Wie Zero UI die Zukunft von User Interfaces beeinflussen könnte

Zero UI – mehr als Zukunftsmusik?
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Lange Zeit waren Touchscreens das Nonplusultra bei der Interaktion von Usern mit einem Device. Das hat sich in den Zeiten des Internet of Things längst geändert und immer mehr Devices reagieren auf Spracheingaben oder interpretieren Gestiken, um die Bedürfnisse des Users vorauszuahnen. Da stellt man sich natürlich schnell die Frage: was kommt als nächstes?

Die Antwort darauf könnte Zero UI lauten. Doch was versteht man eigentlich unter dem Begriff und ist es wirklich nur Zukunftsmusik oder finden sich bereits heutzutage Spuren des Zero UIs in unserem Umgang mit verschiedenen Devices? Jenna Palermo hat das Zero-UI-Konzept vorgestellt und zeigt, wie die Zukunft der Interfaces aussehen könnte.

Zero UI – die Interaktion von User und Content

Je weiter Technologien entwickelt werden, desto mehr spielt Intuition bei der Interaktion von User und Device eine Rolle. Genau hier setzt das Zero UI an. Dabei handelt es sich um ein Konzept, bei dem die Barriere zwischen User und Device immer weiter entfernt wird, um eine nahtlosere Interaktion mit der dem Gerät zugrunde liegenden Technologie zu bieten.

Es geht also um die Art und Weise, wie wir mit dem Content interagieren. Normalerweise erfolgt der Input über ein Medium wie den Touchscreen oder auch Tastatur- oder Stifteingaben. Auch indirekte Interaktionen, etwa über Remote Control, sind aus dem Alltag nicht wegzudenken. Mit dem Wandel zum Internet of Things und der Einführung von Geräte, die auf Sprach- oder Gestensteuerung reagieren, ist der erste Schritt zum Zero UI bereits gemacht.

Dabei geht es vor allem um den Sprung zum Touch-freien UI und der noch besseren Verzahnung von User und Gerät. Dazu sagt Palermo:

While a world completly devoid of physical interfaces may never be a reality, being less tied to our devices may be in the cards.

Der Traum von Zero UI ist nicht neu

Nun ist der Traum vom Zero UI nichts Neues. Gestengesteuerte User Interfaces wie zum Beispiel das von Geräten wie Wii, PlayStation Move und Microsoft Kinect sind schon längst ein alter Hut, wenn es darum geht, für eine sogenannte „natürlichere“ User Experience zu sorgen. Schon dabei ist die Steuerung der Geräte weniger abhängig von Knöpfen und Steuerungselementen auf Controllern, sondern macht sich physischen Raum und Bewegung zu Nutze.

Ähnliche Pläne hat auch Google mit seinem im Mai auf der I/O-Konferenz vorgestellten Project Soli, mit dem es Usern ermöglicht werden soll, oberhalb eines Devices Gesten auszuführen, ohne den Screen direkt berühren zu müssen. Mehr Informationen dazu bietet etwa ein Artikel von Nate Swanner, in dem das Projekt näher vorgestellt wird.

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So könnte Zero UI die Arbeit für Designer ändern

Der Begriff Zero UI stammt vom Fjord-Group-Director Andy Goodman, der das Konzept im Rahmen der SOLID Conference im Juni vorgestellt hat. Dabei stellte er auch einige Überlegungen vor, wie Zero UI die Arbeit für Designer ändern könnte. Dazu sagt John Brownlee:

Instead of just designing for two-dimensions – i.e. what a user is trying to do right now in a linear, predictable workflow – designers need to think about what a user is trying to do right now in any possible workflow.

Dazu kommt, dass Zero UI neue – und vor allem andere – Ansprüche an das Skill-Set von Designer stellt. Statt der reinen Arbeit mit Interface-Design-Tools dürften Designer künftige von Datenbanken, Spreadsheets oder Tabellen abhängig sein und vermehrt Datenquellen und AI für ihre Arbeit nutzen. Die Zukunft des Interfaces dürfte also eine spannende sein – immerhin scheint das Zero UI mehr zu sein, als nur Zukunftsmusik, auch wenn seine Umsetzung noch ganz am Anfang steht.

Im folgenden Video stellt Andy Goodman das Zero-UI-Konzept übrigens noch einmal ausführlicher vor:

Aufmacherbild: Female hand pointing at the digital tablet von Shutterstock / Urheberrecht: Dragon Images

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