Development

Heute im Interview Swarali Karkhanis, Software-Engineering-Praktikantin bei Exoscale

Women in Tech: „Man riet mir davon ab, einen höheren Bildungsweg einzuschlagen“
Keine Kommentare

In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Swarali Karkhanis, Software-Engineering-Praktikantin bei Exoscale.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Woman in Tech: Swarali Karkhanis

Swarali Karkhanis ist als Software-Engineering-Praktikantin bei Exoscale tätig und arbeitet an der Entwicklung eines Orchestrierungs-Services für das Management von Kubernetes-Clustern.

Was hat dein Interesse für die Tech-Branche geweckt?

Mein Interesse wurde durch einen Workshop in Schule geweckt, in dem ich zum ersten Mal Alice ausprobierte. Alice ist eine programmierbare Plattform, die für das Geschichtenerzählen gedacht ist und sich an Kinder richtet. Zwar hatten wir auch Informatikunterricht an der Schule, aber das machte mich wirklich neugierig, weil ich sehen konnte, wie die eigene Idee zu einer greifbaren Form wurde, durch ihre logische Implementierung.

Ich hatte immer ein Interesse an Mathematik, bereits zu meinen High School Zeiten – ich nahm nach der Schule an Kursen für Fortgeschrittene teil. Eine Informatikkarriere erschien mir wie eine gute Möglichkeit, meinen mathematischen Hintergrund zum Lösen von interessanten Problemen einzusetzen. Und ganz ehrlich, ich hatte keine größeren Schwierigkeiten, da ich jede Menge Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden hatte. Allerdings muss ich gestehen, dass es manchmal doch sehr beunruhigend war, das einzige Mädchen im Raum zu sein.

Online-Communitys nehmen einen manchmal nicht so ernst, wenn man eine Frau ist.

Ein Tag in Swaralis Leben

Mein Tag fängt normalerweise mit einem einzeiligen Status-Update auf IRC an. Dann kommt es auf den Stand der vorliegenden Aufgabe an. Dieser ist ausschlaggebend, ob man ein Meeting veranstaltet (in dem die Aufgabendetails besprochenen werden) oder ob sich der Programmierung zuwendet (gemäß der besprochenen Details) oder die Arbeit eines Teamkollegen begutachtet. Wir betreiben wöchentlich Reviews, damit wir bezüglich unserer Arbeit auf dem aktuellsten Stand bleiben. Alle meine Teamkollegen arbeiten extern, deswegen setzen wir viel mehr auf gute Kommunikation anstatt Zeit in Meetings zu verschwenden.

Vorbilder und Förderer

Meine Familie und meine Freunde haben mir immer sehr viel Unterstützung zu Teil kommen lassen. Insbesondere meine Eltern, die dafür Sorge trugen, dass ich in keinster Weise benachteiligt wurde. Sie sind auf jeden Fall meine Vorbilder.

Hat jemand versucht, dich daran zu hindern, in deiner Karriere voranzukommen?

Nicht öffentlich, aber es gab Fälle, in denen Menschen mir davon abrieten, einen höheren Bildungsweg einzuschlagen (bei einigen von ihnen handelte es sich sogar um Lehrer), während sie meine männlichen Kollegen dazu ermutigten.

Worauf bist Du in Deiner Karriere besonders stolz?

Es gibt zwei Sachen in meiner Karriere, auf die ich am meisten stolz bin. Zum einen designte und stellte ich ein wichtiges Feature bereit, dass die Laufzeit und die Effizienz der Cluster-Zustandsüberwachung verbessert. Zum anderen, wagte ich den Schritt in meiner Karriere, meinen Job zu kündigen und mich für den Master einzuschreiben.

Lesen Sie auch: Women in Tech: „Daten und Computern ist unser Geschlecht völlig egal“

Warum gibt es so wenige Frauen in der Tech-Branche?

Ich vermute, dass es simmer noch einen unbewussten Bias in den Menschen gibt, wenn es um die Eignung von Frauen für das MINT-Bereichen geht, den sogar Frauen selbst teilen. Das verhindert, dass mehr Frauen den Bereich betreten und damit wird das Vorurteil verstärkt.

Herausforderungen & Hindernisse

Eine Minderheit zu sein, kann zur Folge haben, dass man sich manchmal isoliert führt.
Das wiederum kann dazu führen, dass einige Orte (physisch sowie online) nicht sehr einladend auf Frauen wirken. Es wird nicht bewusst gemacht, aber Online-Communitys nehmen einen manchmal nicht so ernst, wenn man eine Frau ist. Das könnte sich nachteilig auf die Karriere auswirken, insbesondre in einem Bereich, in dem das Internet ein einflussreiches Tool ist.

Jedes Mal, wenn eine Minderheit der Belegschaft beitritt, ebnet sie einen Weg für weitere Minderheiten, um nachzukommen.

Sähe die Welt mit mehr Frauen in MINT-Berufen anders aus?

Auf jeden Fall. Ein Bereich, der über Diversität verfügt, kann verschiedenen Probleme und Ansichten aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und letztlich verschiedenartige Lösung hervorbringen. Und das ist doch das letzte Ziel der Technik, nicht wahr?

Die Diskussion über Diversität nimmt Fahrt auf. Wie lange wird es dauern, bis wir Ergebnisse der aktuellen Debatte sehen?

Aber nicht schnell genug. Ich denke, dass wir bereits einige positive Effekte in der Branche sehen. Jedes Mal, wenn eine Minderheit der Belegschaft beitritt, ebnet sie einen Weg für weitere Minderheiten, um nachzukommen. Ich hoffe, dass die Diversität im kommenden Jahrzehnt an Bedeutung gewinnt.

Tipps & Tricks

Ich denke, dass Frauen es versuchen sollten, aus ihrer Komfortzone herauszukommen und sich öfters zu Wort melden sollten, ohne zu glauben, dass sie dem Hochstapler-Syndrom unterliegen. Sobald sie das Feld betreten haben, werden sie feststellen, dass es nicht nur ihnen so geht, sondern dass jeder versucht seine Probleme zu lösen.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu:
X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -