Die 7 Todsünden für Windows-Phone-Entwickler (Teil 2)
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Sünde Nummer 4: Zorn (Ira)

Die App-Entwicklung kann manchmal ganz schön aufwendig und frustrierend sein. Damit Sie nicht zornig werden und Gott und die Welt verfluchen, sollten Sie sich das Leben etwas

Sünde Nummer 4: Zorn (Ira)

Die App-Entwicklung kann manchmal ganz schön aufwendig und frustrierend sein. Damit Sie nicht zornig werden und Gott und die Welt verfluchen, sollten Sie sich das Leben etwas einfacher machen. Nutzen Sie Toolkits wie Windows Phone Silverlight Toolkit, Coding4Fun Windows Phone Toolkit, Sterling DB und GZipWebClient oder Custom-Kontrollelemente von Telerik, ComponentOne und Infragistics. Sündig ist der, der meint, das Rad neu erfinden zu müssen und über dessen Unmöglichkeit hinweg zornig wird.

Zorn macht sich außerdem schnell breit, wenn man viel Herzblut in die Entwicklung einer App gesteckt und nun das Gefühl hat, sie kostenlos anbieten zu müssen, um überhaupt erst eine Chance auf dem Markt zu haben. Aber wissen Sie was? Gute Qualität hat ihren Preis – das nicht zu erkennen, wäre eine Sünde. Falls Sie auf das schlagende Argument der Kostenlosigkeit dennoch nicht verzichten möchten, bieten Sie Ihren Nutzern doch einfach eine kostenlose Probeversion an. Geben Sie einen kleinen Vorgeschmack, halten Sie jedoch gleichzeitig einige Features zurück, die erst mit dem tatsächlichen Kauf der App zugänglich werden. Damit schaffen Sie Anreize, die App zu kaufen.

Auch wenn Sie mal in eine Sackgasse geraten sind und auf Teufel komm raus nicht mehr weiter wissen, ist das noch lange kein Grund, sich in die Hände der Ira zu begeben. Sicherlich gibt es irgendein Open-Source-Projekt, das Ihnen aus der Patsche helfen kann. Eventuell hatte auch ein anderer Windows-Phone-Entwickler schon einmal dasselbe Problem und kann Ihnen mit Ratschlägen zur Seite stehen. Samidip Basus Erfahrungen zufolge ist die Windows Phone Community jedenfalls eine sehr hilfsbereite.

Sünde Nummer 5: Völlerei (Gula)

Viele Entwickler frönen der Völlerei, indem sie ihre Apps zu viele Smartphone-Ressourcen fressen lassen. Was sie nicht wissen, ist jedoch, dass eine App umso effizienter läuft, je weniger Speicher sie braucht. Managed Code hilft dabei, den benötigten Speicherplatz zu reduzieren, aber nur so lange man auf keine Bibliotheken verweist, die man eigentlich gar nicht braucht. Und auch bei Toolkits von Drittanbietern ist Vorsicht geboten, eventuell überschneiden sich ja die Funktionalitäten einzelner Toolkits und unnötiger Speicherplatz wird belegt. Hier lautet die Faustregel: Wissen Sie, was Sie brauchen und nehmen Sie sich nur das Nötigste!

Die neuen APIs zum Kalender und zu den Kontakten sind zwar praktisch, sollten allerdings nicht überkonsumiert werden. Nutzt eine App die APIs, ohne den User vorher explizit um Erlaubnis gefragt zu haben, wird man schnell mit Verärgerung gestraft. Auf den Mobile-Markt übersetzt bedeutet das Deinstallationen und schlechte Reviews. Merke: Nicht alles was man tun kann, sollte man auch tun.

Sünde Nummer 6: Neid (Invidia)

Neid ist in der Windows-Phone-Entwicklung alles andere als angebracht. Immerhin ist der Windows Phone Marketplace eine noch relativ neue Einrichtung, in der sich bislang nur wenige Einstiegshürden oder Lobbys gebildet haben. Theoretisch müsste also jeder einzelne Entwickler – oder Individual Software Vendor (ISV), so die offizielle Bezeichnung von Microsoft – die gleichen Chancen haben wie alle anderen auch. Trotzdem sind einige Apps erfolgreicher als andere. Woran könnte das liegen?

Das Erfolgsgeheimnis ist schnell zusammengefasst, im Grunde genommen gipfelt es in nur einem einzigen Schlagwort: Marketing. Quintessenz dieses abstrakten Konzeptes ist, die App unter hundert gleichartigen nicht untergehen, sondern hervorstechen zu lassen. Kommunizieren Sie mit Ihren Nutzern, veröffentlichen Sie regelmäßige Updates, machen Sie Werbung in den sozialen Medien und und und. Sehen Sie Ihre App weniger als ein Produkt denn als eine Marke und positionieren Sie diese auch so. Markenbildung funktioniert übrigens besonders gut über Twitter und Facebook – die Netzwerke dienen als offizieller Kanal zur Kommunikation mit den Fans der Marke.

Sünde Nummer 7: Faulheit (Acedia)

Die letzte Todsünde ist die Faulheit, denn sie hinkt stets ein wenig hinterher. Genauso hinken Windows-Phone-Entwickler hinterher, wenn Sie die sich neu eröffnenden Chancen auf dem Markt entweder nicht erkennen oder zu faul sind, um sich mit ihnen zu befassen. Immerhin ist jede Innovation mit etwas Arbeit verbunden – diese Herausforderung anzunehmen, verbietet uns manchmal Acedia. Überwinden Sie die Faulheit und schauen Sie sich um!

Haben Sie beispielsweise schon einmal daran gedacht, Windows Azure oder einen anderen Cloud Service in Ihre App zu integrieren? Schließlich sind Smartphones auch weiterhin noch kleine Geräte mit einem verhältnismäßig kleinen Speicher und einer begrenzten Batterielaufzeit. Da kann es nie schlecht sein, dem Gerät ein wenig Arbeit abzunehmen und in die Cloud auszulagern. Die Azure Toolkits für Windows Phone, iOS und Android stellen Templates zur Verfügung, die einen guten Ausgangspunkt stellen.

Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!

Auch wenn Samidip Basu eine Menge guter Tipps auf Lager hat, um zu einem anständigen und sündenfreien Windows-Phone-Entwickler zu werden, gibt er dennoch zu, nicht alle seine eigenen Ratschläge stets zu befolgen. Wie steht es mit Ihnen? Können Sie der Versuchung widerstehen?

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