mich mit Produktmanagement beschäftigt, da ich eher an User und Product Research interessiert war als am Programmieren. Mein erster Job war aber tatsächlich im Projektmanagement. Eigentlich hat meine Karriere erst richtig begonnen, als ich eine Rolle im Produktmarketing bei Datadog annahm. Wir waren damals noch ein kleines Team im Startup-Modus und es gab zahllose Möglichkeiten, um zu lernen und neue Dinge auszuprobieren. Nach ein paar Jahren im Produktmarketing wechselte ich dann ins Produktmanagement. Seit gut einem Jahr bin ich nun Product Manager.

Ein Tag in Meghans Leben

Als Teil eines Teams die Verantwortung für das gesamte Produkt zu übernehmen macht mich stolz!

Zurzeit arbeite ich bei Datadog als Product Manager mit den Teams, die hinter Datadog Monitors und Service Level Objectives stecken. An einem typischen Tag spreche ich mit Kunden, tausche mich mit anderen Produktmanagern aus und habe Meetings mit unseren Entwicklungsteams. Datadog Monitors and SLOs sollen möglichst nützliche Produkte sein und ich lege bei der Entwicklung großen Wert auf das, was unsere Kunden an uns herantragen. Unsere Produkte werden besser, wenn wir offen für das Feedback der Teams sind, die tagtäglich mit eben diesen Produkten arbeiten. Zudem nehme ich mir die Zeit, über die Zukunft der Produkte und ihre strategische Ausrichtung nachzudenken. Es ist enorm wichtig, sich auch an arbeitsreichen Tagen diese Zeit zu nehmen und darüber zu grübeln, was wohl als Nächstes kommt.

Derzeit arbeiten wir an einem neuen Produkt und mein Team freut sich sehr auf die Entwicklungsphase. Als Teil eines Teams die Verantwortung für das gesamte Produkt zu übernehmen macht mich stolz!

Vorbilder und Förderer

Meine Familie und meine Freunde haben mich immer bei allem unterstützt, auch bei meiner beruflichen Karriere. Was Vorbilder betrifft, bewundere ich Aparna Sinha, Director of Product Management für Kubernetes und Anthos bei Google (Cloud). Sie hat eine beeindruckende Karriere vorzuweisen und ist Expertin für ein hochtechnisches Produkt. Beides Dinge, die ich selbst anstrebe.

Hindernisse auf dem Weg

Ich hatte bisher das Glück, in meinem Leben ausschließlich von Menschen umgeben zu sein, die mich unterstützt haben. Sowohl beruflich als auch privat. Es gibt sicher einige Klischees und nicht weniger Stereotypen in unserer Branche. Ich bin sehr froh, dass ich bei meiner bisherigen Arbeit davon verschont worden bin.

Ich glaube nicht, dass es viele Frauen gibt, die die Möglichkeit haben, sich frühzeitig in ihrem Leben, ihrer Ausbildung und ihrer Karriere mit Tech-Themen vertraut zu machen. Meine Erfahrungen bei Datadog waren sehr positiv, aber wenn ich im Studium nicht den Kontakt zur Informatik gehabt und letztendlich auch studiert hätte, wäre ich hier nicht gelandet. Wir müssen Schülerinnen frühzeitig diese Zugänge geben, solange sie jung und offen dafür sind, neue Dinge zu lernen.

Sähe die Welt mit mehr Frauen in MINT-Berufen anders aus?

Traut euch, um Hilfe zu bitten!

Die Dinge lägen definitiv anders, das gilt aber nicht nur für Frauen Tech-Branche. Es geht um jede Branche und generell um mehr Diversity im Allgemeinen. Je mehr unterschiedliche Perspektiven man hat, desto besser werden die Ergebnisse und die Produkte.

Als Produktmanager kann ich auch nicht nur mit einem Kunden sprechen. Ich muss mich mit vielen Kunden, mit vielen unterschiedlichen Hintergründen und Erfahrungen austauschen. Gute Produkte und gute Teams erfordern Empathie und die Fähigkeit, den Background der anderen zu verstehen. Wenn es mehr Vielfalt im MINT-Bereich gäbe, wäre sowohl die Technologiebranche insgesamt besser als auch die Produkte, die sie produziert.

Tipps & Tricks

Es ist immer schwierig vorherzusagen, wann bestimmte Dinge passieren werden. Ich denke, dass wir – wenn die Frauen der Millennial-Generation ihre Karriere begonnen haben – so oder so mehr Frauen in den Führungspositionen der Tech-Industrie sehen werden.

Daher: Habt keine Angst in der Tech-Branche zu arbeiten! Ich habe mit vielen unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Unternehmen zusammengearbeitet und alle haben mich integriert und unterstützt.

Fragt nach dem, was ihr wollt! Wenn ich den Sprung in Produktmanagement nicht gemacht hätte, dann hätte ich viele der Erfolge, auf die ich heute stolz bin, eben nicht erreicht.

Traut euch, um Hilfe zu bitten! Umgebt euch mit hilfsbereiten und lieben Menschen und bittet sie um Rat und Mentoring.

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