IoT zwischen 'Maker Sphere' und 'Market Sphere'

Die 5 Dimensionen des Internet of Things [IoTCon 2014]
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„IoT ist eine mehrdimensionale Aufgabenstellung“, so Friedrich Vollmar, der am Dienstag Nachmittag die zweite Keynote der Internet of Things Conference (IoTCon) und MobileTech Conference hielt. Seine Keynote „Die fünf Dimensionen von Internet of Things“ fasste wesentliche Herausforderungen für ein zukunftsträchtiges Technologiefeld zusammen, das laut den Analysten von Gartner gerade den Höhepunkt des Hypes erreicht hat.

Von der Maker Sphere zur Market Sphere

Die Teilnehmer der IoTCon verortet Vollmar, der für IBM im Lenkungskreis der Plattform Industrie 4.0 mitwirkt, größtenteils in der „Maker-Sphäre“: In ihnen sieht er Visionäre und eine technische Avantgarde mit vielen innovativen Ideen, ausgestattet mit technologischer Expertise und entsprechenden Hardware- und Softwareressourcen. Auf dem Weg von der „Maker Sphere“ bis zum fertigen Produkt, zu Wertschöpfungsketten und einem Return on Investment, kurz: zur „Market Sphere“, gehe jedoch eine Menge Potential verloren: Zu wenig Gedanken machten sich die Innovationskünstler etwa darüber, wem die Daten gehören oder wie sich die Beziehung zum Kunden gestaltet. In seinen „5 Dimensionen“ gab Vollmar den Konferenzbesuchern diesbezüglich einige Denkanstöße mit auf den Weg.

Die 5 Dimensionen des Internet of Things

Die 5 Dimensionen des IoT

Die erste Dimension: Technologie als die ermöglichende Grundlage: Zwei Architekturansätze haben sich laut Vollmar im IoT-Bereich etabliert: 1. die IoT Cloud, 2. ein dezentraler Peer-to-Peer-Ansatz. Letzteren verfolgt die Plattform Industrie 4.0. Hier sind Endgeräte mit genügend Intelligenz und Rechenleistung ausgestattet, um selbständig untereinander zu kommunizieren (Machine to Machine, kurz: M2M).

Die zweite Dimension: Rechtsrahmen, Security und Safety als unverzichtbare Rahmenbedingung: Der Produzent haftet für das Gesamtprodukt, ein Automobilhersteller beispielsweise für die von ihm hergestellten Autos. Dazu gehört auch die Software: Sie muss sich an Rechtsrahmen der Produkte halten, in die sie eingebettet wird. Für Softwareentwickler gilt also: Sie können sich der Verantwortung für Safety und Security in cyber-physischen Systeme gelten nicht entziehen.„Würden Sie auf einer Autobahn fahren, auf der es keine Verkehrsregeln gibt?“ fragte Vollmar zur Veranschaulichung das Publikum.

Die dritte Dimension: viele Dinge haben ein langes Leben: Ohne Einbindung von bestehenden Dingen und ihrer Technologie rechnet sich der Einstieg nicht: Die Integration von Legacy-Systemen, 25 Jahre alt und älter, ist gerade für etablierte Unternehmen mit großem Kundenstamm unerlässlich.

Die vierte Dimension: Nutzen der ermöglichten Wertschöpfungsketten und Anwenderakzeptanz, Return on Investment: Auch wenn die Industrie unisono vom enormen Potential des IoT spricht: Ohne ansprechendes Design keine Nutzerakzeptanz, und ohne Nutzerakzeptanz kein Return on investment.

Die fünfte Dimension: Einheitliche Standards für die Kommunikation der Dinge und Kooperation untereinander: In Vollmars Worten: „Vielfalt verhindert Zusammenarbeit“. Mehr als 200 Protokolle gebe es, Standards hingegen wenige. Wie viele andere Sprecher der IoTCon, so plädiert auch Vollmar für eine Reduzierung der bestehenden Technologien nach dem Vorbild des WWW.

Mehr als eine kreative Übung

Hinter dem Internet of Things steckt weitaus mehr als eine kreative Übung von Softwareentwicklern mit ausgeprägtem Spieltrieb oder die eine oder andere innovative Startup-Idee. Damit sich der Megatrend fortsetzen und in tragfähige Geschäftsmodelle münden kann, muss die Brücke von der Idee zum fertigen Produkt erfolgreich geschlagen werden. Dabei gilt es, alle Dimensionen zu berücksichtigen. „Es gibt viel zu tun.“, resümierte Vollmar in seiner Keynote. „Packen wir’s an.“

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