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Kubernetes 1.19 erschienen: Strukturiertes Logging & längerer Support
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Mit höflicher Verspätung, geschuldet der Situation, in der die Menschheit gerade feststeckt, ist Kubernetes 1.19, das zweite Release des Jahres, nun doch erschienen. Eines der wichtigsten neuen „Features“ ist die Erweiterung des Langzeit-Supports um einige Monate, doch auch technisch gibt es Neuigkeiten, etwa strukturierteres Logging.

Die Corona-Krise sowie die Proteste und Demonstrationen gegen Polizeigewalt rund um den Globus sind nur zwei der Ereignisse, die das Jahr 2020 sehr bewegend machen. Natürlich machen die Auswirkungen davon auch vor den Special Interest Groups (SIGs), Committern und Contributors von Kubernetes nicht halt. Um das zweite geplante Release für dieses Jahr dennoch ausliefern zu können, wurde die Dauer des Release-Zyklus’ verlängert, sodass er mit 20 Wochen der längste in der Geschichte des Orchtestrierungs-Tools darstellt.

Zeit ist alles

Java-Entwickler wissen, dass die Umstellung von einer Version der Programmiersprache auf die nächste ein zum Teil jahrelanger Prozess sein kann. In manchen Situationen kann im Java-Kontext sogar ein Jahrzehnt nicht genug Zeit sein, um upzugraden. Nicht ganz so viel Zeit bekommen die Nutzer von Kubernetes in Zukunft, doch ein wenig länger wird der Long Term Support (LTS) dennoch: von ursprünglich 9 Monaten wird der Zeitrahmen für das Update auf 12 Monate, also ein volles Jahr, erhöht.

Die Änderung geht auf eine Befragung der Community durch die Long Term Support Working Group zurück, bei der herauskam, dass fast ein Drittel der Nutzerbasis sich über eine Verlängerung des LTS freuen würden. Ein weiterer Vorteil: während aktuell gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der genutzten Kubernetes-Versionen offiziell noch unterstützt werden, könnte sich die Zahl so auf rund 80% erhöhen. Ein kleiner Preis Seitens der Entwickler für einen großen Nutzen.

Dynamische Provisionierung ante Portas

Persistenter Speicher ist grenzenlos verfügbar, egal wo auf dem Cluster. So oder so ähnlich lautete bisland die Prämisse des Kubernetes Schedulers. Mit dem neuen Storage Capacity Tracking wird ein neues API für einen CSI-Treiber (Container Storage Interface) eingeführt, das dem Kubernetes Scheduler bericht darüber erstattet, wie es wirklich um den Speicherplatz im Cluster bestellt ist. So kann der Scheduler einen passenden Node für jeden neuen Pod auswählen.

Was das Feature besonders interessant macht ist, dass es quasi den ersten Schritt auf dem Weg zur dynamischen Provisionierung darstellt. Das könnte in Zukunft die Arbeit für K8s-Nutzer deutlich erleichtern, die auf begrenzte Speichervolumina zurückgreifen müssen. Bislang ist das Storage Capacity Tracking allerdings zunächst einmal im Alpha-Status zu testen.

Ein weiteres Alpha-Feature, das mit Kubernetes 1.19 ausgeliefert wird, ist das CSI Health Monitoring. CSI-Treiber geben Kubernetes hiermit Feedback zum Zustand einzelner Speichervolumina, sodass diese als Events auf PVCs und Pods reported werden können. Zukünftig soll so die programmatische Erfassung und Lösung von Health Issues auf diesen Volumen durch Kubernetes selbst möglich werden.

Endlich Struktur beim Logging

Mit Kubernetes 1.19 wird endlich auch das Logging in Kubernetes adressiert. Bislang war die Logging-Struktur für Log-Nachrichten und Referenzierungen so ziemlich Kraut und Rüben, soll heißen: keine einheitliche Struktur war vorhanden. Keine Frage, dass dies für viele Admins und Operator mindestens problematisch war. Wer will schon die ganze Zeit mit regulären Ausdrücken arbeiten?

Das neue K8s-Release bringt nun neue Methoden für die klog-Bibliothek, die ein etwas strukturierteres Interface für die Formatierung von Log-Nachrichten bieten. Für jede existierende Log-Methode (Infof und Errorf) gibt es nun eine strukturierte Methode (InfoS und ErrorS). Die neuen Logging-Methoden erlauben als ersten Parameter die entsprechenden Log-Nachrichten und als zweiten Parameter eine Liste von Schlüsselwert-Paaren.

Somit soll strukturiertes Logging ermöglicht werden, ohne Kubernetes auf einen Schlag komplett auf ein neues API umzustellen.

Weitere Informationen zur neuen Version von Kubernetes gibt es in der Ankündigung der neuen Version auf dem Blog und in den Release Notes.

Accentuate the Pawsitive

Auch dieses Release von Kubernetes hat wieder ein Logo. Da das 34-köpfige Release-Team unter der Leitung von Taylor Dolezal (HashiCorp) einen sehr positiven Ausblick hatte, wurde das Logo gewählt, welches die Positivität verbreiten soll. Designt wurde es von Hannabeth Lagerlof.

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