Die 7 Todsünden für Windows-Phone-Entwickler
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„Mit dem Begriff Todsünde werden im Katechismus der Katholischen Kirche bestimmte, besonders schwerwiegende Sünden bezeichnet.“ – so definiert Wikipedia die Todsünden, die schlimmsten aller Laster. Will man ein guter Christ sein und seine Zeit nach dem Ableben im Himmel verbringen, gilt es also, Todsünden strengstens zu vermeiden.

Der Versuch scheint gewagt, aber übertragen wir das Ganze doch einmal in die Entwicklerwelt. Welches sind die sieben Todsünden, die ein Windows-Phone-Entwickler begehen kann? Für welche Fehltritte gebührt ihm der Rauswurf aus den heiligen Hallen der mobilen Welt? Und wie wird man zu einem „frommen“ Entwickler?

All diese Fragen stellt sich Samidip Basu, Manager Consultant bei Sogeti USA LLC und gleichzeitig selbstbezeichneter Enthusiast für Windows Phone und Windows Azure, in seinem Vortrag 7 Deadly Sins for Windows Phone Developers – zuerst gehalten Ende 2012 in der Central Ohio Windows Phone User Group. Er zieht Schlüsse aus seinen bisherigen Erfahrungen in der Windows-Phone-Entwicklung und formuliert basierend darauf einige Dos and Don’ts.

Sünde Nummer 1: Hochmut (Superbia)

Wer bei der Entwicklung seiner App allzu selbstsicher ist, begeht die Todsünde Hochmut. Obwohl ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein durchaus positiv ist, kann uns Superbia dennoch davon abhalten, ein qualitativ hochwertiges Produkt abzuliefern. So sind schon einige Apps nur deshalb abgelehnt worden, weil sich ihre Entwickler nicht an die Zertifizierungsbedingungen des Windows Phone Marketplace gehalten haben. Oder weil sie so überzeugt waren von ihrer App, dass sie keine Beta-Tester eingesetzt haben. Deren Rat hätte noch vor der eigentlichen Veröffentlichung Bugs und potentielle Probleme ausmerzen können.

Ebenfalls hochmütig ist der Entwickler, der keine Emulator Tools benutzt – besonders jetzt, da das Windows Phone Mango SDK mit einigen Erweiterungen in der Emulator VM daher kommt. Jedoch sollte das Testen im Emulator kein Ersatz dafür sein, die App auf dem Gerät selbst zu testen. Tragen Sie das Smartphone einige Tage lang mit sich herum und beobachten Sie, wie sich Ihre App im Alltag schlägt. Nur so erkennt man manchmal die wahren Stärken und Schwächen. Ziehen Sie auch „normale Menschen“, also Nicht-Techies, mit in Betracht, um Ihre App zu testen. Sie könnten Fehler bemerken, die einem echten Nerd niemals aufgefallen wären.

Sünde Nummer 2: Geiz (Avaritia)

Geizen Sie nicht mit Ihren Gedanken! Planen Sie Ihre App schon vor der Entwicklung von vorne bis hinten durch. Schauen Sie sich auch ein paar Software Patterns an – diese halten den Code sauber und gut strukturiert. Das Metro Design mag zwar einfach und schlicht wirken, erfordert aber dennoch eine gründliche Planung. Der MetroGridHelper kann Ihnen dabei helfen, Ihre Kacheln besser zueinander sowie im freien Raum zu platzieren.

Genauso wie Jesus das Brot gebrochen und unter seinen Jüngern verteilt hat, sollten auch Sie Ihre App mit möglichst vielen Nutzern auf der ganzen Welt teilen. Dazu ist es besonders wichtig, sich nicht auf den englischen Sprachraum zu konzentrieren, sondern die App auch in anderen Landessprachen verfügbar zu machen. Wer weiß, eventuell stoßen Sie mit dieser Taktik ja in eine Marktlücke vor? Ein professioneller Übersetzer-Service ist hier das A und O, ebenso wie die Hilfe von Freunden und Entwicklern auf der ganzen Welt. Erst dann, wenn sich die App für einen Muttersprachler natürlich anfühlt, haben Sie alles richtig gemacht.

Sünde Nummer 3: Wollust (Luxuria)

Wollüstig ist der, der sein Begehren nicht zügeln kann und immer mehr will. Ein Windows-Phone-Entwickler ist dann Luxuria verfallen, wenn er die verfügbare Bandbreite des Nutzers allzu sehr strapaziert. Obwohl viele bunte Inhalte keine Sünde sind, sollte man dennoch daran denken, dass bei Weitem nicht jeder Smartphone-Nutzer Zugang zu einer unbegrenzten und kostenlosen Datenverbindung hat. Überdenken Sie Ihre Data Requests und legen Sie sich eine gute Caching-Strategie zurecht! Ein schöner und aufwendiger Startbildschirm ist zwar ganz nett, erhöht jedoch die Wartezeit auf die App. Ziehen Sie in Betracht, gecachte Daten vom vorherigen Start darzustellen, zeigen Sie dem Nutzer jedoch in jedem Falle visuell, dass sich frische Daten im Ladeprozess befinden.

So verwerflich es auch klingen mag, manchmal sollte ein Windows-Phone-Entwickler seine Wolllust jedoch auch ausleben dürfen. Womit ginge das besser als mit den Live Tiles, den praktischen Windows-Phone-eigenen Benachrichtigungen in Echtzeit? Live Tiles halten den User bei geschlossener App auf dem Laufenden, sorgen gleichzeitig aber auch dafür, dass er in die App zurückkehrt. Welchen größeren Gefallen könnte man seiner App tun?

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